Singendes Nadelholzgewächs

CTU – Country Tunes United

Am vergangenen Montag spielte Phil Collins eines von fünf Konzerten in Köln. Wir machten uns also auf den Weg in die Rhein-Metropole. Wer kennt Hits wie „Against all Odds“ oder „In the Air tonight“ nicht. Allerdings lockte uns nicht der kleine Brite in die große Arena, sondern ein kleiner Amerikaner ins gemütliche Gloria.
Kiefer Sutherland hatte geladen, um sich darüber zu beschweren, daß es in Europa nicht genug Whiskey gibt und nebenbei sein erstes Album „Down in a Hole“ vorzustellen.

Nach den Kids of Adelaide, zwei sympathischen Stuttgartern, die dem Publikum mit ihren Liedern eingeheizt hatten, betrat die Kiefer Sutherland Band die Bühne. Der Gitarrist passend mit einem Stetson und der Bandleader entledigte sich nach den ersten Liedern seines Kopfschmuckes. Von Anfang hießen die anwesenden Zuschauer die fünf Amerikaner herzlich willkommen. Natürlich spielten sie in erster Linie Lieder des Albums und dabei wurde deutlich, daß Kiefer Sutherland nicht nur ein guter Schauspieler ist. Er hat eine sehr angenehme Stimme, die sowohl bei den ruhigen wie auch den rockigeren Stücken paßte. Dazu lief er ständig über die Bühne und reckte seine Gitarre in die Höhe.

Die elf Lieder seines Album reichen nicht, um ein ganzes Konzert zu bestreiten, daher bediente sich Kiefer nicht nur an bislang unveröffentlichen Stücken, sondern präsentierte ebenfalls Lieder von Künstlern, die ihn begleitet und beeinflußt haben. Unter anderem die amerikanische Ikone Tom Petty, der nicht einen schlechten Song geschrieben hat, weil er ein badass Songwriter ist (Zitat: K. Sutherland). Als erstes spielte die Band „Ways to be wicked“, eine B-Seite der Heartbreakers und später „Honey Bee“ von Tom Petty’s Soloalbum. Dabei zeigten die Musiker, wofür das Rock in Country-Rock steht. Bei dem Stück gaben sie richtig Gas. Wie auch bei „Down in a Hole“, dem Titeltrack und letztem Lied vor den Zugaben. Da durfte die Schlagzeugerin richtig in die Felle hauen. Ein bekannter polnische Schlagzeuger nennt das Restkondition. ;- )

Die erwähnten Zugaben ließen nicht lange auf sich warten, zu laut und beständig forderte das Publikum diese ein. Kiefer und seine Mitstreiter waren sichtlich gerührt von der nicht abebbenden Begeisterung des Publikums und er versprach, daß dieser Abend etwas Besonderes für die Band wäre. Seine Mitstreiter wurden nicht vorgestellt und blieben ziemlich im Hintergrund. Zum Dank spielten die Fünf trotzdem noch vier Lieder, u.a. „Knockin‘ on Heaven’s Door“ und beendeten das Konzert mit dem rockigen, bisher „Rebel Wind“ betitelten Stücks.

Entgegen Phil Collins, der scheinbar sehr unbeweglich agierte, war Kiefer Sutherland das genaue Gegenteil. Er stand kaum still, bewegte sich unentwegt mit seiner Gitarre über die Bühne, wie ein kleiner Wirbelwind. Die zum Teil unscharfen Fotos liegen also nicht am Unvermögen der Kamerabeauftragten, sondern am Bewegungsdrang des Künstlers. :- )

Uns hat das Album schon besser gefallen, als erwartet, weil Country nicht ganz unsere Richtung ist. (Badass Songwriter mal ausgenommen. ;- ) ) Das Konzert aber war spitze und hat uns genauso, wie die vielen Zuschauer im Gloria, restlos begeistert. Was sich an der durchgehend phänomenalen Stimmung widergespiegelt hat. Dieses Mal hat uns eher der Schauspieler Kiefer Sutherland nach Köln gelockt, beim nächsten Mal ist es definitv der Musiker. Der arbeitet an seinem zweiten Album und präsentiert das hoffentlich wieder auf einer Tour, denn wir haben bestimmt immer noch nicht genug Whiskey in Europa.

How to recognise a special type of tree from quite a long way away

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