Außer der Rand und der Band in der Sauerland

Neulich, in der Polka- City of Olpe

Ja, da waren sie wieder, die beiden polnischen Musiker, die nicht müde werden, die Geschichte der Popmusik zu erzählen. Für sie natürlich auch eine Familienangelegenheit, die Erinnerung an der Oppa aufrecht zu erhalten. Im Mai machten sie in Olpe Station, um die Menschen dort über das größte Mißverständnis in der populären Musik aufzuklären.
Pawel wurde mit tosendem Applaus begrüßt und bedankte sich, wie es die polnische Tradition erfordert, mit einer Portion Wudka fur der Publikum. Da rannte er offene Türen ein, denn die Trinkfreudigkeit eint Polen und Sauerländer.

Die erste Hälfte bestritt Pawel noch alleine. Als Multiinstrumentalist war es aber kein Problem für den trinkfesten Anzugträger, schließlich liegt allen Popolskis die Polka im Blut. Video- und Fotoeinblendungen auf der Leinwand untermalten die Geschichten, die er erzählte, wenn er nicht musizierte oder sich mit dem Publikum unterhielt. Dabei kam sein ganz eigener polnischer Charme zum Tragen.
Als besondere Überraschung hatte Pawel ein sehr unterschätztes Instrument der Popmusik auf der Bühne, welches er feierlich enthüllte. Auf der letzten Familientour hatte er es bereits vorgestellt und jetzt brachte er dieses musikalische Wunderwerk nach Olpe: die Kesselpauke.
Welch liebliche Töne man damit erzeugen kann, führte er den staunenden Zuschauern anhand einer australischen Polka vor. So etwas kannten die Sauerländer nicht, denn das Hauptinstrument der Region ist das Blasinstrument für die Karnevalskapellen. ;-)

In der zweiten Hälfte unterstütze Dorota ihren Cousin, was bei vielen Männern im Publikum zu Schnappsatmung führte. Dorota ist nicht umsonst der Heißeste von der Heißeste. Passend mit einer roten Gitarre im Anschlag spielte sie einige Lieder mit und bewegte sich lasziv im Takt, sofern das Paillettenkleid es zuließ. Sehr zu meiner Freude spielten sie das erste Mal überhaupt die Originalversion von „Nah Ne Nah“. Bisher kannte ich nur die verhunzte Version von Vaya Con Dios, die ich immer mochte, aber natürlich jetzt mit anderen Ohren hören werde.
Zwischen den Liedern erzählten die beiden von ihren Erinnerungen an den früheren Familienalltag in der Plattenbausiedlung von Zabrze. Einige Erinnerungen führten zu Tränchen, die erfolgreich mit einer Portion Wudka behoben wurde. Denn hauptsächlich hat der Oppa Stimmungslieder komponiert und damit brachten die beiden sympathischen Musiker der Publikum in Olpe zum Kochen. 

Das neue Programm war sehr gut und integriert mehr Videos und Bildmaterial und erinnert noch stärker an die Zeiten, in der die ganze Familie zusammen aufgetreten ist. Angereichert wird das Programm durch neue Originalversionen bekannter Lieder.
Der Applaus am Ende zeigte, daß die beiden sympathischen Berufspolen im Sauerland gut angekommen waren. Wie der Programmtitel versprach, waren alle Olper außer der Rand und der Band.
Uns fehlte lediglich bei der Vorstellung der Kesselpauke, irgendwie der Rest der Familie. Was vielleicht daran liegt, daß wir die komplette Familie damals so oft live erleben durften. Diese Vergleiche konnten wenige im Publikum ziehen, denn die Reaktionen verrieten, daß noch nicht alle Anwesenden die wahre Geschichte hinter vielen bekannten Top-Ten-Hits kannten. Pawels Aufklärungsmission ist also noch lange nicht abgeschlossen. Wir freuen uns darauf, uns weiter von Pawel und Dorota die Musikwelt erklären zu lassen. Irgendwie hat uns nämlich der polnische Dialekt etwas gefehlt. Wir werden also auf jeden Fall wiederkommen, denn Pawels neues Programm ist bereits angekündigt. Ob Sieger-, Sauerland oder doch im Hessen, steht noch nicht fest, aber irgendwo werden wir uns die nötige Portion Polka abholen, um dem Vitamin W – Mangel vorzubeugen.

Polkapics

 

 

 

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4 Antworten zu Außer der Rand und der Band in der Sauerland

  1. Melanie sagt:

    Hallo Ihr Lieben,

    auch ich war letzten Freitag mal wieder in der City of Polka unterwegs, allerdings in Arnsberg. Und ganz nach der alten Tradition der Bekloppsten: erste Reihe, direkt vor der alte Schießbude. Alte Gefühle kamen hoch.
    Ich hatte jemanden dabei, der die wahre Geschichte von Opa Pjotrek noch nicht kannte. Und was soll ich sagen, Pavels Anekdoten und der Wudka für die ersten Reihen kommen immer noch gut an. Leider hatten wir nicht das Glück, das Dorota mit dabei war.
    Ich habe das Programm nun schon mehrfach gesehen und finde es schade, das viele Hits nur angespielt werden, die Geschichte steht ja doch deutlicher im Vordergrund als „früher“.
    Und trotz allem werde ich nächstes Jahr auf jeden Fall auch bei der neuen Tour irgendwo und irgendwann mit am Start sein.

    Ganz liebe Grüße aus Dortmund,
    der nicht mehr blondeste von der blondesten,
    Melli

    • Holly sagt:

      Hallo Melli!
      Freut uns total, daß Du dich in den Plueschblog verlaufen hast und von dir zu hören. Habe jetzt nochmal an die „guten alten“ Zeiten gedacht.
      Es ist immer wieder schön, wenn Leute, die die Geschichten noch nicht kennen, neben einem sitzen. Pawels Abende haben sich schon sehr von einem Lese zu einem Musikabend entwickelt. Ist musikalisch natürlich nicht mit den Konzerten der Familie zu vergleichen, aber trotzdem sehr unterhaltsam.
      Wir haben auch schon Karten für Pawels nächste Rundreise (wahrscheinlich ohne Dorota). Zum Glück verirrt er sich wieder in unsere Region, denn ehrlich gesagt, die Strapazen von einst würden wir nicht wieder auf uns nehmen.
      Vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit, sich bei einem polnischen Vortrag zu treffen und in Wudka getränkten Erinnerungen zu schwelgen. :- )
      Wir würden uns sehr freuen.
      Liebe Grüße an der Blondeste von der Grauesten!? ;- )
      Holly

  2. Eva sagt:

    Ach ja, da Werden Wahnsinnig Wohlige Erinnerungen Wach und ein Wenig Wehmut kommt auf (die vielen W-Worte sind Wohl meinem Vitamin W-Mangel geschuldet ;) ). Feinsinnige Worte und Wieder einmal beWegende Fotos = ein schöner Bericht, der auf das neue Programm neugierig macht.

    Wir haben mit Euch zusammen ja einige gemeinsame Polka-Erlebnisse gefeiert. Daher Weiß ich Wie es ist, Wenn mancher Radiohit unglaublich falsch klingt und bekomme bei Songs, die ich eigentlich nie mögen Wollte, ein ganz breites Grinsen und Wohlgefühl. Man muss lernen mit den Blicken der UnWissenden zu leben. ;) Ja, PaWel und Dorota haben noch viel Aufklärungsarbeit vor sich, und sie Werden Weiterhin ihr Publikum für die Wohnzimmershow finden. Bleibt aber dennoch zu Wünschen, dass es doch auch bald mal Wieder ein paar große Familientreffen geben Wird. Beide Shows haben jeWeils für sich ihre ganz besondere Art und Berechtigung und geWiss auch Publikum.

    • Holly sagt:

      Hallo Eva!

      Stimmt, der Familie hat nicht nur uns zusammengebracht und gut unterhalten. Muß aber gestehen, daß ich gar nicht sicher bin, ob ein großes Familientreffen eine gute Idee ist. Um es mit Ulrich Tukur zu sagen: „So wird’s nie wieder sein.“
      Lassen wir Pawel und Dorota alleine über’s Land ziehen und uns an deren Aufbereitung der Musikgeschichte erfreuen. Die kommen bestimmt nochmal in unsere Nähe. Und so weit ist Olpe von Euch nicht weg. Ihr wart doch sogar mal in Siegen. Oder fahrt ihr nur, wenn ihr die Karten gewinnt. ;- )

      Liebe Grüße
      Holly

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