Collinwood

Dark Shadows

Regie: Tim Burton
mit: Johnny Depp, Michelle Pfeiffer, Eva Green, Helena Bonham Carter,
Jackie Earle Haley, Jonny Lee Miller, Bella Heatcote, Chloe Moretz,
Gulliver McGrath, Ray Shirley sowie Christopher Lee und Alice Cooper
113 Min.

Da haben wir einen Blog gestartet um uns mitzuteilen und dann läßt mich der Film sprachlos zurück. Normalerweise bleibe ich gerne sitzen, schaue den Abspann und lasse den Film langsam ausklingen. Bei „Dark Shadows“ saß ich allerdings in meinem Sitz und wußte nicht, was ich von soeben Gesehenen halten sollte.

1989 sah ich Tim Burton’s „Batman“ und der Film hat mich total umgehauen. Diese zwei Stunden in Gotham City haben meine Liebe zum Kino und den fantastischen Welten der Leinwände entfacht. Seitdem habe ich jeden von Burtons Filmen im Kino gesehen. Gut, „Planet der Affen“ war nicht sein bester, aber welcher Regisseur kann sich schon mit einem Klassiker der Filmgeschichte anlegen. Vorallem ist das Ende des Originals in meinen Augen nicht zu toppen.
Aber trotzdem gab es immer irgendetwas, was ich den Filmen abgewinnen konnte. In „Charlie und die Schokoladenfabrik“ war es Johnny Depps großartiger Willy Wonka, und selbst „Alice im Wunderland“ war besser als befürchtet. „Sweeney Todd“ bedeutete eine Rückkehr zurück zur typisch düsteren Burton-Optik.  Dazu standen sowohl sein Lieblingsschauspieler Johnny Depp wieder vor der Kamera und sein Haus und Hofkomponist Danny Elfman sollte für die musikalische Untermalung sorgen.
Eigentlich gute Voraussetzungen um einen Vampirfilm mit dem Titel „Dark Shadows“ zu verfilmen.

Und trotzdem wollte er nicht zünden. Von der Musik ist nicht viel übrig geblieben, denn die meiste Zeit regierten Siebziger Lieder.  Nur am Ende kommt für einen kurzen Augenblick diese besondere Atmosphäre auf, wenn die Bilder auf der Leinwand und die Musik miteinander verschmelzen, wie früher so oft bei Burton/Elfman.

Der Film ist voller Charaktere gepackt, die keiner braucht. Denn irgendwelche Geschichten um diese Figuren oder Beziehungen zueinander werden angedeutet, aber nie vertieft. Wenn dann später zwei von Ihnen einfach von der Bildfläche verschwinden hat das keinerlei Auswirkungen.
Hat „Avengers“ noch gezeigt, wie man vielen Charakteren in 120 Minuten gerecht werden kann, ist „Dark Shadows“ das genaue Gegenteil. Viele Figuren und Nebenhandlungen verpuffen im Nichts.
Dazu kommen dann Eva Green und die obligatorische Helena Bonham Carter,  zwei Schauspielerinnen, die ich nicht brauche.

Burton verpaßt die Chance, dem Film eine düstere Note zu geben und gestaltet zu bunt  und poppig.  Die Optik vermittelt den Eindruck eines TV- anstatt Kinofilms. Der einzige Höhepunkt ist der Auftritt von Alice Cooper, der wesentlich länger ausfällt als gedacht. Noch dazu paßt „Ballad of Dwight Fry“ genial in die Handlung und wird von Burton perfekt in Szene gesetzt.

Alles in allem ein ziemlich blutleerer Vampirfilm, mit dem man sich einen langweiligen Herbstnachmittag vertreiben kann, nicht mehr, nicht weniger.
Ein Platz in der Sammlung ist ihm dennoch sicher, sonst würde eine Lücke in der Burton-Reihe klaffen. Vielleicht hilft eine zweite Sichtung des Materials um die Qualität zu erkennen. ;-)

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