Akute Ansteckungsgefahr

Schwarzer Freitag in Olpe

Herrschte ein paar Tage vorher noch das bunte Karnevalstreiben in der Region, wurde es am letzten Freitag im Februar eher üni. Die Menschen, die sich an der Olper Stadthallte einfanden, trugen bevorzugt ein fröhliches Schwarz. Oomph! hatten zu einem Konzert ihrer „Ritual“-Tour geladen. Nach und nach strömten Menschen in die Halle und so war sie bei Konzertbeginn mit ca. 700 Personen gut gefüllt.

Mit dem ersten Lied des aktuellen Albums starteten Oomph! in den Konzertabend. Dero bedankte sich beim Publikum, daß es in Zeiten von Corona den Weg in die Stadthalle nicht gescheut hat. Er hat versprochen, alle mit einem anderen Virus anzustecken, dem Ooomph!-Virus. Ein paar Infizierte waren bereits vor Ort, wie der Jubel bestätigte.

In den kommenden knapp zwei Stunden feuerten Oomph! ein Lied nach dem nächsten ab und berücksichtigten dabei fast jedes Album aus ihrer über dreißigjährigen Karriere. Egal ob alte oder neue Stücke, die Stimmung großartig zu nennen, ist noch untertrieben. Dero ist der geborene Frontmann. Ständig in Bewegung, immer am Bühnenrand im Kontakt mit den Fans. Durchgehend animierte er die Leute zu singen und zu klatschen und alle stimmten widerstandslos ein. Die euphorische Stimmung übertrug sich sichtbar auf die Bühne. Die Musiker schienen an dem Abend viel Spaß zu haben. Man glaubt ihnen gerne, daß sie sich freuen, mit ihrer Musik Generationen zu verbinden.

Crap und Flux wechselten bei den älteren Stücken, die nicht  so gitarrenlastig sind, an zwei Keyboards. Die Ballade „Auf Kurs“ lieferte eine kleine Verschnaufpause und gab Dero die Möglichkeit, eine sanftere Singstimme zu demonstrieren. Die Lightshow sorgte den ganzen Abend dafür, die Band im richtigen Licht zu präsentierten. Was eindrucksvoll gelang und die Wirkung der starken Bandperformance unterstrich. War der Frontmann schon die ganze Zeit am Bühnenrand, kam er den Fans beim Stagediving noch näher. Beim Bad in der Menge wurde er auf Händen getragen. Habe mir sagen lassen, kein Oomph!-Konzert ohne Stagediving.

Der Nummer Eins-Hit „Augen auf“ beendete den regulären Teil. Natürlich gab es danach noch zwei Zugaben von einer glücklichen Band, aber jede Reise hat eine Ende. Als am Ende der musikalischen Reise durchs Oomph!-Universum das Licht im Saal wieder anging war klar, das Anfangsversprechen wurde eingehalten, alle wurden infiziert. Anders kann man die unglaubliche gute Stimmung, die den ganzen Abend über herrschte, nicht erklären. Band und Publikum haben gemeinsam einen beeindruckenden Abend in der Olper Stadthalle gefeiert. Wir sind mit keinen Erwartungen hin und kamen total begeistert zurück. Kurz zusammengefaßt: Oomph! ist ein Popstar und der Applaus war groß.

MPH! – KNZRT – FTS

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Sturm Lords

Lebende Kornkreise

Während sich Orkantief Sabine mit ordentlich Power auf ihrem Trip über Deutschland befand, waren fünf Amerikaner auf ihrem eigenen Powertrip. Monster Magnet machte am stürmischen Montag Station im Dortmunder FZW, um ihr 1998’er Album zu zelebrieren. Für mich ist „Powertrip“ eines der besten Rockalben aller Zeiten und daher konnte ich der Einladung der Band dieses Mal nicht widerstehen.

Viele weitere Rockfans ebenfalls nicht, auch wenn es anfangs in der Halle noch anders aussah. Genau wie die spärliche Bühne, in deren Hintergrund das Bandmaskotchen, der Bullgod, auf einem weißen Backdrop zu sehen war. Als das Instrumentalstück „Goliath and the Vampires“ aus den Boxen dröhnte, war das FZW sehr gut gefüllt. Das Backdrop entpuppte sich als Leinwand, auf der den ganzen Abend über verschiedene Schwarz-Weiß-Filme oder Comicbilder projeziert wurden. Merkwürdiges Konzept, das aber für dezente Bewegung sorgte und irgendwie zu der Band paßte.

Monster Magnet enterten die Bühne und begannen den Abend mit „Atomic Clock“. Jubelnd wurden die Musiker begrüßt und direkt von Beginn, an gab es einen Moshpit vor der Bühne. Dave Wyndorf und seine Mannen schienen gut drauf zu sein und spielten einen Song nach dem nächsten, ohne dazwischen viel Zeit mit Ansprachen zu verlieren. Wie auf dem Album, auf dem ein Song direkt auf den nächsten folgt. Trotzdem merkte man dem Bandkopf die Freude über den Zuspruch in Dortmund an. Mehrmals sah man ihn lachen. Er ging während des Konzerts über die Bühne, suchte den Blickkontakt und zeigte auf Menschen, die mehr auf ihr Handy als auf das Geschehen auf der Bühne achteten.

Zwischen den rockigen Stücken stach „Baby, Götterdämmerung“, mit seinem hypnotischen Sog heraus. Natürlich gehört es zum Album und machte live eine gute Figur zwischen den lauteren Tönen. Die ließen nicht auf sich warten. Nach der kurzen Verschnaufpause wurden die Gitarren wieder aufgedreht. „Bummer“ läutete den Endspurt an, gefolgt vom Titeltrack „Powertrip“. Damit blieb nur noch ein Lied übrig, wahrscheinlich der größte Hit der Band. Davor richtete Dave Wyndorf allerdings mehr Worte an die Fans in der Halle, als er den ganzen Abend gesprochen hatte. Er stimmte sie auf ihren Part beim kommenden „Space Lord“ ein. Die Band gab nochmal richtig Gas, Dave brüllte ins Mikro und das Publikum sang im Refrain lauthals  „Motherfucker“ mit. (Auf dem Album noch zu „Mother, Mother“ zensiert)Nach einer Stunde war damit der Powertrip rum, lediglich „19 Witches“ wurde ausgelassen. Wie erwartet ein kurzes, aber sehr energiegeladenes Konzert.

Monster Magnet ließen die Fans relativ lange nach einer Zugabe rufen, aber die Rufe sollten nicht auf taube Ohren stoßen. Die Band eröffnete mit dem spacigeren „Twin Earth“ den Zugabenblock. Gefolgt von der coolen Coverversion „The Right Stuff“. Ein Song, wie für Monster Magnet gemacht. Danach folgten zwei Stücke vom „Dopes to Infinity“-Album und nach 90 Minuten verließ Mr. Wyndorf die Bühne, während die anderen Musiker das Lied noch zuende spielten. Damit endete ein schnörkelloses Rockkonzert unter lautem Jubel. Wir waren froh, die Band endlich mal live erlebt zu haben. Nicht alleine um zu sehen, daß Dave Wyndorf auch lachen kann. Auf den Bandfotos wirkt er immer wie der Prototyp des coolen Rockstars schlechthin.

Sabine muß ein Herz für Rockmusik gehabt haben. Vielleicht stand sie auch in direktem Kontakt mit dem Bullgod, denn die Rückfahrt verlief windig, aber davon abgesehen, problemlos. Keine 24 Stunden später sah alles ganz anders aus, nämlich weiß. Um es mit Monster Magnet zu sagen: „The White Stuff, Baby, The White Stuff.“ ;-)
Schnee und Eis führten zu einer Sperrung „unserer“ Autobahn. Zum Glück blieb uns das Verkehrschaos erspart. Wir konnten, mit einem tollen Konzerterlebnis im Hinterkopf, in den verdienten Schlaf fallen.

Pics to Infinity

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Koreli Korela

Quality Time mit Johann König

Knapp anderthalb Jahre sind vergangen, seit Johann König sein Programm „Jubel, Trubel, Heiserkeit“ im Siegener LYZ vorgestellt hat. Seitdem hat er mit Yoga angefangen. Das war aber nicht das einzig Neue an dem Abend in Olpe, ein Großteil seines Programms war neu. Am Anfang erklärte der Wahlkölner das koreanische Sprichwort, Koreli, Korela. Es bedeutet, daß alles im Zusammenhang steht. An diesem Abend standen die gute Laune und die lauten Lacher in direktem Zusammenhang mit dem sympathischen Mann im grünen Hemd. Gute zwei Stunden lang lenkte Johann das Publikum von seinem Alltagsstress ab, indem er es an seinem Alltag teilnehmen ließ.

Er erzählte lustige Anekdoten aus seinem Leben und weihte die Zuschauer in seine Gedankengänge ein. Manchmal mit vollem Körpereinsatz. Gedichte aus seinem Poesiealbum waren kaum vertreten, dafür widmete er sich dem Mailverkehr mit osteuropäischen Algorithmen. Was nicht minder lustig war. Natürlich fanden Frau, Kinder und seine Katze den Weg ins Programm. Genau wie der neue Hund, der zuhause liebevoll aufgenommen wurde. In einer Familienaufstellung beschrieb er anschaulich die interne Hierachie am Königshof.
Auf seine unnachahmliche Art setzte er sich mit Klimaschutz, politisch korrekter Wortwahl, Vorurteilen und anderen Tücken im Leben auseinander. Manchmal albern, manchmal böse, manchmal skurril, aber immer aufgeweckt. Jede Geschichte trug zur Erheiterung der Anwesenden bei, die sich für seine Ausführungen lautstark bedankten.

Seine Gedanken zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz teilte er den Anwesenden im Plauderton mit. Johann selber trägt seinen Teil zum Umweltschutz bei, denn sein Humor ist nachhaltig. So werden noch einige Besucher in den kommenden Tagen über diesen unterhaltsamen Abend schmunzeln. Für die geschenkte gute Laune bedankte sich das Olper Publikum am Ende mit Standing Oventions bei dem Mann, der regionales Lachen möglich gemacht hat. Trotz der stürmischen Verabschiedung wollte kein Besucher in der Stadthalle nachsitzen. Verzeihung, verweilen. Sichtlich gut gelaunt sah man die Menschenmenge aus dem Gebäude schlurfen.

Fotos mit Grünstich

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Bekanntmachung

Liebe Freunde unseres kleinen Blogs,

Wir müssen uns entschuldigen, daß es in den letzten Monaten etwas ruhiger bei uns war. Irgendwie fehlten uns Zeit und Muse für neue Konzertberichte. Kulturelle Besuche blieben trotzdem nicht aus und die Galerien dazu haben wir weiterhin gepflegt. Aus diesem Grund möchten wir hier kurz auf die vielen wunderschönen Fotos hinweisen, die wir still und heimlich unserer Fotosammlung hinzugefügt haben.
Ihr seid herzlich eingeladen, darin herumzustöbern und Euch damit die Zeit bis zum nächsten Bericht zu verkürzen. Für 2020 geloben wir Besserung. 

Andreas Schleicher

Musikalische Kontakte in Wuppertal

Christian Steiffen

Hochkultur im Ruhrpott

Absolva

Metal im Siegerland

The Kelly Family

Over the Hump and far away…in Dortmund

Fortsetzung folgt im Februar. 
Bestimmt.

 

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KSB rides again

So wird’s gemacht

Die Kiefer Sutherland Band reitet durch die Welt und hat auch dieses Jahr wieder in Köln Station gemacht. So regelmäßig wie die Konzerte der Südstatten-Rocker sind, so wechselhaft sind die Veranstaltungsorte. Das dritte Konzert in drei Jahren in Köln und die dritte Halle. Dieses Jahr haben sie ihre Pferde vor dem Carlswerk Victoria angebunden. Eine Konzerthalle, die wir bis dato nicht kannten. Natürlich konnten wir den Fährten folgen und fanden uns pünktlich ein. Denn wie Kiefer so schön singt, man sollte machen, was man liebt und wir lieben gute Konzerte.

Musik mit Westerneinschlag scheint besonders bei weiblichen Zuhörern gut anzukommen, denn die Quote an Cowgirls ist bei Konzerten des amerikanischen Schauspielers besonders hoch. Vielleich liegt es einfach an dem Mann selber. Wir waren vor zwei Jahren auch nur wegen dem Schauspieler in Köln und unser drittes Konzert ist unser zweiter Besuch wegen dem Musiker. Zwar begeistert uns das zweite Album nicht so stark, wie das Debut, aber die Konzerte tun es nach wie vor. Deswegen konnten wir einfach nicht fern bleiben und sind zu ihm gerannt.
Das bisher noch nicht veröffentlichte „Rebel Wind“ legte den Grundstein für einen grandiosen Konzertabend. Die Band wurde begeistert empfangen und spielte sich souverän durch den Abend. Um den Bewegungsdrang des Bandleaders entgegen zukommen, war ein kleiner Laufsteg zwischen Schlagzeug und Orgel aufgebaut, auf dem er sich in Pose stellen und die Gitarre in die Höhe recken konnte. Generell stand der kleine Amerikaner nicht still und päsentierte seine Lieder energiegeladen und emotional.

Zwischen den Liedern erzählte Kiefer, die autobiographischen Geschichten, die den Texten zugrunde liegen. Wie die Geschichte zu „Saskatchewan“, in der es um seine Reise zu seiner Mutter geht, die im kritischen Zustand im Krankenhaus lag.  Nach zwei Alben hat Kiefer Sutherland noch kein großes Repertoire an Songs, aus denen er aussuchen kann. Dementsprechend unterschied sich die Songsauswahl nicht groß von der Setlist des Vorjahres. Die beiden Tom Petty-Nummern „Ways to be wicked“ und das rockigere „Honey Bee“ fanden ebenfalls wieder ihren Weg nach Köln. Tom Petty kann aus vielen Gründen, aber besonders aus einem, seine Lieder nicht mehr live präsentieren. Daher hoffe ich, daß sich Herr Sutherland für die kommende Tour andere Lieder aus Petty’s reichhaltigem Schaffen aufführt. Wenn man sich die aktuelle Live-CD anhört merkt man, daß neben den Liedern, die Ansagen ebenfalls einstudiert sind. Der Stimmung in der Halle tat das keinen Abbruch. Die Zuschauer(innen) sangen und wippten mit. Die Musiker freuten sich sehr über den Zuspruch. Der Bandboss bedankte sich mehrfach und prostete den anwesenden Fans zu.

Ich hatte den Eindruck, die Kiefer Sutherland Band hätte in der ersten Hälfte ihr Repertoire zahmer vorgetragen. Erst gegen Ende wurde es rockiger und die Musiker galoppierten durch die Stücke und traten eine Rock-Stampede los. Vor allem die Schlagzeugerin Jess Calcaterra orientierte sich an der polnischen Schlagzeugschule ; -) und schlug wild auf ihr Instrument ein.
Kiefer erzählte eine persönliche Geschichte zu „Knockin‘ on Heaven’s Door“. Er überlegte laut, den Song bei der kommenden Tour nicht mehr zu spielen, weil er ihn spielen würde, seit er zehn ist. Bei Dylan’s Evergreen bekamen nochmal alle Zuschauer die Möglichkeit die Band singend zu unterstützen. Mit der groovigen Eigenkomposition „Agave“ beendeten die vier Cowboys und das eine Cowgirl den Abend vor einem begeisterten Publikum. Die Kiefer Sutherland Band hatte wieder allen gezeigt, wie’s gemacht wird. Wir sind gespannt, vor welchem Saloon das Tourross im kommenden Jahr Halt macht. [Elspe würde den passenden Hintergrund bilden. :- ) ] Während sich eine Traube Autogrammjäger nach dem Konzert um den Bus versammelt hatten, sind wir zu unseren Pferden und, die Melodien des Abends summend, in den Sonnenuntergang geritten.
Zugegeben, der Sonnenuntergang war schon lange vorbei. Einigen wir uns auf einen Ritt auf die Morgendämmerung zu. :- )
Und wenn die KSB das nächste Mal zum musikalischen Rodeo Station in Köln macht, werden wir unsere Pferde wieder satteln. Yeehaw!

Honey Pics

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