Musikbegleiter(in)

Das Popmusik Konzert

Gerade erst den Elspe-Bericht verfasst und schon sitze ich am nächsten Beitrag. Das geht hier Schlag auf Schlag, fast wie in alten Tagen. Aber der Eindruck täuscht. Leider. Momentan haben wir wieder zwei Konzertabsagen erhalten. Eigentlich warten wir zur Zeit immer auf die Absagen der Konzerte, deren Karten an unserer Pinnwand hängen und auf ihrer Einlösung harren. Einige müssen noch ein Jahr ausharren. Umso glücklicher waren wir letzte Woche, als wir nochmal die Chance hatten, auf ein echtes Konzert zu fahren. Allein schon, im Saal zu sitzen, zu sehen wie sich das gemütliche Savoy spärlich füllte, den bekannten Liedern, die vor dem Konzert die Leute beschallten, zu lauschen und auf den Konzertbeginn zu warten. Zugeben müssen wir allerdings, daß es sich nach der langen Zeit schon irgendwie seltsam anfühlte, so eng neben fremden Menschen zu sitzen.

Um 20.00 Uhr betraten dann Fortuna Ehrenfeld die Bühne und versichterten den Anwesenden, daß die Versorgung mit Kultur gesichert sei. Danach schritt der Frontmann ans Mikro und sang von einer „Meganicen Zeit“. Mit dem Titel schien Rainald Grebe dem Publikum versprechen zu wollen, was sie in den kommenden zwei Stunden erwarten würde. Mit Unterstützung von Fortuna Ehrenfeld spielte Rainald Grebe fast alle Stücke seines neuen Albums „Popmusik“. Ungewöhnlich dabei war das fehlende Klavier und die wenigen Ansprachen ans Publikum. Aber, es war halt ein richtiges Konzert und kein normales Comedy-Programm des hintersinnigen Spaßmachers.

Natürlich erhielt auch die Band die Möglichkeit, Lieder aus ihrem eigenen Repertoire aufzuführen. Rainald Grebe überließ den Musikern die Bühne und kehrte nach den vier Stücken im Fortuna Ehrenfeld Schlafanzug für den zweiten Teil des Konzerts zurück. Neben aktuellen Stücken fanden sich fünf ältere, eher melancholische Stücke in der Setlist wieder. Um dem Thema Popmusik Rechnung zu tragen, wurden mehrere bekannte Lieder musikalisch zitiert, bzw. ein Medley gespielt. Darin fanden sich fast alle Lieder wieder, die während der Wartezeit vor dem Konzert zu hören waren. Die Beschallung gehörte also schon zum Konzept des Abends.

„Alles wird einfacher“ versprach das letzte Lied vor den Zugaben. Die begann Rainald, indem er ein paar Passagen aus einem Apfelbuch „Himmliche Köstlichkeiten“ vorlas. Das Buch scheint ihn sehr zu begeistern, denn die Nummer gehört ebenfalls zum aktuellen Solo-Programm „Das Münchhausen-Konzert“. Jenny Thiele wurde daraufhin die Ehre zuteil, Rainalds größten Hit „Brandenburg“ zu spielen, während er sich gemütlich daneben auf die Bühne setzte. Eine clevere Idee, dem Publikum zu geben, wonach es verlangt, ohne selber singen zu müssen. Es folgten zwei Lieder mit der kompletten Band, bevor die letzte Zugabe „Die Rose“ nur von Rainald Grebe und Martin Bechler gespielt wurde.

Die Leute hatten Spaß und die Band Routine, könnten man meinen, wenn man seine Texte kennt. Wir hatten aber den Eindruck, daß Band und Publikum große Freude hatten, endlich wieder zusammengekommen zu sein. Mit Standing Ovations verabschiedeten die Zuschauer die Künstler, die den Applaus, nach langer Zeit, bestimmt genossen haben. Rainald Grebe hatte nicht zuviel versprochen, die zwei Stunden waren eine meganice Zeit. Man sehnt sich danach, daß die Versorgung mit Kultur wirklich wieder gesichert ist und man nicht bei jeder Eintrittskarte bangen muß. Die nächste Karte für Rainald muß hoffentlich nicht zu lange ausharren.

Popfotos

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1 Antwort zu Musikbegleiter(in)

  1. Laura sagt:

    Schön dass man wieder ein bisschen Kultur genießen kann – Offline!

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