Willst Du viel, spiel in Wiehl

FunkMetalTango

Immer näher arbeiten sich die beiden Musiker an das beschauliche Siegerland heran. Seit wir im März von Bert Kortheims aktiver Musiktherapie berichteten, mehren sich die Unterstützer. Bundesweit melden sich jetzt Menschen, die dem ruhigen Beamten dabei helfen wollen, den in einer Illusion stecken gebliebenen ehemaligen Las Vegas Superstar Roy Sanders ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. So auch die hilfsbereiten Menschen des Wiehler Kulturkreises, die Pfleger und Patient zu einem fast ausverkauften Auftritt im Burghaus verhalfen.

Wesentlich größer als der Zauberkasten und das Kölner Wohnzimmertheater, war es das größte Konzert, welches wir von den Beiden gesehen haben. Das oberbergische Publikum sorgte von Anfang an durchweg für eine grandiose Stimmung und zeigte ungeniert ihre Hilfsbereitschaft. Bei „Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand“ trat Jutta neben Bert ans Mikro um ihn gesanglich zu unterstützen. Später, bei „Atemlos“ half der anwesende Wiehler Chor dem singenden Beamten beim Refrain. Die Strophen übernahm er. Das ging natürlich nicht spurlos an Bert Kortheim vorbei, den man an dem Abend mehrfach lachen sehen konnte.

Auch sonst übertrug sich die überschwengliche Stimmung auf die Bühne. Roy Sanders verausgabte sich stellenweise so sehr, daß er ein Lied im Liegen spielen mußte. Wahrscheinlich unter anderem auf das Alter des Worldstars zurückzuführen, welches man dem Amerikaner nicht ansieht. Beide Musiker spielten ihr gewohntes Programm aus Gassenhauern der vergangenen Jahrzehnten. Dem Publikum zauberten sie ein schunkelndes Lächeln ins Gesicht und Roy die Illusion, er stünde auf einer Bühne in Las Vegas. Von der überschwenglichen Stimmung im Burggemäuer hätte das wirklich so sein können. Neben den bekannten Stücken improvisierten Bert & Roy mehr als sonst und bedankten sich auf diese Art für den Zuspruch, unter anderem mit einem FunkTangoMetal. Sie können halt alles, diese beiden Tausendsassas und legten das beste Konzert hin, das wir von ihnen gesehen haben.

Zwar ist es bis jetzt noch nicht wissenschaftlich bewiesen, doch hält Roy Sanders nach wie vor an seiner Überzeugung fest, David Hasselhoff sei sein Vater. Nach dem Konzert in Wiehl spricht sich das Engagement des trommelnden Beamten sicherlich wie ein Lauffeuer rum. Dann besteht die Chance, daß er es schafft, seinen blonden Schützling ins Vorprogramm des berühmten Vaters zu bringen, wenn der 2018 mit K.I.T.T. auf große Deutschlandtour geht. Die große Familienzusammenkunft als Therapieerfolg. Let’s did it!

In der Galerie vor mir

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Nuhr im Blog

Nuhr ganz nah

Letzten Mittwoch war es wieder so weit, Dieter Nuhr stellte sein neues Programm vor kleinem Publikum im gemütlichen LYZ zu Siegen vor. Regelmäßig testet er, bevor er auf Tour geht, hier und z.B. in Lennestadt seine neuen Texte, denn wenn Sieger- und Sauerländer angemessen reagieren, funktioneren die Gags im gesamten Bundesgebiet.
Dieter Nuhr problemlos füllt größere bis zu den größten Hallen des Landes. In der Krönchenstadt tritt er meistens in der benachbarten Siegerlandhalle auf, die sechsmal soviele Zuschauer fasst. Deshalb sind die Karten, einen großen Künstler in kleinem Rahmen erleben zu können, immer heiß begehrt und die Vorstellungen schnell ausverkauft. Natürlich war das dieses Mal nicht anders. Nur mit einer Änderung: Wir waren endlich mal dabei. Ganz nah dran.

„Nuhr hier, nur heute“ lautet der Titel seines neuen Programms. Drei Tage nach der Bundestagswahl kommentierte Dieter Nuhr natürlich deren Ausgang und meinte in seiner unaufgeregten Art, man solle gewissen Parteien nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken, bzw. Gedanken machen. Das würden die Medien schon erledigen. Generell sind die Medien und der damit einhergehende Konsum ein Thema im Programm. Jeder hat die Katastrophen der Welt in der Hosentasche. Dadurch verlieren viele Menschen den Abstand zur Realität, weil das pausenlose Bombardement mit schlechten Nachrichten, die zum Greifen nah scheinen, eine schlechterte Welt suggiert, als sie tatsächlich ist.

Dieter Nuhr geht einen Schritt zurück und wirft einen Blick von außen auf uns und unsere Angewohnheiten. Seine vielen Reisen helfen ihm, seine Mitbürger und das Geschehen von anderen Standpunkten aus zu sehen. Einiges rückt er dabei in die richtige Relation. Er nimmt die Zuschauer stellenweise mit auf eine Zeitreise, um aufzuzeigen, wie gut es im Grunde allen geht. Was sich alles zum Positiven hin entwickelt hat. Natürlich kommt der Humor bei seinen Schilderungen nicht zu kurz, wenn er dem Publikum mit seinen Ansichten stellenweise einen Spiegel vorhält. Wobei, Kabarett-besucher sind ja anders. So wie beschrieben sind nur die Menschen außerhalb des LYZ. Seine unaufgeregten Analysen, die überhaupt nicht belehrend daherkommen, machen ihn und seine Programme so sympathisch. Er versucht, niemandem seinen Standpunkt aufzuzwingen, er zeigt lediglich auf, daß man viele Situationen einfach anders sehen sollte. Burkinis sind gar nicht schlecht, es stecken nur die falschen Menschen drin. Gerade dieser amüsante Fokus auf das Positive schätzen wir an Dieter Nuhr mit am meisten.

Viel zu schnell ging dieser besondere Auftritt vorüber. Nach dem lachenden und klatschenden Zuspruch des anwesenden Testpublikums zu urteilen, muß sich Dieter Nuhr keine Gedanken machen. Ein gelungener Einstand des neuen Programms. Sein ebenso ruhiger, wie humorvoller Blick auf die Welt wird auf der kommenden Tour wieder bundesweit für Erheiterung sorgen. Außer vielleicht bei Spacken, Idioten und Arschlöchern. 😉

Nuhr im Bild

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Mann, Sieber!

Algorithmus zum nachdenklichen Lachen

Am 9.9. 2017 ging die Sommerpause des Plüschblogs zu Ende. Nicht, dass wir uns selbst eine kulturelle Pause auferlegt hätten, nein, viele Künstler (sei es nun Bands oder Solokünstler) machen in den Monaten Juli und August ihrerseits Pause oder spielen nur große Festivals.
Daher waren wir ganz froh, dass es nun, wo der Herbst langsam Einzug hält, auf der Bühnen der Republik weitergeht.

Den Anfang machte Christoph Sieber, der uns bereits vor 2 Jahren im LYZ mit „Alles ist nie genug“ sehr positiv überrascht hatte, und nun die Stadthalle Kreuztal besuchte. Ich möchte nicht zu sehr vorgreifen, aber Kreuztal wird uns in diesem Jahr noch mehrmals als Gast haben. 😉
„Hoffnungslos optimistisch“ ist tatsächlich bereits das fünfte Soloprogramm des Künstlers, der uns jedoch erst seit ca. 3 Jahren ein Begriff ist, seitdem wir ihn als Mitglied des Rateteams in „Meister des Alltags“ sahen.
Optisch sehr verändert, nämlich mit längerem, ergrautem Haar, betrat Christoph Sieber die Bühne der gut gefüllten Stadthalle. Was Energie und Spielfreude angeht, zeigte er sich jedoch wie gewohnt agil und ständig in Bewegung.

Hört man den Begriff „politisches Kabarett“, denkt man vielleicht an trockene, hochgestochene Pointen, die man nur versteht, wenn man regelmäßig entsprechende Zeitungen liest und Politsendungen verfolgt. Allerdings ist dies bei Christoph Sieber nicht der Fall. Natürlich greift er aktuelle politische Themen auf, denen aber jeder, der gelegentlich aktuelle Nachrichten hört oder liest, folgen kann. Wider Erwarten gab es auch keinen ausführlichen Schwerpunkt für die kommende Bundestagswahl. Jedoch geriet man manchmal ins Grübeln und fragte sich nach manchen Punkten im Programm,was denn das tatsächlich kleinere Übel ist.

Jedoch nicht nur Politik, sondern auch Alltagsbeobachtung ist ein großes Thema im Programm. So z.B. den Umgang mit Handys, bzw. Smartphones. Heutzutage übernimmt z.B. Siri das Auswählen von Restaurants in der Nähe und der Kühlschrank kommuniziert mit der Haustür, wenn die Milch leer ist. Logischer nächster Schritt: Der Kühlschrank schickt die Haustür zu Rewe.

Christoph Sieber steht in den 2 Stunden seines Programms nicht nur im gleichen Outfit vor dem Publikum. Im breitesten Schwäbisch hält er z.B. eine Laudatio in der Vollversammlung der Bäckerei Häberle, streift ein weißes Jackett über und schlüpft in die Rolle eines reichen Firmenchefs, schnappt sich die Gitarre für den Klugscheißer-Song oder rapt den „Deppen-Rap“. Gelegentlich nimmt er ein Buch zur Hand, aus dem er Geschichten vorliest, wie die sehr bildhafte und detaillierte Darstellung einer Imbißbude. Außerdem klärt er das Publikum über das „Goldmann-Sachs-Prinzip“ auf und trifft bei mir einen Nerv, indem er die Nützlichkeit eines großen Latinums in Frage stellt. Sed ubi est Cornelia?

Bei vielen noch ein echter Geheimtipp, aber im Fernsehen oft präsent durch Auftritte in „Mitternachtsspitzen“, „Pufpaff’s Happy Hour“ oder „Die Anstalt“. Nicht zuletzt in seiner eigenen Sendung „Mann, Sieber“, die er zusammen mit Tobias Mann präsentiert. Wer zumindest ein bißchen das aktuelle Weltgeschehen verfolgt, wird keine Probleme haben, bei ihm herzhaft zu lachen. Manchmal bleibt es einem jedoch im Halse stecken, da es oft so schmerzhaft wahr ist. Mit einem sehr nachdenklichen Schlußmonolog, in dem Christoph Sieber alles aufzählt, woran er sich nicht gewöhnen möchte, entläßt er das Publikum in den restlichen Samstagabend und macht noch darauf aufmerksam, dass er im Foyer noch DVDs verkauft, dessen gesamter Erlös an die Flüchtlingshilfe geht.

Et hoc modo in imaginibus

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Julimond

Das ist unser Schloss

Wir möchten noch schnell einen Konzertbericht nachreichen, den wir seit zwei Monaten vor uns herschieben. Sind wir doch am 08.07 direkt vom Wilden Westen des neunzehnten Jahrhunderts in die Siebziger und Achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrunderts gereist. Zurück in die Zukunft, sozusagen.
Jan Plewka war, zusammen mit der Schwarz-Roten-Heilsarmee, und seinem „Rio Reiser“-Programm, zurück in Siegen. Das letzte Mal in der Krönchenstadt vor drei Jahren, präsentierte er die Lieder von Simon and Garfunkel im Apollo Theater. Das Wetter zeigte sich an dem Samstagabend im Juli aber von seiner besten Seite und so fand der Auftritt des Hamburgers Open Air im Oberen Schloß statt.

Im Gegensatz zu vielen Menschen im Publikum, sind wir nicht mit der Musik Rio Reisers sozialisiert worden. Natürlich kennt man einige Stücke, aber wir kennen die Lieder lediglich von Jans Auftritten. Gerade das macht manchmal den Reiz eines Livekonzerts aus, daß einen der Künstler neugierig macht auf Musik, die man nicht kennt. Der Besuch im Oberen Schloß hat sich wieder gelohnt, auch wenn zwei Termine an einem Tag etwas in Stress ausgeartet sind, konnten wir den Auftritt der Band entspannt genießen.

Vielleicht lag es am Austragungsort, aber die Schwarz-Rote-Heilsarmee hat noch nie so laut gerockt. Die Musik muß in der gesamten Oberstadt zu hören gewesen sein. Dazu hat Jan Plewka die Worte des verstorbenen Musikers mit seiner besonderen Art und Stimme zum Leben erweckt. Egal ob rockige oder melancholische Töne, der Sänger traf sie alle. Zu dem Lied „Irrenanstalt“ wurde ein Video auf der Leinwand gezeigt, welches den Sänger zeigt, wie er laut rufend durch Hamburg läuft. Danach stand er, rot angestrahlt, abseits im Torbogen, mit Gitarre. Bei einem anderen Lied zogen alle Musiker durch die Stuhlreihen des Schloßhofes und sammelten Geld. Zu keinem Zeitpunkt hatte man den Eindruck, einem Theaterstück zu folgen. Alles wirkte organisch und leicht, was wahrscheinlich an den genauso talentierten wie sympathischen Künstlern lag.

Die versammelten Zuschauer waren oftmals textsicherer als wir, aber beim Applaudieren stimmten wir wieder mit ein. Die Stimmung im luftigen Ambiente war grandios. Der Auftritt wurde von Anfang an begeistert aufgenommen, was am Ende nochmal richtig deutlich wurde. Durch den anhaltenden Applaus war die Band gezwungen, mehrere Zugaben zu geben, bevor sie in den verdienten Feierabend gehen konnte. Die Zuschauer gingen stattdessen begeistert in die Siegener Nacht. Wie es sich gehört unter einem vollen Julimond.

Nach zwei Vorstellungen mit den Liedern von Rio Reiser und einer mit Simon and Garfunkel Songs, hoffen wir, daß uns die Musiker auch noch „Die Macht der Musik“ aufzeigen. Obwohl sie das genaugenommen mit jedem Auftritt bereits getan haben. Wir sind neugierig darauf und auf jeden Fall wieder mit von der Partie, wie hier zu lesen sein wird. Doch vorher taucht bestimmt Jan nochmal auf. 😉

Fotoanstalt

P.S.
Ich möchte zum Schluß kurz auf ein kleines Projekt von Jan Plewka und Marco Schmedtje hinweisen. Der Gitarrist ist nicht nur Teil der Schwarz-Roten-Heilsarmee, er half Jan schon bei seinem Soloalbum aus und gründete später mit ihm die kurzlebige Band Zinoba. Mit Between the Bars spielen die Beiden eigene Lieder im akustischen Gewand. Ihr solltet auf jeden Fall dort reinhören, es lohnt sich.

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Am Meer

Plüschige Pauschalreise

Sverry hat euch ja schon von den beiden Zwischenstopps auf unserem Weg in den Urlaub berichtet. Jetzt möchte ich euch kurz etwas zu meiner Woche am Meer erzählen, denn letztes Jahr befand ich mich in meiner Lieblingsstadt an der Nordsee. Mit den Pfoten im Watt versteht sich. Die Bärchen haben sich dieses Mal gut auf den Urlaub vorbereitet und sich ein paar Utensilien besorgt. Wo immer sie eine Möglichkeit sahen, haben sie ihre Stühlchen rausgeholt und mit Sonnenbrille das Wetter genoßen. Sie sind allerdings nicht brauner geworden. 😉

Petrus muß ein Murmeltierfreund sein, denn wir hatten die ganze Woche über blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein. Gerade bei den Temperaturen gibt es nichts angenehmeres, als bei leichter Brise, die einen durchs Fell weht, über den freigelegten Meeresboden zu laufen. Davon kann ich in Büsum nicht genug bekommen, selbst abends.

 

 

 

Letztes Jahr sind wir an Land geblieben, haben uns auf Sverrys Bismarckturm -Tour begeben und sind nach Friedrichskoog zu den Seehunden gefahren. Dieses Jahr werde ich wieder auf’s weite Meer hinaus fahren. Ich möchte noch nicht zuviel zu versprechen, aber wahrscheinlich werde ich meinen Urlaub, zu Lande, zu Wasser und in der Luft verbringen. Stay tuned, denn davon bringe ich bestimmt wieder Fotos mit. Bis dahin, werft mit mir einen Blick zurück und genießt den Sommer.

Ein Murmel, ein Meer, ein Watt, aber viele Fotos

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