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Dieter Hallervorden Fanclubtreffen 2012

Unsere zweite Reise nach Berlin und wieder hat uns ein Mann in die Bundeshauptstadt gelockt. Beim letzten Aufenthalt haben wir ein Wochenende mit Stadtbesichtigung drangehangen, diesmal war es nur ein kurzer Abstecher. Berlin liegt schließlich auf dem direkten Weg von uns zur Nordsee. :- )

Wir waren beide etwas aufgeregt und nicht nur wegen dem bevorstehenden Treffen mit einem der bekanntesten Schauspieler / Komödianten unseres Landes, sondern auch wegen der Fahrt. Auf dem Weg in die große Stadt mußten wir zweimal umsteigen, hatten vierzig Minuten nach Ankunft Zeit, um unser Hotel zu finden und danach zirka 60 Minuten um zum Theater zukommen. Fahrzeit mit den S- und U-Bahn 30 Minuten. Im schlimmsten Fall hatten wir eine Stunde Puffer, bis das Theaterstück anfing. Zum Glück haben wir den Puffer gar nicht benötigt. Alles verlief zu unserer Überraschung und Freude reibungslos.
Die Züge kamen pünktlich und als wir in Berlin aus dem Bahnhofsbebäude traten, sahen wir schon unsere Unterkunft. Wir mußten nur über die Straße stolpern.
Dadurch hatten wir sogar noch ein bißchen Zeit um uns in Ruhe frisch zu machen, bevor es zurück zum Bahnhof ging.

Vor dem Theater haben wir unsere Unterlagen überreicht bekommen und warteten mit den anderen auf den Beginn des Theaterstücks „Ich bin nicht Rappaport“.
Das Schlosspark-Theater ist ein kleines und gemütliches Theater. An den Wänden hängen Autogramme von Wilhelm Busch und anderen, längst verstorbenen Künstlern.
Der Theaterraum selber ist sehr lang und schmal, so daß wir über unsere Plätze in der dritten Reihe, nah am Geschehen,  sehr froh waren.

Im Stück von Herb Gardner geht es um zwei alte Männer, die sich im New Yorker Central Park treffen und sich unterhalten. Beide gehen auf ihre Weise mit dem Schicksal um. Während Midge [Joachim Bliese] Konfrontationen scheut und sich mehr oder weniger fügt, erwacht Nat’s [Dieter Hallervorden] alter Kampfgeist. Er erfindet abenteuerliche Geschichten, um sich und andere von der Wahrheit abzulenken und um gegen Ungerechtigkeiten zu kämpfen, wie er es schon sein ganzes Leben getan hat.
Das Stück ist nicht brüllend komisch und wer Slapstick oder Klamauk erwartet, wird enttäuscht. „Ich bin nicht Rappaport“ ist ein melancholischer, aber amüsanter Blick auf das Leben zweier Menschen am Lebensabend und auf das, was sie erreicht haben, oder nicht.

Nach der Vorstellung versammelten wir uns im Foyer des Theaters und warteten auf den

Star des Abends. Aber es kam kein Star, es kam Dieter Hallervorden. Ein sympathischer und netter Mensch, der alle Anwesenden herzlich begrüßte und sich für die jahrelange Treue bedankte. Er war so freundlich und nett, wie er auch im Fernsehen wirkt. Plauderte mit allen und vergaß dabei seine Pflichten als Gastgeber nicht und brachte regelmäßig die beiden Damen hinter dem Tresen auf Trab. Die letzte halbe Stunde des Treffens wurde sogar vor die Theke verlegt, um die Versorgungswege möglichst kurz zu halten. Geduldig unterschrieb er alles, was ihm die Fans vor die Nase legten und posierte für Fotos. Keinerlei Berührungsängste. Er erzählte von kommenden Projekten, über die Verantwortung als Chef zweier Theater, seine sportlichen Hobbies und seinem Personal-Coach. Momentan trainiert er für eine Rolle und wenn man Herrn Hallervorden vor sich stehen sieht und so erzählen hört, vergißt man, daß er im September bereits 77 Jahre alt wird. Er wirkt mindestens fünfzehn Jahre jünger.

Gegen 0.00Uhr gesellte sich sein Sohn dazu und erinnerte ihn subtil daran, langsam zum Ende zu kommen. Bei den meisten Gästen verabschiedete er sich sogar noch per Handschlag und verschwand dann. Um einige Sekunden später fast von uns über den Haufen gerannt zu werden, als wir das Theater verließen. :- )
Wir fuhren mit der U-Bahn zurück zum Bahnhof und unterhielten uns mit anderen Teilnehmern des Treffens. Es ist bei solchen Gelegenheiten immer interessant, sich mit anderen Menschen zu unterhalten, die das gleiche Interesse haben und zu sehen, daß auch andere eine lange Anreise in Kauf nahmen.
Nach dem anstrengenden und langen Tag fielen wir im Hotel dann direkt ins Bett. Denn die Nacht war kurz. Unser Zug zur Küste fuhr um 8.12 Uhr ab.
Aber das ist eine andere Geschichte. ;- )

P.S.
Als wir aus dem Urlaub zurückkamen, lag das Kulturprogramm einer naheliegenden Stadt im Briefkasten und wer lachte uns vom Cover an, weil er im November dort auftritt?

 

 

 

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