Perlen aus der Jukebox

Stiltskin – The Mind’s Eye

Mir ist gestern eine CD in die Hände gefallen, die einen besonderen Stellenwert in unserer Sammlung hat. Wahrscheinlich ist es normal, daß in jeder Sammlung bestimmte Dinge hervorstechen, denn nicht alles besteht den Test der Zeit gleichermaßen unbeschadet. Mit voranschreitenden Jahren verschwindet viel in der Masse, anderes hingegen wird zu einem zeitlosen Klassiker. Jeder Klassiker kann eine andere Geschichte erzählen, bzw. ich zu ihm. Und ich dachte mir, ich öffne mal unsere Jukebox und lege euch ein paar unserer Alben ans Herz, die wir immer wieder hören können, weil sie nichts von ihrem Charme eingebüßt haben. Den Anfang machen heute die britischen Rumpelstilzchen. Für die Leute, denen der Namen Stiltskin nur eine runzelige Stirn verschafft, eine kleine Gedächtnisstütze. (Wurde entfernt, sucht einfach auf Youtube nach „Stiltskin Inside“ und die Erinnerungen kommen zurück.)

Die Band
Ray Wilson Gesang
Peter Lawlor Gitarren, Mandoline
James Finnigan Bass, Hammond Orgel, Wurlitzer Piano
Ross McFarlane Schlagzeug

Durch den Einsatz in der Levis Werbung seinerzeit, war „Inside“ einer DER Hits von 1994. Genaugenommen einer der größten Hits der Neunziger, möchte ich fast sagen. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich zwei Freunde gefahren habe und wir zu dem Lied die Szene aus „Wayne’s World“ imitiert und heftig während der Fahrt gebangt haben. :-)
Das Album habe ich mir erst ein paar Jahre später gekauft, aber in jedem Musikladen schaute mich das Auge an und wußte, irgendwann würde ich schwach.

Das „Intro“ zieht den Zuhörer in die Platte rein und die Gitarren auf „Scared of Ghosts“ machen keineswegs Angst, sondern geben die Marschrichtung vor . Hier wird gerockt. Dabei kommen die Melodien allerdings nie zu kurz. „The Mind’s Eye“ ist melancholischen Rock, zu der Rays Stimme perfekt paßt. Damals habe ich mich in seine Stimme verliebt und kann bis heute nicht genug davon bekommen. Ray gehört zu den meistgespielten Künstlern in unserer Sammlung, auch wenn er manchmal zuviel Genesis-Songs spielt. Aber zurück ins Jahr 1994.

In „Horse“ wird den Gitarren wieder viel Platz eingeräumt, bevor es mit der dritten Single „Rest in Peace“ ruhiger wird. Den mittleren Block des Albums, „Rest in Peace“, „Footsteps, „Inside“ und „Sunshine and Butterflies“, spielt Ray bis heute immer noch live, was ein Beweis für die zeitlose Qualität dieser Stücke ist. Mit der zweiten Auskopplung „Footsteps“ kommt das Tempo und die härtere Gangart zurück. „Sunshine and Butterflies“ ist ein langsameres, atmosphärischeres Stück, bei dem aber die Gitarren nicht zu kurz kommen. Und dann „Inside“. Dazu muß man nicht viel sagen, einfach oben auf „noch mal abspielen“ klicken.
Mit „An Illusion“ kommt wieder etwas Ruhe in die Scheibe, bevor das hart rockende „America“ und das etwas weniger rockende „When my ship comes in“ das Ende der Scheibe einläuten. „Prayer before birth“, ein sehr atmosphärisches Instrumentalstück, geleitet dann den Zuhörer aus dem Album.
Wenn es beim ersten Durchlaufen nicht gezündet hat, einfach „Repeat“ drücken.

Auf der amerikanische Veröffentlichung wurde das Intro durch das Lied „Shouting in my Sleep“ ersetzt. Ein rockiges Lied, das sich perfekt in die Homogenität des Albums einfügt. Man merkt, daß es in den gleichen Sessions entstanden ist.

Die Lieder
Intro
Scared of Ghosts
Horse
Rest in Peace
Footsteps
Sunshine and Butterflies
Inside
An Illusion
America
When my Ship comes in
Prayer before birth
Shouting in my Sleep

Auf dem ganzen Album buhlen die Gitarren und Rays Stimme um die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Diese Mischung macht die Platte bis heute frisch und unerreicht. „The Mind’s Eye“ scheint nicht gealtert zu sein. Leider zerbrach die Band an dem großen Erfolg und es blieb bei einem Album. Ray wurde vom Fleck weg für ein Genesis-Album verpflichtet, um Jahre später den Namen Stiltskin wieder zu reaktivieren und einen zweiten, zeitlosen Klassiker zu veröffentlichen. Aber das ist eine andere Geschichte.

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