Streicher-Spezi

Schwelm’s Klamm…

wäre ein großartiger Titel für einen Konzertsaal in Schwelm. An diesem Freitagabend rief allerdings die Kulturfabrik Ibach-Haus, denn Andreas Schleicher und sein Orchester hatten zum letzten Mal für dieses Jahr eingeladen, ihnen beim Musizieren zuzuhören. Eine Einladung, der wir gerne gefolgt sind. Trotz turbulenter Anreise (Verkehr ohne Ende, Staus an sämtlichen Autobahnkreuzen und eingeschränkter Sicht durch Regengüsse) schafften wir es gerade noch pünktlich zum Ibach-Haus und dank der vielen netten bekannten Gesichter im Publikum durften wir sogar in der ersten Reihe platznehmen.

Das Schleicher-Orchester bestand, wie bei den Konzerten zuvor, wieder aus dem Indigo-Streichquartett, sowie Andre Krengel’s Acoustic Embassy. Die Besetzung war auch fast die gleiche, statt Petra Stalz war beim Streichquartett jedoch Nonna Parfenov die Vierte im Bunde. An diesem Abend saß zudem Marcus Möller anstelle von Heiko Braun an den Percussions.

Nach einem kleinen Grußwort des Veranstalters wurde der Abend von Andreas mit „Wirklich wichtig“ eröffnet, welches er solo nur mit Gitarre präsentierte. Kerzen auf und neben der Bühne sorgten für stimmungsvolle Beleuchtung. „Laß die Jungs rein“, diese Textzeile des Stücks wurde anschließend prompt umgesetzt und Konstantin Wienstroer, Jörg Siebenhaar und Andre Krengel kamen ins Spiel. Kompliment an alle, dass sie dabei keine Schwierigkeiten hatten, denn die kleine Bühne im Ibach-Haus ist offensichtlich nicht für so viele Menschen und Instrumente konzipiert.

Schon beim ersten Lied „Füße in Beton“ sprang der Funke über und überall um uns herum wurde im Takt mitgewippt. Die Setlist war die gleiche wie bei den Konzerten zuvor in diesem Jahr und bot einen wunderbaren Einblick in das Doppelalbum „Mädchen gegen Jungs“ mit all seinen Facetten. Die Damen wurden bei „Wellenklang“ in den Abend gebracht, begleitet von Andreas am Keyboard. Auch Marcus Möller fügte sich sehr gut in das Ensemble ein und er scheint italienische Wurzeln zu haben, jedenfalls kommunizerten der Dirigent des Schleicher-Orchesters und er in einer Sprache, die irgendwie italienisch klang. Der orientalische „Flaschengeist“ schickte die Zuschauer in die Pause.

Der zweite Teil des Konzerts wurde mit „Nur mit dir“ eröffnet (und dem Hinweis, dass manche Lieder an diesem Abend zweimal zu hören sein würden). Beim Konzert in Duisburg dieses Jahr hatte Andreas im Geiste des Energiespartages sein erstes selbstkomponiertes Stück „That’s it“ komplett ohne Strom dargeboten. Dies scheint ihm gefallen zu haben, denn es wurde auch an diesem Abend so gehandhabt: Im wahrsten Sinne des Wortes „unplugged“. Er schritt mit seiner Gitarre durch die Reihen und zur Überraschung aller fielen auf einmal einige Menschen in seinen Gesang ein und plötzlich stand ein kleiner gemischter Chor vor der Bühne! Eine gelungene Überraschung, die das Lied sehr schön ergänzte.

„Anderer Stern“ sorgte im Anschluß wieder für einen emotionalen Kontrast. Der sehr persönliche Song bewirkt jedesmal eine besondere Stimmung. Es dauerte danach ein paar Sekunden, bis der Applaus einsetzte und so mancher muß erstmal wieder die Taschentücher verstauen. „Kleine Reise“ und „Children“ schlugen jedoch mühelos den Bogen zu heiteren Aspekten. Insbesondere Children ließ den Saal toben. Selbstredend gab es auch wieder diverse Grimassen-Battles zwischen Andre Krengel und Andreas Schleicher, die allenthalben gute Laune verbreiteten. Wäre Gesichtsakrobatik eine olympische Disziplin, Andre würde die Goldmedaille für Deutschland holen. :-) Bei der zweiten Runde von „Hunger nach Fisch“ stieß nochmal spontan der Chor hinzu und veredelte mit schönen Harmonien den Chorus. „Ab 30“ beschloß den Abend, heute gab es kein „Stop this train“.

Man erlebte an diesem Abend wieder 10 Vollblutmusiker, die zusammen einfach toll klingen, und die mit ihrem Spiel intensive Musik darbieten können. Andre Krengel hält es z.B. beim Spielen kaum selbst auf dem Stuhl, so daß man in der ersten Reihe manchmal glaubte: Gleich reitet er mit dem Stuhl ins Publikum. Auch Konstantin Wienstroer scheint mit seinem Kontrabaß zu verschmelzen. Kurz gesagt: Zwei Stunden wunderbare Musik, arrangiert von einem tollen und darüberhinaus charmanten Sänger, die wiedermal wie im Flug vergingen. Immer eine kleine Reise wert!

Der Abend in Bildern:
Blau-Rot-Gold

Bewegte Bilder gibt es diesmal auch:

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https://youtu.be/AfMFXAapzAY

Und neu in unserem Blog. Die Schleicher-Seite. :-)

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1 Antwort zu Streicher-Spezi

  1. Laura sagt:

    Wie immer sehr schön gemacht!
    Und von Herrn Schleicher persönlich weiter empfohlen – kann man noch ein größeres Kompliment machen?! :)

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