Julimond

Das ist unser Schloss

Wir möchten noch schnell einen Konzertbericht nachreichen, den wir seit zwei Monaten vor uns herschieben. Sind wir doch am 08.07 direkt vom Wilden Westen des neunzehnten Jahrhunderts in die Siebziger und Achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrunderts gereist. Zurück in die Zukunft, sozusagen.
Jan Plewka war, zusammen mit der Schwarz-Roten-Heilsarmee, und seinem „Rio Reiser“-Programm, zurück in Siegen. Das letzte Mal in der Krönchenstadt vor drei Jahren, präsentierte er die Lieder von Simon and Garfunkel im Apollo Theater. Das Wetter zeigte sich an dem Samstagabend im Juli aber von seiner besten Seite und so fand der Auftritt des Hamburgers Open Air im Oberen Schloß statt.

Im Gegensatz zu vielen Menschen im Publikum, sind wir nicht mit der Musik Rio Reisers sozialisiert worden. Natürlich kennt man einige Stücke, aber wir kennen die Lieder lediglich von Jans Auftritten. Gerade das macht manchmal den Reiz eines Livekonzerts aus, daß einen der Künstler neugierig macht auf Musik, die man nicht kennt. Der Besuch im Oberen Schloß hat sich wieder gelohnt, auch wenn zwei Termine an einem Tag etwas in Stress ausgeartet sind, konnten wir den Auftritt der Band entspannt genießen.

Vielleicht lag es am Austragungsort, aber die Schwarz-Rote-Heilsarmee hat noch nie so laut gerockt. Die Musik muß in der gesamten Oberstadt zu hören gewesen sein. Dazu hat Jan Plewka die Worte des verstorbenen Musikers mit seiner besonderen Art und Stimme zum Leben erweckt. Egal ob rockige oder melancholische Töne, der Sänger traf sie alle. Zu dem Lied „Irrenanstalt“ wurde ein Video auf der Leinwand gezeigt, welches den Sänger zeigt, wie er laut rufend durch Hamburg läuft. Danach stand er, rot angestrahlt, abseits im Torbogen, mit Gitarre. Bei einem anderen Lied zogen alle Musiker durch die Stuhlreihen des Schloßhofes und sammelten Geld. Zu keinem Zeitpunkt hatte man den Eindruck, einem Theaterstück zu folgen. Alles wirkte organisch und leicht, was wahrscheinlich an den genauso talentierten wie sympathischen Künstlern lag.

Die versammelten Zuschauer waren oftmals textsicherer als wir, aber beim Applaudieren stimmten wir wieder mit ein. Die Stimmung im luftigen Ambiente war grandios. Der Auftritt wurde von Anfang an begeistert aufgenommen, was am Ende nochmal richtig deutlich wurde. Durch den anhaltenden Applaus war die Band gezwungen, mehrere Zugaben zu geben, bevor sie in den verdienten Feierabend gehen konnte. Die Zuschauer gingen stattdessen begeistert in die Siegener Nacht. Wie es sich gehört unter einem vollen Julimond.

Nach zwei Vorstellungen mit den Liedern von Rio Reiser und einer mit Simon and Garfunkel Songs, hoffen wir, daß uns die Musiker auch noch „Die Macht der Musik“ aufzeigen. Obwohl sie das genaugenommen mit jedem Auftritt bereits getan haben. Wir sind neugierig darauf und auf jeden Fall wieder mit von der Partie, wie hier zu lesen sein wird. Doch vorher taucht bestimmt Jan nochmal auf. 😉

Fotoanstalt

P.S.
Ich möchte zum Schluß kurz auf ein kleines Projekt von Jan Plewka und Marco Schmedtje hinweisen. Der Gitarrist ist nicht nur Teil der Schwarz-Roten-Heilsarmee, er half Jan schon bei seinem Soloalbum aus und gründete später mit ihm die kurzlebige Band Zinoba. Mit Between the Bars spielen die Beiden eigene Lieder im akustischen Gewand. Ihr solltet auf jeden Fall dort reinhören, es lohnt sich.

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