Perlen aus der Jukebox 2

Body Count – Cop Killer

Momentan ist es etwas ruhiger im Blog, da wir zur Zeit in einer Art Konzertwinterpause sind, die noch bis Ende des Monats andauert. Damit sich hier was tut,  habe ich in den PlueschArchiven gekramt und eine weitere Perle daraus zum Vorschein gebracht. Wobei es hier zwei verschiedene Meinungen gibt, ob es eine Perle ist. ;-)

Bevor Ice-T ein bekannter und erfolgreicher Schauspieler wurde, war er Ende der Achtziger bereits ein erfolgreicher Musiker. Und wie der Name nahelegt, ein Rapper. Irgendwann versammelte er ein paar Freunde und gründete die Band Body Count. Body Count vereinigten die Rap-Texte von Ice-T mit Thrash Metal Elementen und gehören dadurch zu den Pionieren des Crossover. Ich kann mich noch daran, als das Album 1992 die Runde machte und im Freundeskreis für Aufsehen sorgte.
Für Aufsehen sorgte das Album vorallem in Amerika, wo es aufgrund des Titeltracks sogar verboten wurde. Das Album wurde zurückgezogen, in „Body Count“ umbenannt und die letzten beiden Stücke durch einen Ice-T HipHop-Song ersetzt.

Die Band
Ice-T Vocals
Ernie C Gitarre
D-Roc Gitarre
Mooseman Bass
Beatmaster V Schlagzeug

Das Album geht mit einem kleinen „Hörspiel“ los, dessen Ende ein Polizist nicht erlebt. Damit ist die Marschrichtung direkt nach 47 Sekunden klar. Aber höflich, wie Leute aus South Central LA sind, stellen sie sich im ersten Lied höflich den Hörern vor, damit sie wissen, mit wem sie es zu tun haben.
 „…on my Guitar I got my Nigger Ernie C and I’m Ice motherfuckin T, bitch…“ 

Das zweite Lied fängt ruhig an, was nicht lange anhält, denn es zeigt die Unterschiede zwischen harmonischen und friedlichen Serien wie u.a.“Bill Cosby Show“ und der harten Wirklichkeit in LA auf. Generell sind Musik und Texte relativ aggressiv und politisch. Was für Hiphop nicht ungewöhnlich ist, aber durch ein treibendes Schlagzeug und schneidende Gitarren vielleicht heftiger wirkt. Eine kleine Verschnaufpause bringen lediglich das instrumentale „C Note“ und „The Winner loses“.

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Die Lieder
Smoked Pork
Body Count’s in the House
Now Sports
Body Count
A Statistic
Bowels of the Devil
The real Problem
KKK Bitch
C Note
The Winner loses
There goes the Neighborhood
Oprah
Evil Dick
Body Count Anthem
Momma’s gotta die tonight
Out in the Parking Lot*
Copkiller*
*in der zensierten Version ersetzt durch
„Freedom of Speech“

Ice-T vermischt in seinen Texten reale und fiktive Erlebnissen zu einem genauso unterhaltsamen wie kritischen Mix.  Die meisten Lieder drehen sich um Rassismus und Ungerechtigkeiten. Die natürlich mit klaren Worten und harten Ausdrücken geschrieben sind und dem Hörer mit der entsprechenden Intensität entgegengebrüllt werden. Die in den Texten gewählten Lösungsmethoden sind gewaltätig und brutal. Dabei sind sie so überspitzt, daß die Gewalt eher comichaft wirkt, ohne den ernsten Sinn ins Lächerliche zu ziehen. Zugeben, man muß den schwarzen Sinn für Humor und damit meine ich nicht die Hautfarbe der Musiker ;-), schon mögen, wenn er erzählt, wie er seine Mutter zerstückelt und im ganzen Land verteilt hat. Was versucht die ihm aber auch, so schlechte Gedanken zu vermitteln. Selbst Schuld. :-)
Spätestens bei „Evil Dick“, ein Lied über das vorurteilsfreie und tolerante Geschlechtsteil des Frontmanns, zeigt sich der Witz und verdeutlicht, daß man die Texte nicht wörtlich nehmen sollte. Sie sind kein Aufruf zur Gewalt oder Selbstjustiz, eher dazu, Meinungen und Vorurteile zu hinterfragen und sich gegen Ungerechtigkeit und Diskriminierungen in der Gesellschaft stark zu machen.

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Für mich ist „Cop Killer“ ein zeitloser Klassiker. Mich begeleitet das Album seit fast 22 Jahren und ich kann es immer wieder hören. Es wirkt nach wie vor frisch und energiegeladen. „Cop Killer“ macht immer wieder Spaß, wenn man sich drauf einläßt. Auch gut als Anti-Aggressionsmittel zum Abreagieren zu gebrauchen. ;-)

Obwohl von der Urbesetzung nur noch Ernie C und Ice-T am Leben sind, haben sie sich frisches Blut in die Band geholt und für dieses Jahr ihr fünftes Album „Manslaughter“ angekündigt. Ich bin gespannt und hoffe auf eine Tour in unserem Land, denn das einzige Konzert der Band, das ich 2006 gesehen habe, war genauso cool wie Ice- T selber. Aber man muß Body M/F Count schon mögen. :-)

 

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