Börsengang

Die Gravitation des Steiffen

Gravitation heißt Anziehungskraft, aber wie sollen wir Euch das erklären? Daß der Sänger, seit wir ihn zufällig bei einem Fernsehkritiker mit Mondgesicht entdeckten, aus unserer CD-Ecke nicht mehr wegzudenken ist? Vielleicht hilft dieser kleine Konzertbericht dabei, denn zum dritten Mal zog es uns zu Christian Steiffen. Nach der langen Kälteperiode zeigte sich an dem Samstag die Sonne von ihrer besten Seite, blieb neben der Lichtgestalt des deutschen Schlagers aber trotzdem ziemlich blaß.

An der Börse wird investiert und spekuliert. Die Zeit ist kostbar, trotzdem haben wir unsere für die Fahrt in Die Börse investiert. Spekulieren mußten wir nicht, wie schon erwähnt, hatten wir bereits das Vergnügen, die beiden Musiker live zu erleben. Wir wußten, das Leben ist schön. Besonders auf einem Konzert des Bernsteinzimmers der guten Musik.


Mehrere Gongs kündigten den bevorstehenden Konzertabend an. Das Warten hatte ein Ende, endlich war er da. Denn pünktlich erschienen the sexiest Schlagersänger alive und das komplette Haseland Orchester auf der Bühne. Gemeinsam legten sie das Logo mit dem Titel der aktuellen Tour frei. Das Publikum war so froh, daß er da war und begrüßte die zwei Männer mit lauten Zugaben-Rufen. Selbstverständlich ließen sie sich nicht lange bitten und spielten natürlich noch einen Song. Die Zuschauer, selbst die, die ihn nicht kannten, hatten ihn vermisst. Er stimmte das erste Lied an und seine Stimme drang in ihr Herz. Wie gut, daß er da war und wieder für uns sang.

Von der ersten bis zur letzten Minute stand Christian Steiffen nicht still. Er bewegte seinen, in ein Rüschenhemd gekleideten, Luxuskörper unentwegt über die Bühne. Lief, hüpfte, sang und ließ sich des Öfteren von Glücklichen in den ersten Reihen berühren.
Die Begeisterung des Publikums war kaum zu bremsen, doch einige Male mußte der sympathische Sänger sie zu etwas mehr Konzentration bitten, schließlich wollte er inhaltlich arbeiten. Der Inhalt bestand aus fast allen Liedern seiner beiden Alben. Dabei schienen die beiden Musiker die Setlist spontan zusammen zu stellen.
Nachdem die meisten Lieder autobiografische Werke mit Tiefgang sind, wurde es später mit „Ich weiß, was ich weiß“, etwas heiterer. Der Sänger wies extra auf den humoristischen Inhalt hin, um nicht mißverstanden zu werden.

Nach einem Stück stürmte Martin Haseland in erste Reihe, um ein paar Zuschauer, die sich daneben benahmen, zur Ordnung zu rufen. Er riet ihnen, erst einmal nach hinten zu gehen, er hätte sie im Auge. Nicht nur von den betroffenen Fans bekam er verdienten Beifall für die Aktion. Mit einem Steiffen-Pils wäre das nicht passiert.

Nur billiger Fusel führt zum Respektverlust gegenüber seinen Mitmenschen und der wird nicht geduldet. Aber nicht nur durch diese Aktion bekam das Haseland Orchester verdienten Beifall, auch seine musikalischen Einlagen wurden gebührend gefeiert. Wobei er Glück hat, so einen besorgten Freund an seiner Seite zu haben. Christian Steiffen ermahnte die Menschen zu Zurückhaltung, damit dem Keyboarder die Zuwendung nicht zu Kopfe stieg. Nicht jeder kann mit Anbetungen so gut umgehen, wie der Arbeiter der Liebe.

Für das Duett zum Lied „Du und ich“ suchte er sich eine freiwillige Dame aus dem Publikum für den weiblichen Teil. Eva, die das Glück hatte neben diesem Prachtkerl auf die Bühne zu dürfen, machte ihre Sache sehr gut. Lippensychron performte sie das Lied und suchte sich unter tosendem Beifall wieder ihren Platz in der Menge. Eva wird noch nächtelang von diesem Moment geträumt haben. Danach griff er das einzige Mal an dem Abend zur Gitarre um das Haseland Orchester musikalisch zu unterstützen. Hit folgte auf Hit und jeder wurde leidenschaftlich aufgenommen.

Egal, ob Christian Steiffen den Mond verschenkte, Haschisch probierte oder in Selbstmitleid versank. Er hat alles gegeben, war die ganze Zeit oben. Wir müssen ihn an dieser Stelle einmal besonders loben. Denn dabei animierte er unentwegt die Zuschauer, die ihm an diesem Abend noch einen neuen Tanzmove mit den Armen zeigten. Kein Wunder also, daß die euphorische Stimmung an keinem Moment abnahm. Auch kein Wunder, wie verschwitzt er nach den zwei Stunden war. Erst sehr spät zog er sein Jacket, mit dem Schmetterling aus Schweiß auf dem Rücken, aus. Wobei, es könnte auch einfach nur an ihm selber liegen, schließlich ist er viel zu heiß. Er ist einfach ein heißer Typ.

   Weil es der erste Auftritt in der Wuppertaler Börse war, ließ es sich Christian Steiffen nicht nehmen, eine alte Tradition wieder aufleben zu lassen. So führte er zum „Flasche Bier-Marsch“ eine Polonaise durch die Börse an. Die Zuschauer schlossen sich lachend und singend der menschlichen Schlange an.
Im Anschluß wurden endlich die lange eingeforderten Zugaben gespielt, bevor die beiden Künstler die Bühne verließen. Die Zugaben-Rufe erschallten noch minutenlang durch den Saal, bis das Licht anging und verkündete: The Steiffen has left the Building.
Aber nach zwei Stunden musikalischer Extase hatte niemand einen Grund sich zu beklagen, er war wunderbar. Der Abend und vor allem der Interpret.

Noch eine handvoll Konzerte und die Tour ist beendet. Die beiden Musiker können sich die verdienten Ferien vom Rock ’n Roll gönnen. Sie haben angekündigt, nächstes Jahr mit einem neuen Album im Gepäck, wieder deutsche Bühne unsicher. Und wir wieder dabei, denn die Gravitation hat nach diesem Auftritt stark zugelegt.

Ich knips was ich knips

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Pyjama Party in Oberhausen

Mondscheinsonaten

Der April ist gekommen und mit ihm eine ganze Menge kultureller Termine. Daher ist es Zeit, noch einen Bericht vom Februar nachzureichen.

Lauschten wir am Vorabend noch englischer Elektro-Popmusik, so stand an diesem Abend die populäre Musik der 30er/40er Jahre auf dem Programm. Ulrich Tukur tourt mit seinen Rhythmus Boys momentan mit seinem neuen Programm durch die Hallen der Republik. In diesem führt er den Zuhörer „durch die Nacht“ – ein Konzept, welches vielfältige Musikstücke stimmig vereinen kann und auch Bekanntes aus älteren Programmen zu Gehör bringt.

Passend zum Thema startete der Abend in Dunkelheit auf der Bühne. Erst als die Protagonisten mit Laternen kamen, ihre Plätze suchten und einnahmen, kam buchstäblich etwas Licht ins Dunkel. Eine gute Einleitung für das erste Stück des Abends: „Wenn ich tot bin, möchte ich immerhin so eine Laterne sein“.
Wie gewohnt sympathisch und seriös übernahm Ulrich Tukur die Mederation des Abends und suchte des öfteren die Interaktion mit seinen Mitmusikern Günter Märtens (Kontrabass), Kalle Mews (Schlagzeug) und Ulrich Mayer (Gitarre), die sich zur Vorstellung wie gehabt der Größe nach ordneten. Ein Lacher ist damit garantiert, denn auch wenn man dieses Bild schon oft gesehen hat, ist es immer wieder köstlich.

Die Nacht und der Mond spielten an diesem Abend die Hauptrolle, nicht nur musikalisch, auch in den Requisiten fand er sich wieder, z.B. in Form einer Laterne, die über dem Piano schwebte. Wie bereits erwähnt, gab es bekannte Lieder aus vorigen Programmen zu Gehör, wie z.B. „In the mood“ von Glen Miller, Cole Porters „Night and Day“ oder das muntere „Nachtgespenst“.
Selbstredend bekamen die Rhythmus Boys ihre Momente im Rampenlicht, z.B. bei einem gefühlvollen Tanz zwischen Herrn Märtens und Herrn Mewes und Herr Mayer bei einem wissenschaftlichen Vortrag über die Geschlechtlichkeit des Mondes (die Engländer haben es sich mit „THE“ Moon ja ziemlich einfach gemacht).

Nach der Pause tauschten die Musiker ihre Anzüge gegen gemütliche Pyjamas mit passenden Schlafmützen, schließlich war es ja schon zu vorgerückter Stunde. „Gemütlich“ wäre allerdings das falsche Adjektiv für den ersten Song nach der Pause: In bester Mick Jagger-Manier peste Herr Märtens zu „Let’s spend the night together“ über die Bühne und zeigte ganzen Körpereinsatz, sowie Haut. Mit „Dream a little dream of me“ fand später ein weiteres englischsprachiges Lied den Weg ins Programm. Doch auch italienische Stücke gibt Wahl-Italiener Ulrich Tukur gerne zum Besten, wie z.B. „Guarda che luna“.

Auch wenn ich mir nicht unbedingt diese Art von Musik auf CD anhöre, muss ich immer wieder sagen, dass ein Konzert von Ulrich Tukur immer Spaß macht, da die Lieder nicht einfach nur hintereinander weg gespielt werden. Die Einlagen der Rhythmus Boys, teilweise mit Verkleidungen, lockern das Ganze angenehm auf und strapaziert die Lachmuskeln.
Höhepunkt im zweiten Teil der orientalische Part, bei dem Herr Mews in seiner schwarzen Burka nur noch zu erahnen ist, Herr Märtens im weißen Scheichgewand einen Bauchtanz hinlegt und Herr Mayer und Herr Tukur auf einem umgeschnallten Kamel reitend die Bühne betreten. Man muss es einmal gesehen haben.
Oder vielleicht auch zwei-dreimal…

Kamele im Schwimmbad

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Bibbernde Beats und fröstelnde Melodien

MAN SPRICHT DEUTSCH

Was machen die meisten Menschen wenn das Thermometer Minustemperaturen anzeigt? Sie suchen sich ein warmes Plätzchen und machen es sich gemütlich. Was machen zwei Plueschblogger, wenn die Gradzahl unter Null fällt? Sie stellen sich zwei Stunden vor Einlass vor die Toren einer bundesdeutschen Spielstätte. Ausgerüstet mit Decken und heißen Getränke warteten aber bereits andere Fans, teils seit Stunden, auf dem Vorplatz. Passend dazu wurde zu späterer Stunde „Mad as we are“ gespielt. :- )

Die Security hatte ein Einsehen und öffnete pünktlich um 19.00 Uhr die Pforten. Drinnen herrschten angenehme Temperaturen. Bei der Vorband Bright Light Bright Light konnten sich die Zuschauer den Frost aus den Gliedern schütteln. Die modernen Popsongs wurden sehr wohlwollend aufgenommen. Was bestimmt auch am sympathischen Frontmann im Regenbogen-Anzug lag, der seinen kompletten deutschen Wortschatz verwendete, bevor er wieder auf seine Muttersprache zurückgriff. (Immer wieder erstaunlich, wieviele Engländer der deutschen Sprache mächtig sind.) Die Lieder erinnerten mich an Popsongs aus den Achtzigern mit mehr Bass und passten hervorragend zum Hauptact. Ein gelungener Einstieg in den Konzertabend.

Nach dem Gastspiel der letzten Tour im benachbarten Palladium, waren Erasure mit der aktuellen Konzertreise zurück im E-Werk. Mit Sicherheit hätten sie ebenso problemlos den größeren Veranstaltungsort ausverkauft. Die Beliebtheit der beiden Briten ist nach wie vor groß und vielleicht konnten sie auf der letztjährigen Tour mit Robbie Williams alte Erinnerungen wecken und neue Fans gewinnen. Auf jeden Fall waren die Deutschlandkonzerte fast alle ausverkauft.

Beim Auftritt der Vorband konnte man schon einen Blick auf die Bühne werfen. Dieses Mal bestand sie aus zwei, von Leuchtröhren umrandeten, „Rahmen“ an den Seiten und einer Plattform in der Bühnenmitte. Hierauf hatte sich Vince Clarke seinen Arbeitsplaz eingerichtet. Die Pfeiler der Plattform und die Plattform selber waren ebenfalls mit Leuchtröhren ausgestattet. Natürlich wurden die Lichter erst zum Leben erweckt, als Andy auf einem Stuhl in der Mitte Platz nahm und den Tanzreigen mit „Oh, L’Amour“ startete. Die ausverkaufte Halle sang sofort mit und feierte den Hit vom ersten Album ab. Das zeigte, daß es eine gute Entscheidung war, mit diesem Song zu beginnen. Die ersten Konzerte starteten sie noch mit dem ruhigen „Mad as we are“, das erst an vierter Stelle gespielt wurde. Wie schon auf der letzten Tour, wurde die Setlist für die Deutschlandkonzerte etwas verändert, denn auch die erste Single des neuen Albums wurde im Laufe des Konzertes vorgetragen. Aber ich greife vor.

Wie üblich, hielt sich Vince im Hintergrund, bzw. in diesem Fall beobachtete er das Geschehen von oben, wo er schaltete und waltete. Andy schaute vor jedem Lied nach oben und gab seinem Bandkollegen das Startzeichen. Einmal war er so in das Intro vertieft, daß er seinen Einsatz verpaßte. Was, wie mir später berichtet wurde, ein Lachen auf das sonst ausdruckslose Gesicht von Vince Clarke zauberte. Ihn sah man aus den ersten Reihen kaum. Erst bei den Zugaben kam er herunter auf die Bühne. Bei Erasure steht ganz klar Andy Bell im Mittelpunkt, in seinen schrillen bis mutigen Outfits, seiner tollen Stimme und seinem individuellen Tanzstil während der Insturmentalteile. ;- ) Zwischen den Liedern nutzte der sympathische Sänger seine Deutschkenntnisse, um dem Publikum lustige Geschichten zu erzählen.

Zur Erasure Live-Familie gehören fast seit Bandgründung, die beiden Sängerinnen Valerie und Emma. Sie veredeln die Stücke mit ihren Stimmen und unterstützen Andy. Dabei strahlen alle aus, wie viel Spaß ihnen die Arbeit macht. Dieser positive Vibe überträgt sich auf die Zuschauer. Eingerahmt wurden die Drei dabei von den Lichtröhren, die der Bühne eine wechselnde Atmosphäre verliehen. Nicht fehlen durften dabei selbstverständlich die Kostüme des Sängers. Erasure haben ihre Shows schon immer durch optische Komponenten ergänzt. Nachdem die letzte Tour etwas schlichter ausgefallen war, hat mir dieses ungewöhnliche Bühnenbild, das die einzelnen Lieder farblich untermalt hat, gut gefallen. Das hautfarbene Ganzkörperkostüm mit den aufgemalten Tattoos, war natürlich…
Wie man in Polen sagt: „Wer der tragen kann, kann der tragen.“ :- )

Die Stimmung im ausverkauften E-Werk war bei den großen Hits, wie „Always“, „Sometimes“ und natürlich der Zugabe „A little Respect“ großartig. Die Lieder wurden verdient abgefeiert. Mit „Just a little Love“ und der ersten Single „Love you to the Sky“ haben sie die zwei heitersten Stücke des neuen Albums ausgesucht. Allerdings ist „World be gone“ kein Dance-Album, es enthält viele ruhige Lieder. Auch in der Setlist fanden sich weniger tanzbare und seltener gespielte Songs wieder. Die Die-Hard-Fans freuten sich über das ungewöhnliche Musikfutter, der Otto-Normal-Konzertbesucher vermisste den einen oder anderen Hit der Engländer. Trotzdem ist der Band eine gute Mischung aus ihrer umfangreichen Discographie gelungen. Beim letzten Lied leistete Vince Clarke seinem langjährigen Bandkollegen auf der Bühne Gesellschaft und spielte Gitarre. Zusammen verabschiedeten sich die vier Musiker vom jubelnden Publikum und beendeten ein weiteres gelunges Konzert.

Am Ende sind alle Zuschauer aufgewärmt und vor allem glücklich zurück in die kalte Nacht entschwunden. Es war eine bittere Trennung, aber nur Miesepeter haben nach einem Auftritt von Erasure keine gute Laune. Sie verbreiten einfach Spaß und eine positive Atmosphäre, die einen mit Leichtigkeit den Alltag für zwei Stunden vergessen läßt. Und das machen sie bereits seit mehr als dreißig Jahren immer wieder aufs Neue. Dafür liebe ich sie so, auch wenn sie vielleicht etwas aus dem üblichen Plüschrahmen rausfallen (falls es den gibt). Wem die Bilder hier zu bunt waren kann ich versprechen, der nächste Konzertbericht wird wieder seriöser. :- )

I knips, I knips, I knips

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Erlebniswelt

Bei den momentanen Temperaturen mag man es kaum glauben, aber der Frühling nähert sich langsam aber sicher.
Um die Wartezeit zu verkürzen, möchten wir noch eine kleine Galerie vom letzten Jahr nachreichen. Im März 2017 besuchte ich mit meiner Freundin seit langem noch einmal einen der größten Zoos NRWs/Deutschlands: Die ZOOM Erlebniswelt.
Hoffentlich gefallen Euch die Portraits dieser faszinierenden Tiere, die sich allesamt sehr wohl zu fühlen schienen:

Zoom (1)

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Nachmittagskonzert

Five ‚o Clock somewhere

Nach einer Woche mit sämtlichen Wetterphänomenen, inklusive Schnee und Sturm, hatte sich Andreas Schleicher ein gutes Wochenende ausgesucht, um nach Wuppertal zu reisen und das im Dezember (auch wegen Wetter) ausgefallene Konzert nachzuholen.

Das letzte Mal waren wir vor 1 1/2 Jahren im „Kontor“ gewesen und die Location scheint eine sehr günstige zu sein, denn es war an diesem Sonntag Nachmittag noch voller als im September 2016. Sämtliches Sitzmobiliar wurde herangekarrt und dazugestellt, denn viele Menschen wollten Andreas Schleicher, der heute Markus Bender, Andre Tolba und Stephan Maria Sagurna als Unterstützung mit dabei hatte, live erleben.
Treue Blogleser wissen, dass wir schon auf dem einen oder anderen Konzert von Andreas waren; diese Besetzung hatten wir allerdings bisher noch nicht gesehen und waren gespannt, wie die Songs klingen würden.
Die Antwort lautet: Rockig! In der Kombination aus E-Gitarre, Bass und Schlagzeug allerdings auch nicht sehr verwunderlich.

Ganz besonders fiel mir dies im ersten Teil des Programms bei „Bis hier“ auf, welches durch die Riffs und ein geniales Gitarrensolo im Mittelteil von Andre Tolba ein ganz anderes Gewand bekam. Kann aber eigentlich nur für die Songs sprechen, dass sie in jedem Arrangement gut klingen. Ebenso „Flaschengeist“, mit der Peter Kraus Gitarre, klang härter wie sonst, weniger orientalisch und brachte Andreas selber am Ende zum Headbangen. Müßte ich mich entscheiden, welche Version besser klingt (Rock oder mit Streichern), könnte ich das nicht eindeutig beantworten.

Schlagzeuger scheinen sehr humorige Menschen zu sein. Ist es ansonsten Heiko Braun, der aus dem Hintergrund trockene Kommentare einfließen läßt, übernahm diesen Part Stephan Maria Sagurna, mit der Betonung auf MARIA und lieferte sich mit dem Bandchef witzige Wortgefechte. „Heute zum LETZTEN Mal am Schlagzeug dabei…“
Generell war die Stimmung auf der Bühne hervorragend. Man merkte allen Beteiligten die gute Beziehung untereinander an. Das Publikum nahm diese Energie dankbar auf und gab sie in Form von Mitsingen, Mitklatschen und aktivem Sitzwippen zurück. :)

Nach der Pause gab es für uns dann etwas Brandneues: Der Song „Tanz es weg“, der davon handelt, etwas, das man gar nicht kann, erst recht zu tun. Vielleicht sollte ich dann doch mal anfangen, ein Musikinstrument zu lernen? ;-)
Im ruhigen Block mit „Verkriechen“ und „Anderer Stern“ hätte man eine Stecknadel fallen hören können, so gefangen war das Publikum in der Darbietung. Da Weinen und Lachen aber immer aufeinander folgen, stieg mit „Hunger nach Fisch“ und „Metro“ das Stimmungsbarometer deutlich an.
Wie 2016, wurde im Kontor der beste Reim auf „operieren“ prämiert: Ein seltsames Glubschi namens „Horst“ und ein Äffchen galt es zu gewinnen. Ich freue mich sehr, dass wir „Horst“ in der Plüschtierhöhle begrüßen können und dass das Äffchen, getauft auf Stephan Maria, aufgrund des Fachbegriffs „rhodinieren“ nun in Sonsbeck ein gutes Zuhause findet. Danke dem jungen, blonden Sponsor! ;-)

In den Zugaben fand sich ein weiteres neues Stück namens „Angekommen“. Damit es bei uns im Ohr ankommt, braucht es noch ein paar Durchläufe bei weiteren Konzerten, die in diesem Jahr hoffentlich noch folgen. Wenn Andreas nicht zu beschäftigt ist mit der Produktion des neuen Albums.

Das erste Schleicher-Konzert in 2018 kann insgesamt nur als voller Erfolg verbucht werden. Energiegeladen auf und vor der Bühne, mit viel Humor und viel Gefühl. Besser kann es eigentlich nicht sein. Wir wünschen Andreas noch viele weitere solcher Abende und vielleicht ist das Konzept mit dem Beginn um 17 Uhr kein schlechtes.
Abgesehen davon fahren wir aber auch um 20 Uhr nach Wuppertal. :)

Fotos im Kontor

 

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https://www.youtube.com/watch?v=LoJBnXALBvg&t=77s
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