Kein Trauerspiel

DOD in der KulturScheune

Gerd Dudenhöffer, bzw. der Heinz, begleitet uns schon eine Ewigkeit. Im März hatten wir die Möglichkeit, das Programm “DOD – Das Leben ist das Ende”, nachzuholen. Die Tour wurde seinerzeit wegen Corona unterbrochen und der Heinz präsentierte 2023 das zweite “Déjà Vu” seines Schaffens. Irgendwie wollte das Programm nicht zünden. Weder bei uns, noch beim Publikum in der Halle. Vielleicht war die Zeit für Heinz’ Lebensweisheiten vorbei, dachten wir damals und sind mit gemischten Gefühlen ins benachbarte Herborn aufgebrochen.

Was Dudenhöffer präsentierte, ist ein grandioses und sehr witziges Programm, bei dem einem manchmal die Lacher im Halse stecken bleiben. Was eigentlich zur Figur gehört, aber durch das Thema des Programms nochmal mehr Gewicht bekommen. Denn der Becker Heinz kommt von einer Beerdigung. Seine geliebte Hilde ist gestorben und jetzt ist er allein Zuhause. Der Verlust seiner Frau schwebte den ganzen Abend über den Pointen und verlieh der KulturScheune eine ganz besondere Atmosphäre. Gekonnt mischt Dudenhöffer die Tragik des Trauerfalls mit der Komik der eigenwilligen Ansichten des saarländischen Spießbürgers.
Sollte es wirklich das letzte Programm sein, mit dem der Heinz die Bühnen unsicher macht, ist Gerd Dudenhöffer ein würdiger Abschluß für Figur und Künstler gelungen.

Wer die Chance hat, sollte sich das Programm unbedingt anschauen. Notfalls in der ARD Mediathek, besser aber live. Herr Becker und Herr Dudenhöffer haben durchaus einen persönlichen Abschied verdient, für die vierzig Jahre, in denen sie das Publikum unterhalten und manchmal zum Nachdenken angeregt haben. Ihr werdet den Besuch nicht bereuen. 

Fotos aus der KulturScheune

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De Henni kimmt

Jazz in der Scheune

Am Abend, bevor wir uns Sabaton angeschlossen haben, um die musikalische Schlacht in Kölle auszufechten, haben wir uns über die Grenze ins hessische Herborn begeben. Obwohl es nicht so weit von uns weg ist, war es unser erster Besuch in der dortigen Kulturscheune. Ein sehr schönes, gemütliches Theater, geführt von freundlichen und sehr netten Leuten. Hier kann man nur einen tollen Abend verbringen, dachten wir uns direkt, als wir ankamen und in einem gemütlichen Sessel auf den Einlass warteten.

An diesem Abend stand “De Peter kimmt” auf dem Spielplan der Kulturscheune. Es ist das Programm von Henni Nachtsheim, bei dem er vom Jazz-Ensemble der Deutschen Oper Berlin unterstützt wird. Zuerst betrat Henni die Bühne, begrüßte das Publikum und erzählte kurz, wie das Programm entstanden ist. Dann bat er die fünf Musiker zu sich und begann, seine Geschichte vorzulesen.

Es geht darin um seinen Besuch in einem Waschsalon, bei dem er eine ältere Dame trifft. Sie hat an dem Tag Geburtstag und erwartet einen alten Freund. Bis de Peter kimmt, entwickelt sich ein Gespräch zwischen den beiden. Es ist eine liebenswerte, amüsante Geschichte, die sich genauso abspielen könnte und genau dadurch einen entspannten Reiz entfacht.

Einige fragen sich bestimmt, was das Jazz-Ensemble dabei zu suchen hat. Sie haben nach jedem Kapitel ein Stück zum Besten gegeben. Entspannte Musikeinlagen, die zum Teil Bezug auf die Geschichte nahmen. Als Solveig und Henni an vergangene Zeiten erinnerten, in denen die Eisfrau im Kino zu “Spanish Flea” ihre Ware an die Kunden brachten, erklang in der Scheune das Lied von Herb Alpert. Nach der Erwähnung von James Bond wurde, sehr zu meiner Überraschung und Freude, das großartige Titellied von “Leben und sterben lassen” angestimmt. Musik und Lesung wechselten sich ständig ab. Das Publikum war begeistert von der Mischung, die so taktvoll dargeboten wurde und ließ die sechs Künstler nicht ohne eine Zugabe von der Bühne. Der hauptberufliche Komiker und Hobbymusiker (Oder ist es anders herum?) Henni Nachtsheim schnallte sich dafür sein Saxophon um und zeigte sein Können am Holzblasinstrument. 

Nach der musikalischen Zugabe verbeugten sich alle artig und verabschiedeten sich glücklich von der Bühne. Die Zuschauer waren nicht minder glücklich, denn es war ein wahrlich unterhaltsamer Abend in dem kleinen, gemütlichen Theater. Wir werden der Kulturscheune nicht nur im kommenden Jahr wieder einen Besuch abstatten, sondern ab jetzt den Spielplan näher im Auge behalten. 

Ob der Peter zu Solveigs Geburtstag gekommen ist, sei an dieser Stelle nicht verraten. Geht einfach mal hin, wenn Ihr die Möglichkeit habt und Euch unaufgeregt und charmant unterhalten lassen wollt. Es lohnt sich. 

De Karinsche knippst

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Schwedischer Liederzyklus

Der legendäre Aufstieg

Wie ihr unseren Konzertterminen entnehmen könnt, haben wir 2006 eine kleine schwedische Band als Vorgruppe von Edguy kennengelernt. Im gleichen Jahr waren wir auf Sabatons erstem ausverkauften Konzert außerhalb Schwedens; im kleinen, beschaulichen Duisburger Parkhaus. Was sich seitdem getan hat ist, na, wie soll ich sagen, legendär halt.

In den letzten zwanzig Jahren haben Sabaton unermüdlich an ihrem Erfolg gearbeitet, waren ständig auf immer größer werdenden Touren und haben dabei Alben und EPs veröffentlicht. Vor zwei Jahren durften wir die “kleine” Band bereits in der großen LanxessArena bewundern, da gab es noch zwei Vorbands.

Die Legendary Tour steht ganz im Zeichen Sabatons. Die sympathischen Schweden leisten sich ein dreißigköpfiges Orchester, zusammengestellt mit Musikern aus der ganzen Welt. Das Orchester gibt umarrangierte Songs aus der umfangreichen Discographie zum Besten. Klassischer Metal sozusagen. Angeführt und dirigiert wird The Legendary Orchestra von der israelischen Sängerin Noa Gruman. Prominente Unterstützung erfährt sie u.a. von der Amerikanerin Mia Asano an der Geige und von Paddy Gurdy aus Deutschland an der Drehleier. 

Das Orchester eröffnete den Abend, mit Sabatons traditionellen Opener “Ghost Division” und spielte sich durch eine Stunde Material der Band, bevor sie sich nach “Swedish Pagans” unter lautem Jubel von den Zuschauern verabschiedeten. Es würde mich nicht wundern, wenn das Legendary Orchestra nach der Tour eine CD veröffentlicht. 
Der Stimmung nach in der Halle, finden sich bestimmt viele Käufer. Die verdiente Begeisterung während der orchestralen Versionen hat mich positiv überrascht. Es wurde mitgeklatscht, mitgesungen, sofern möglich. Das war ein ungewöhnlicher Start eines Metalkonzerts, der aber jubelnd gewürdigt wurde.

Ungewöhnlich war der Konzertbeginn des Hauptacts ebenfalls. Napoleon erschien auf einer kleinen Bühne, im hinteren Teil der LanxessArena. Die Bühne war sicherlich größer als seinerzeit die Hauptbühne im Parkhaus. Stellenweise wurde der französische Herrscher vom kölschen Publikum ausgebuht. Er bekam dann Gesellschaft von Dschinghis Khan und Julius Cäsar, die sich stritten, wer die historisch wichtigste Person ist. Die drei Streithähne wurden von einer Gruppe Templer unterbrochen. Begleitet von vier Rittern wies der ältere Tempelritter die drei “Legenden” in ihre Schranken. Währenddessen wurde ein Steg runtergelassen, der von der kleinen Bühne zur Hauptbühne führte. Als die Templergarde ihre Helme abnahmen, kamen die Bandmitglieder zum Vorschein. Sie griffen zu ihren musikalischen Waffen, eröffneten das Konzert passend mit “Templars” und liegen dabei über den Steg zur großen Bühne auf der gegenüberliegenden Hallenseite.

Den Panzer, auf dem normalerweise das Schlagzeug thront, suchte man auf der Bühen vergebens. Das Stagedesign machte dem Kölner Dom Konkurrenz und zeigte ein altes Gemäuer. Eine große Burg, mit Zinnen und zwei Türmen bot den Schloßhof, auf der sich Kreuzritter und Band austoben konnten. Das Backdrop erstreckte sich über die komplette Rückseite der Halle. 
Napoleon und Cäsar traten im Verlauf des Konzerts nochmal auf, um “ihre” Lieder anzukündigen und der Band Zeit zu geben, sich umzuziehen. Vielleicht waren die vielen Geschäfte, in denen man die unterschiedlichsten Kostüme bekommt, auch ein Grund, die Tour in der Rheinmetropole zu beginnen.

Die gefühlt zehn minütige Anfangszene und die Theaterszenen und Monologe der “Legenden” auf der Hauptbühne in der ersten Hälfte nahmen etwas das Tempo raus. Erst in der zweiten Hälfte des Konzerts nahm die Show Fahrt auf, als mehrere Lieder hintereinander gespielt wurden. Wobei die Songs von Anfang an mit Pyros und Feuersäulen untermalt wurden und sich die Band mit Ansagen zurückhielt. 

Die Setlist setzte sich, neben vier Liedern aus dem aktuellen “Legends”-Album, aus ihrer kompletten Discographie zusammen. Fast jedes Album wurde berücksichtigt und selbst das Lied “Steel Commanders” vom Computerspiel “World of Tanks” wurde dargeboten. 
Ob “Carolus Rex” außerhalb Schwedens in schwedisch erklingen und nicht die englische Version angestimmt werden sollte, ist sicherlich Geschmackssache. 
Bei “Attack of the Dead Men” nutzte die Band wieder den Steg übers Publikum. Angeführt vom Sänger gingen sie zur kleinen Bühne, dort ins Publikum und am Rand durch die Menge zurück zu ihrer Burg. Generell gab es wesentlich weniger Videoeinspieler als in der Vergangenheit und mehr Inszenierungen auf der Bühne. 

Die “Noch ein Bier”-Chöre aus dem Publikum hielten sich zum Glück in Grenzen. Zweimal trank Joakim ein Bier mit den Kölner Konzertbesuchern. Dabei meinte er, die Deutschen würden das seit zwanzig Jahren machen, he fucking knows how it works. 
Die andere Konstante im Line-Up, Pär Sundström richtete ein paar Worte an die Fans. Die Geschichte erzählte er an gleicher Stelle bereits auf der letzten Tour. Ein Kölner Veranstalter hätte ihnen vor zwanzig Jahren gesagt hat, daß die LanxessArena viel zu groß für eine Powermetal-Band wäre, die würden sie nie voll kriegen.
Während er das sagte, schaute er auf abertausende Handylichter in der vollen Arena und fügte hinzu, daß es an dem Abend ihr größtes Konzert wäre. Sicherlich von Festivals abgesehen. Danach bekam die Band vom Chor des Orchestras Unterstützung, um “Christmas Truce” und “Soldier of Heaven” zu spielen.

Das Ende fand ich etwas unspektakulär, weil kein letztes Lied angekündigt wurde und es quasi keine Zugaben gab. Als Schlußlied wurde “Masters of the World” vom allerersten Album ausgewählt. Dabei enterten die Musiker nochmal den Steg um sich von den Zuschauern zu verabschieden, die jedes Lied mitgesungen und die Band auf Händen getragen haben. Was alles meckern auf hohem Niveau ist, möchte ich betonen.

Zurück auf der Hauptbühne, gesellten sich die Mitglieder des Orchesters dazu. Alle Musiker verabschiedeten sich glücklich und sicherlich erleichtert, die erste Show heil und umjubelt geschafft zu haben. Die Kölner Fans feierten die Schweden und die übrigen Musiker mehr als verdient ab. Dabei sind sie nicht auf Nummer sicher gegangen, sondern gaben einige Hits an das Orchester ab und setzen ihre eigene Setlist neu zusammen. Was nicht allen Fans gefiel, wie man im Netz nachlesen kann. Trotzdem wurden genauso viele Stücke gespielt, wie auf der letzten Tour. Egal ob als Kreuzritter, asiatische Schwertkämpfer oder schwedische Leibgarde, die fünf Schweden haben, verstärkt durch das Orchester und ihre Crew natürlich, ihre Burg an dem Novemberabend erfolgreich verteidigt. 

Wie weit es die kleine schwedische Band in den zwanzig Jahren geschafft hat, ist einfach unglaublich. Was auf der aktuellen Tour aufgefahren wird ist ein ungewöhnlicher, aber sehr unterhaltsamer Metal-Geschichtsunterricht. Und was für ein gelungener Tourauftakt. Während das Publikum mit einem breiten Grinsen im Gesicht die Halle verlassen hat, packen Sabaton ihre Wanderburg wieder ein und ziehen weiter, um sie erneut gegen Ungläubige und Miesepeter zu verteidigen. Wir haben keinen Zweifel, daß ihnen dieses gelingen wird. Sabaton könnten an der Stelle auch Cäsar zitieren: “Veni, vidi, vici.”
Tills nästa slag/konsert.

The Legendary Orchestra

The Legendary Sabaton

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Die verschollene Turmtour

Drei Nachträge

Hallo’e, zusammen!

Beim s’reiben meines letzten Beitrags ist mir aufgefallen, daß is eine kleine Samstagstour vergessen habe, im Blog einzureis’sen’e. Das Versehen bitte is zu ents’uldigen und hole es hiermit nach, ete. Damit sollten alle hessis’sen Türmse im Blog vollständig sein.

Es waren drei sehr unters’iedlisse Türmse, die auch alle unters’iedlich stehen’e. Aber das könnt Ihr unter den Galerien selber sehen und is erzähle da noch etwas zu den einzelnen Bauwerken, ete. 

Wenn is und ihr Glück habt, kann is eventuell nächsten Monat noch mehr neue Fotos präsentieren’e. Aber mös’ste is nis zuviel versprechen, falls es nist dazu kommt, ete.
Bis dahin viel Spaß in Hessen.

Bismarckturm Bensheim

Bismarckturm Lindenfels

Bismarckturm Darmstadt

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Unterwegs im Weser-Elk-Land

Die Drei Türmse

Hallo’e liebe Plues’blogleser und -leserinnen!

Habe is es letzten Samstag tatsäs’lis nochmal geschafft und konnte meine Mitbewohner zu einem Ausflug überreden’e. In Begleitung von unserem Freund Josè sind wir früh aufgebrochen, um den sommerlis’sen Temperaturen zuvorzukommen, ete. 

Natürlis’ haben wir die lange Autofahrt nicht nur für einen Turm auf uns genommen’e. Habe is im Vorfeld etwas res’ersiert und noch weitere interessante Denkmäler in der Umgebung ausgemacht’e. So haben is nach langer Zeit nis nur einen neuen Bismarckturm für meine Sammlung und mein viertes Buch gesehen’e, sondern daneben noch zwei weitere Türm’se. Wenn man die Autofahrt umres’net, hatten wir ungefähr eine Stunde Anfahrt pro Turm, ete. Das geht doch, will is meinen.

Die Fotos, die an dem sonnigen Tag während des Auflugs entstanden sind, will is Eus natürlis nis vorenthalten’e. Unter den Links könnt ihr die Gallerien aufrufen’e. Auf jeden Fall wird Eus beim ans’auen im kühlen Gebäude nis so warm wie mir bei den Aufstiegen, ete. Viel Spaß mit meinen Fotos.

Modexer Warte in Brakel

Bismarckturm in Höxter

Rodeneckturm Höxter

 

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