GlückSelig

In bed with Selig

Wieder einmal lockte uns die Domstadt mit einem weiteren Konzerthighlight dieses Jahres. Wenn man sich einmal anschaut, wie viele Veranstaltungen wir dieses Jahr in Köln besucht haben, könnte man auf den Gedanken kommen: „Warum zieht ihr da nicht einfach hin?“. Dann reist man jedoch mit dem Auto an und wünscht sich in die Provinz zurück, wo es keine Straßenbahn gibt, Menschen nicht in zweiter Reihe parken und es nicht so viele Kreuzungen gibt. Immerhin fanden wir dann doch auf Anhieb das gewünschte Parkhaus, das uns schon vom Besuch bei Paul Heaton im letzten Jahr bekannt war. Von dort aus sind es nur 5 Minuten zu Fuß zum LUXOR, dem heutigen Austragungsort der Clubtour von Selig, einer von Hollys absoluten Lieblingsgruppen.

Normalerweise spielen Selig in größeren Hallen, dieser Abend im ganz kleinen Rahmen (vor maximal 500 Nasen) war also wieder etwas besonderes. Dies machte sich auch an der großen Zahl Leute bemerkbar, die vor dem Club noch auf Restkarten hofften. Leider war da jedoch nichts zu machen – nicht einmal Sänger Jan Plewka konnte helfen, der zwischen Eingang und Tourbus von einer engagierten jungen Frau angefleht wurde.
Wir waren jedoch auf der Seite der Glücklichen mit Karten und während sich 150 km entfernt unsere polnische Zweitfamilie anschickte, das Sauerland zum Schunkeln zu bringen, warteten wir auf den Einlass, der dann auch pünktlich um 20 Uhr begann. Die erste Reihe war uns  wieder sicher. Wie bei Paul Heaton gab es keine Absperrung oder einen Graben, noch einen Schritt weiter und wir hätten auf der Bühne gestanden. Angenehmerweise gab es auch keine Vorgruppe, sodass Selig leicht verspätet um 21:15 Uhr starteten.


Ein Blick auf die Setlist zeigte, dass zunächst das komplette neue Album gespielt werden sollte und danach einige Klassiker der Band auf dem Programm standen. Die neuen Lieder kannte noch niemand, da „Magma“ erst im Februar veröffentlicht wird; demnach konnte noch niemand mitsingen. Trotzdem wurden Jan Plewka (Gesang), Christian Neander (Gitarre), Leo Schmidthals (Bass), Stephan ‚Stoppel‘ Eggert (Schlagzeug) und Malte Neumann (Keyboard) begeistert empfangen und jedes Lied beklatscht. Jan Plewka ist einfach ein Wirbelwind und der geborene Frontmann. Von Anfang an tanzt, hüpft und springt er über die Bühne und er füllt sie komplett mit seiner Präsenz. Außerdem erfuhr ich WIE nah die Bühne uns war, denn ich erlebte den Effekt, den Holly bei Blaze Bayley im März erfahren hatte: der Sänger steht einem so nah gegenüber, dass man aufpassen muss, beim Gestikulieren nicht erwischt zu werden. Außerdem war es offensichtlich, dass Jan ein knoblauchhaltiges Abendessen genossen haben musste. :-)

Ich bin jetzt kein Experte, doch für mich klang das Gehörte typisch nach Selig. Holly fand die neuen Stücke ungewöhnlich rockig und gitarrenlastig. Diese Meinung schien jedoch nicht „der nervige schwarzhaarige Typ“ zu teilen, jedenfalls fragte er in einer Songpause ziemlich frech, ob das gerade dargebotene „Schwester Schwermut“ ein Lied von PUR gewesen sei. Jan reagierte doch sehr charmant und professionell. Der „nervige schwarzhaarige Typ“ war leider Gottes bei der ersten Hälfte hinter uns. Laberte dazwischen, versuchte, in die erste Reihe zu kommen (als ob die zweite nicht schon nah genug gewesen wäre), verschüttete Bier und war halt einfach nur nervig – so einen gibt es aber wohl bei jedem Konzert.

Ganz fertig scheint das Album jedoch noch nicht zu sein, jedenfalls wurde das Publikum gebeten, kräftig bei „Love and Peace“ mitzusingen, dies soll dann wohl in den Song reingemischt werden. Dafür gingen Jan und Christian direkt in die Mitte des Publikums, baten alle, sich hinzusetzen und Malte und Leo gaben Handzeichen, wann denn „Love“ oder „Peace“ zu singen war (hierbei war Malte die Liebe und Leo der Frieden).
Der zweite Teil begann mit „Sie hat geschrien“ und von nun an gab es kein Halten mehr und der Club bebte. Jede Zeile wurde mitgesungen und dabei spielte es keine Rolle, ob es ein Lied der Neunziger war oder eines des Reunion-Albums. Auch die Band schien sehr angetan und auch angespornt von der Reaktion des Publikums. „Wir werden uns wiedersehen“ beschloß dann den Abend und ein besseres letztes Lied kann es alleine von der Aussage her nicht geben.

Nachdem das Licht wieder anging beschlossen wir, noch ein wenig zu warten, denn natürlich hatten wir auch wieder Dinge zum Signieren mitgebracht. Als nach 20 Minuten noch kein Bandmitglied in Sicht war, sprach Holly ein Mitglied des Selig Streetteams an, die uns dann netterweise einige Unterschriften besorgte.
Zufrieden und glücklich, ein weiteres tolles Konzerterlebnis verbuchen zu können, machten wir uns auf den Heimweg. Wir werden uns wiedersehen – nächsten März in der Live Music Hall!

Schau schau!
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