Ein Abend mit Herrn F.

Ein lesefreudiges Tierchen: Die Zwergbrillenratte

Letzten Samstag gab sich Herbert Feuerstein die Ehre in Siegen und erfüllte mir damit den Wunsch, ihn einmal live erleben zu dürfen. Während des Abends hat er zugegeben, immer den Verlierer gespielt zu haben, weil der mehr Sympathien bekommt, als der Gewinner. Bei mir hat es gewirkt. Ich mochte ihn und seinen subtilen, seriös vorgetragener Humor schon seit ich ihn von „PSSST…!“ und „Schmidteinander“ kannte.

Die Reise ins LYZ trat er an, um aus seinen bewegten und abwechslungsreichen Leben zu erzählen, denn Herbert Feuerstein hat dieser Tage seine Autobiographie veröffentlicht. Er hat soviele verschiedene Dinge gemacht und scheint dabei keinem Ziel gefolgt, sondern immer irgendwie, irgendwo reingeraten zu sein. Daher spricht er nicht von einem, sondern von neun Leben. Die wenigen Zuhörer, die den Weg ins LYZ gefunden haben, hörten ihm interessiert zu. Zwar fängt er mit seiner Kindheit in Österreich an und zeigt ein paar Fotos aus dieser Zeit, doch springt er den ganzen Abend zwischen den einzelnen Leben hin und her, damit es zu den verschiedenen Clips paßt, die er im Laufe des Abends einstreut.

Ausschnitte aus seiner Zeit mit Harald Schmidt, von seinen vielen Reisen für den WDR, aber auch Bildmaterial von seiner Tour mit Wolfgang Bauer und einen Bericht über MAD hat er mitgebracht und bereichert die Einspieler mit erzählten Anekdoten. Oft schaut er dabei schmunzelnd auf die Leinwand wenn die Szenen aus seinem Leben vor seinen Augen vorbeiziehen. :-)

Wer Herbert Feuerstein kennt, weiß, daß er seine Lebensgeschichten nicht nur erzählt, sondern mit seinem besonderen Humor anreichert. Er nimmt sich dabei genauso wenig ernst, wie die Welt um ihn herum, ohne ins Alberne abzugleiten. Die Zuhörer im LYZ sind begeistert und fordern eine Zugabe, obwohl der Abend laut Herrn Feuerstein länger bereits geworden ist, als geplant. Um sich die mühevollen Ab- und Aufgänge zu ersparen bleibt er auf der Bühne und zeigt zum Abschluß den Sketch aus „Schmidteinander“-Zeiten über die Zwergbrillenratte, bevor er sich von den klatschenden Siegenern verabschiedet.

Wie es sich für einen Autor gehört, nimmt er sich nach der Lesung noch die Zeit, ein paar Bücher zu signieren. Damit ging ein sehr schöner Abend zu Ende und ich habe ihn endlich live gesehen, den großen, kleinen Herbert Feuerstein. Jetzt steht nur noch einer auf meiner Liste. ;-)

Look at me, I’m Feuerstein

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