De Henni kimmt

Jazz in der Scheune

Am Abend, bevor wir uns Sabaton angeschlossen haben, um die musikalische Schlacht in Kölle auszufechten, haben wir uns über die Grenze ins hessische Herborn begeben. Obwohl es nicht so weit von uns weg ist, war es unser erster Besuch in der dortigen Kulturscheune. Ein sehr schönes, gemütliches Theater, geführt von freundlichen und sehr netten Leuten. Hier kann man nur einen tollen Abend verbringen, dachten wir uns direkt, als wir ankamen und in einem gemütlichen Sessel auf den Einlass warteten.

An diesem Abend stand “De Peter kimmt” auf dem Spielplan der Kulturscheune. Es ist das Programm von Henni Nachtsheim, bei dem er vom Jazz-Ensemble der Deutschen Oper Berlin unterstützt wird. Zuerst betrat Henni die Bühne, begrüßte das Publikum und erzählte kurz, wie das Programm entstanden ist. Dann bat er die fünf Musiker zu sich und begann, seine Geschichte vorzulesen.

Es geht darin um seinen Besuch in einem Waschsalon, bei dem er eine ältere Dame trifft. Sie hat an dem Tag Geburtstag und erwartet einen alten Freund. Bis de Peter kimmt, entwickelt sich ein Gespräch zwischen den beiden. Es ist eine liebenswerte, amüsante Geschichte, die sich genauso abspielen könnte und genau dadurch einen entspannten Reiz entfacht.

Einige fragen sich bestimmt, was das Jazz-Ensemble dabei zu suchen hat. Sie haben nach jedem Kapitel ein Stück zum Besten gegeben. Entspannte Musikeinlagen, die zum Teil Bezug auf die Geschichte nahmen. Als Solveig und Henni an vergangene Zeiten erinnerten, in denen die Eisfrau im Kino zu “Spanish Flea” ihre Ware an die Kunden brachten, erklang in der Scheune das Lied von Herb Alpert. Nach der Erwähnung von James Bond wurde, sehr zu meiner Überraschung und Freude, das großartige Titellied von “Leben und sterben lassen” angestimmt. Musik und Lesung wechselten sich ständig ab. Das Publikum war begeistert von der Mischung, die so taktvoll dargeboten wurde und ließ die sechs Künstler nicht ohne eine Zugabe von der Bühne. Der hauptberufliche Komiker und Hobbymusiker (Oder ist es anders herum?) Henni Nachtsheim schnallte sich dafür sein Saxophon um und zeigte sein Können am Holzblasinstrument. 

Nach der musikalischen Zugabe verbeugten sich alle artig und verabschiedeten sich glücklich von der Bühne. Die Zuschauer waren nicht minder glücklich, denn es war ein wahrlich unterhaltsamer Abend in dem kleinen, gemütlichen Theater. Wir werden der Kulturscheune nicht nur im kommenden Jahr wieder einen Besuch abstatten, sondern ab jetzt den Spielplan näher im Auge behalten. 

Ob der Peter zu Solveigs Geburtstag gekommen ist, sei an dieser Stelle nicht verraten. Geht einfach mal hin, wenn Ihr die Möglichkeit habt und Euch unaufgeregt und charmant unterhalten lassen wollt. Es lohnt sich. 

De Karinsche knippst

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