Johann, Johann, Johann!

Kasper, König, Komiker

Es war genull nau Uhr als er die Bühne betrat. Der Johann und wir natürlich wieder mit dabei. Seit unserem ersten Livebesuch bei dem Kasper vor elf Jahren, gehören seine Auftritte für uns zum Pflichttermin. Besonders die vor der eigenen Haustür. Aber zurück in die ausverkaufte Siegerlandhalle.

Um 19 Uhr 61 begrüßte der Künstler bereits in Siegerpose sein Siegener Publikum. Allerdings ging sein Plan, die Zuschauer mit einer nie dagewesenen Gagdichte so zu verzücken, daß er nach einer Viertelstunde unbemerkt gehen kann, nicht auf. Die Siegener ließen ihn zweieinhalb Stunden für sein Geld arbeiten. Für einen gestandenen Künstler wie Herrn König natürlich kein Problem. Vielleicht war er auch einfach nur froh, mal von seinen Heim mit den drei Kindern und der Frau wegzukommen. Nach den Anekdoten aus seinem Familienalltag, die er zum Besten gab, wäre es ihm nicht zu verübeln gewesen.

Daneben betand die „Milchbrötchenrechnung“ aus der königlichen Mischung von Geschichten, Gedichten und kurzen Einspielungen aus Hörspielen, oder Versprechern. Zwei Lieder durften nicht fehlen, wobei es vor dem ersten Lied ein technisches Problem zu beheben galt. Das Keyboard gab keinen Ton von sich. Michael, der mitgereiste Tonmann, eigentlich schon genug gebeutelt, als österreischicher Veganer, mußte einige Kommentare seines Chefs über sich ergehen lassen. Wobei er völlig unschuldig war. Was kann der Michael dafür, wenn der Johann den On-Knopf nicht findet!?
Der Stimmung tat das keinen Abbruch. Die Improvisation zur Überbrückung erheiterte die Anwesenden sehr. Natürlich hat ein Fuchs wie Johann König neben dem humoristischen auch einen ernsten Ansatz. So nimmt er nicht nur Kinderhörspiele kritisch unter die Lupe, sondern deckt nebenher auch noch ein Staatsgeheimnis auf. Nämlich das Lieblingstier des Bundeskanzlers. Also, es ist meistens das Lieblingstier.

Die Milchbrötchenrechnung ist aufgegangen, wenn man in die begeisterten und lachenden Gesichter in der holzvertäfelten, blauen Eventarena sah. Natürlich ist es Johann wieder gelungen, die Zeit verfliegen zu lassen, bis er unter ekstatischem Applaus die Bühne des Gläser-Saals verließ.
Begeistert und erheitert waren wir natürlich auch wieder. Allerdings muß ich gestehen, daß mir das letzte Programm besser gefallen hat. „Feuer im Haus ist teuer. Geh raus“, gehört zu meinen Lieblings-Comedyprogrammen und hat dementsprechend die Latte sehr hoch gelegt. Außerdem haben sich einige Nummern aus seinem Buch ins Programm geschlichen, so daß einem treuen Leser wie mir, in den zwei Stunden einige Szenen bekannt vorkamen. Auch wenn er seinen Fans inzwischen nach den Vorstellungen entflieht, lohnt es sich als Zuschauer immer, nicht die Flucht vor einem Abend mit der depressiven Stimungskanone anzutreten. Johann ist nicht jedermanns und -fraus Geschmack, aber es lohnt sich immer, sich bei einem Auftritt von Herrn König in den Zuschauerraum zu setzen. Bei der menschgewordenen Humorrakete bleibt kein Auge trocken und man kann sehr viel Spaß haben. Man muß es sich nur IMMER WIEDER sagen!

Milchbrötchengalerie

Dieser Beitrag wurde unter Kabarett abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zwanzig + fünfzehn =