Die drei ??? in der Stadt der Zuckerpuppe

Eine Gute-Nacht-Geschichte für 1000 Menschen

Oliver Rohrbeck ist aus deutschen Ohren nicht wegzudenken. Jeder kennt die markante Stimme des sympathischen Berliners aus Filmen, Serien und Hörspielen. Er spricht nicht nur Gru in den „Ich – Einfach unverbesserlich“-Filmen und ist die Standardstimme von Ben Stiller, sondern hat in weit über 190 Hörspielen Justus Jonas zum Leben erweckt. Seit 1979 bringen Oliver, zusammen mit Andreas Fröhlich und Jens Wawrczeck in unveränderter Besetzung die Zuhörer mit den Abenteuern der drei ??? in den Schlaf. Und die drei jungen Detektive sind populärer denn je zuvor, was sich auch an diesem Septemberabend in der historischen Stadthalle in Wuppertal zeigt, denn die Termine der Klassikertour, die Oliver mit seinem Lauscherlounge-Label auf die Beine gestellt hat, waren blitzschnell ausverkauft. Obwohl nur ein Fragezeichen live auf der Bühne steht.

Es besteht eine besondere Beziehung zwischen den Hörern und den Sprechern, die in den 38 Jahren gewachsen ist. Oliver bedankt sich bei den Anwesenden, daß sie sich geoutet haben. Eine Zeitlang war es uncool, zuzugeben, daß man als Erwachsener noch Die drei ??? hört, doch das habe sich gewandelt. Heute sähe man überall das berühmte Logo, auch wenn er anklingen ließ, es gäbe zu viel Merchandise. Aber die treuen Zuhörer würden den drei Sprechern ihre Arbeit und auch die persönlichen Treffen der Drei ermöglichen. Ein lebenslanger Kontakt dank akribischer Detektivarbeit. 

Oliver gab einen kurzen Einblick in die Produktion eines Hörspiels und erzählte ein paar Anekdoten. Dann stieß Jörg Klinkenberg zu ihm und nahm hinter den verschiedensten Utensilien Platz, die er brauchte, um die Geräusche live zu erzeugen. Es gab ein kurzes Live-Hörspiel, bei dem die Stimmen von Peter und Bob aus Hörspielen entnommen und eingespielt wurden. Irgendwie waren dann doch alle drei Detektive zusammen. Immer interessant zu sehen, wie die passenden Geräusche mit scheinbar unpassenden Geräten, Werkzeugen und Gemüsen entstehen.

Die Pause nutzte Oliver Rohrbeck, um mit dreizehn Freiwilligen den „Fluch des Rubins“ auf die Bühne zu bringen. Jeder sprach eine Rolle, mehr oder minder überzeugend, während die Rolle des ersten Detektivs natürlich nur von einem gesprochen werden konnte. Es war wirklich faszinierend, Oliver zuzusehen. Er las das Skript mit, achtete darauf, daß niemand seinen Einsatz verpaßte, kümmerte sich um die Technik und sprach auf den Punkt Justus Jonas. Wir haben großen Respekt vor der Arbeit von Synchronsprechern, die Emotionen einfach abrufen können. Vielleicht wissen viele die Synchronarbeit gar nicht zu würdigen, denn sie gehört bei uns zum Alltag und wirkt vielleicht deswegen so selbstverständlich und leicht. Aber wenn man es live erlebt, sei es Michael Schwarzmaier auf der TimeLash oder Oliver Rohrbeck, ist es nochmal etwas Besonderes. Aus dem Stehgreif klingen die Stimmen ganz anders und ziehen einen in die Szene.

Unter großem Jubel wurden die beiden Profis und die dreizehn Hörspiel-Amateure dann von dem Publikum verabschiedet. Die Stimmung war großartig und alle Beteiligten hatten in der besonderen Kulisse Spaß dabei, das fünfte Abenteuer der drei Detektive im Wachzustand zu erleben. Meistens ist man gegen Ende eingeschlafen. 🙂
Wir haben dann hellwach und fröhlich die Heimfahrt angetreten und waren froh, der Einladung der Lauscherlounge gefolgt zu sein.

Historische Fotos

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