Der Wolkenatlas

Cloud Atlas

Regie: Tom Tykwer, Lana und Andy Wachowski
mit: Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugo Weaving, Hugh Grant, Doona Bae,
Jim Sturgess, Ben Whishaw, Susan Sarandon, Zhou Xun Keith David, David Gyasi

172 Min.

So, die zweite nachgereichte Plueschkritik und der letzte Beitrag für dieses Jahr. :-)

Im Sommer sah ich einen Trailer zu „Der Wolkenatlas“ und auch wenn ich nicht sagen kann was mich angesprochen hat, wollte ich seitdem den Film sehen. Weil es sich um eine Romanverfilmung handelt und ich Romane lieber vorher lese, kaufte ich also das Buch und war begeistert.

Erzählt werden die Schicksale von sechs Menschen, die in unterschiedlichen Epochen leben.

– die Pazifiküberfahrt von Adam Ewing, Mitte des neunzehnten Jahrhunderts
– das Leben von Robert Frobisher, einem jungen Komponisten in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts
– einen Fall der Reporterin Luisa Rey in den Siebzigern
– die Geschichte des Verlegers Timothy Cavendish in der Gegenwart
–  das Leben des weiblichen Klons Somni 451 im Jahre 2144
– die Erlebnisse von Zachary in einem postapolakytischen Hawaii, ca. 200 Jahre nach Somni

Während das Buch sich Zeit lässt und die einzelnen Geschichten über 30 – 40 Seiten erzählt, bevor zum nächsten Protagonisten gesprungen wird, springt der Film von Anfang an im Minutentakt, stellenweise schneller, zwischen allen Zeiten hin und her. Aber trotzdem schafft er es, dem Zuschauer die Geschichten und Charaktere näher zubringen. Manche Übergänge zwischen den Epochen werden visuell unterstützt, andere verbindet eine Off-Stimme.

Der Wolkenatlas [warum im Endeffekt der Film einen englischen Titel trägt, ist mir schleierhaft] läßt sich keinem Genre zuordnen, denn über Abenteuer, Liebesgeschichte, Krimi, Komödie bis hin zur Science Fiction ist alles drin.

Zwar ist für sich genommen keine der Geschichten besonders oder neu und es wird auch kein roter Faden durch alle Zeiten gesponnen, obwohl die Protagonisten immer wieder in Berührung mit den Charakteren, bzw. dessen Schaffen, aus den vorangegangenen Epochen kommen, aber im Zusammenspiel ergibt sich ein sehr interessantes und unterhaltsames Werk. Der Wolkenatlas zeigt, dass Seelen durch die Zeiten ziehen, wie Wolken am Himmel. Sie verändern ihre Form, sind aber immer da und hinterlassen ein paar Spuren.

Die Macher haben diese Aussage auf einzigartige Weise umgesetzt und dadurch einen besonderen Reiz des Films [zumindest für Cineasten] geschaffen.
Denn fast alle Schauspieler spielen in verschiedenen Rollen in allen Geschichten mit. Oft unter Masken, bei denen man mehrmals hinschauen muss und dann trotzdem nicht alle erkennt. So mancher wird erstaunt seinen Nachbarn anschauen, wenn am Ende alle Rollen der Schauspieler mit Charakterbild gezeigt werden: „Ach, das war der auch!?“
Meine Lieblingsrolle ist Hugh Grant als Kannibale, wie er genüsslich Blut von einer Klinge leckt. Solche Rollen spielt er nicht oft. :-)

Besonders gut haben mir die Szenen von Tom Hanks und Hugo Weaving im postapokalyptischen Hawaii gefallen. Hugo Weaving sah in seinem Kostüm als Ol’ Georgie mit Zylinder und den schwarz geschminkten Augen ein bisschen aus wie ein grüner Alice Cooper. Die Szenen waren schon unheimlich. Generell war der Film an einigen Stellen blutiger und heftiger als erwartet.

Im Vergleich mit dem Roman sind die Geschichten gekürzt und teilweise verändert worden, dass tut dem Film aber keinen Abbruch. Im Gegenteil, durch die Kürzungen wurden die Schicksale nicht in die Länge gezogen, sondern auf das Wichtigste reduziert und langwierige / -weilige Passagen fielen weg. Das tut dem Film gut, denn 172 Minuten erfordern schon etwas Sitzfleisch von den Zuschauern und durch die Reduktion werden unnötige Längen vermieden.

„Cloud Atlas“ erzählt spannende und lustige Geschichten in tollen Bildern und mit tollen Schauspielern. So ein Film wird nicht alle Tage gedreht, deswegen unbedingt [im Kino] anschauen.
[Hoffentlich kommt der Tipp nicht zu spät. Unser Haus- und Hofkino bringt ihn demnächst. ;-)]

Nächster Halt: Mittelerde. 

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