Singendes Nadelholzgewächs

CTU – Country Tunes United

Am vergangenen Montag spielte Phil Collins eines von fünf Konzerten in Köln. Wir machten uns also auf den Weg in die Rhein-Metropole. Wer kennt Hits wie „Against all Odds“ oder „In the Air tonight“ nicht. Allerdings lockte uns nicht der kleine Brite in die große Arena, sondern ein kleiner Amerikaner ins gemütliche Gloria.
Kiefer Sutherland hatte geladen, um sich darüber zu beschweren, daß es in Europa nicht genug Whiskey gibt und nebenbei sein erstes Album „Down in a Hole“ vorzustellen.

Nach den Kids of Adelaide, zwei sympathischen Stuttgartern, die dem Publikum mit ihren Liedern eingeheizt hatten, betrat die Kiefer Sutherland Band die Bühne. Der Gitarrist passend mit einem Stetson und der Bandleader entledigte sich nach den ersten Liedern seines Kopfschmuckes. Von Anfang hießen die anwesenden Zuschauer die fünf Amerikaner herzlich willkommen. Natürlich spielten sie in erster Linie Lieder des Albums und dabei wurde deutlich, daß Kiefer Sutherland nicht nur ein guter Schauspieler ist. Er hat eine sehr angenehme Stimme, die sowohl bei den ruhigen wie auch den rockigeren Stücken paßte. Dazu lief er ständig über die Bühne und reckte seine Gitarre in die Höhe.

Die elf Lieder seines Album reichen nicht, um ein ganzes Konzert zu bestreiten, daher bediente sich Kiefer nicht nur an bislang unveröffentlichen Stücken, sondern präsentierte ebenfalls Lieder von Künstlern, die ihn begleitet und beeinflußt haben. Unter anderem die amerikanische Ikone Tom Petty, der nicht einen schlechten Song geschrieben hat, weil er ein badass Songwriter ist (Zitat: K. Sutherland). Als erstes spielte die Band „Ways to be wicked“, eine B-Seite der Heartbreakers und später „Honey Bee“ von Tom Petty’s Soloalbum. Dabei zeigten die Musiker, wofür das Rock in Country-Rock steht. Bei dem Stück gaben sie richtig Gas. Wie auch bei „Down in a Hole“, dem Titeltrack und letztem Lied vor den Zugaben. Da durfte die Schlagzeugerin richtig in die Felle hauen. Ein bekannter polnische Schlagzeuger nennt das Restkondition. 😉

Die erwähnten Zugaben ließen nicht lange auf sich warten, zu laut und beständig forderte das Publikum diese ein. Kiefer und seine Mitstreiter waren sichtlich gerührt von der nicht abebbenden Begeisterung des Publikums und er versprach, daß dieser Abend etwas Besonderes für die Band wäre. Seine Mitstreiter wurden nicht vorgestellt und blieben ziemlich im Hintergrund. Zum Dank spielten die Fünf trotzdem noch vier Lieder, u.a. „Knockin‘ on Heaven’s Door“ und beendeten das Konzert mit dem rockigen, bisher „Rebel Wind“ betitelten Stücks.

Entgegen Phil Collins, der scheinbar sehr unbeweglich agierte, war Kiefer Sutherland das genaue Gegenteil. Er stand kaum still, bewegte sich unentwegt mit seiner Gitarre über die Bühne, wie ein kleiner Wirbelwind. Die zum Teil unscharfen Fotos liegen also nicht am Unvermögen der Kamerabeauftragten, sondern am Bewegungsdrang des Künstlers. 🙂

Uns hat das Album schon besser gefallen, als erwartet, weil Country nicht ganz unsere Richtung ist. (Badass Songwriter mal ausgenommen. 😉 ) Das Konzert aber war spitze und hat uns genauso, wie die vielen Zuschauer im Gloria, restlos begeistert. Was sich an der durchgehend phänomenalen Stimmung widergespiegelt hat. Dieses Mal hat uns eher der Schauspieler Kiefer Sutherland nach Köln gelockt, beim nächsten Mal ist es definitv der Musiker. Der arbeitet an seinem zweiten Album und präsentiert das hoffentlich wieder auf einer Tour, denn wir haben bestimmt immer noch nicht genug Whiskey in Europa.

How to recognise a special type of tree from quite a long way away

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Alright Deutschland

Two in a row

Einen Tag nach unserem Konzert im rheinischen Rom waren wir schon wieder auf Achse. Am Samstag standen wir vor den Toren der Schleyerhalle. Das letzte Mal standen wir 1999 dort. Und auch das letzte Mal waren wir wegen KISS in Stuttgart. Die amerikanische Band holte ihre ausgefallene Tour des letzten Jahres nach und hetzte uns durch die Republik, denn wir waren bei zwei der vier deutschen Gastspiele dabei. Unsere zweite Begegnung fand zehn Tage später in Frankfurt statt, wir packen aber alles in einen Bericht.

Eine KISS Show beinhaltet feste und liebgewonnene Punkte, zu denen zweifellos der schwarze Vorhang mit dem immensen Bandlogo gehört, der die Bühne während des Umbaus verdeckt. Als das Licht erlosch, die ersten Nebelschwaben sich den Weg unter dem Vorhang bahnten, der Brummton durch die Halle klang und das Intro erschallte, gab es kein Halten mehr. Niemanden hielt es auf seinem Sitz, als der Vorhang mit einem lauten Knall hinunterflog und den Blick auf die vier Musiker freigab, die von oben auf die Bühne herab schwebten.


Sie eröffneten die KISSWorld mit „Deuce“, einem Klassiker des ersten Albums. Überhaupt bestand die akutelle Setlist wieder aus Klassikern und Old School Stücken, wobei wahrscheinlich nur Paul Stanley den Unterschied kennt. Nachdenken sollte man bei KISS sowieso nicht zuviel, denn für Subtiles sind sie nicht bekannt. Dafür scheint der Begriff Rockzirkus für KISS erfunden worden zu sein. Auch nach vierundvierzig Jahren sind sie auf der Bühne nicht zu bremsen. Sobald ihre Plateauschuhe die Bühne berührten, standen sie nicht still. Paul, Gene und Tommy liefen über die Bühne und posten unentwegt. Nachdem sie mit dem zweiten Song die ganze Halle dazu gebracht hatten, es laut heraus zu schreien, wurde es danach ruhiger. Sie unterbrachen in Frankfurt ihren normalen Ablauf, denn das Konzert fand einen Tag nach dem Anschlag in Manchester statt. Paul Stanley rief zu einer Gedenkminute für die Opfer auf. Die Geste fanden wir sehr gut und es zeigt, daß Musik verbindet. Egal, welche Musikrichtung man hört, jeder Konzertbesucher ist von irgendeinem Künstler Fan.

Danach ging es weiter mit der Rock ’n‘ Roll Party und den bekannten und geliebten Showeinlagen. Gene spuckte bei „Firehouse“ Feuer, Tommy schoß bei „Shock Me“ Funken aus seiner Gitarre. Das einzige Lied bei den Shows, bei dem er den Gesang übernahm. Trotzdem mußte er sich nicht hinter den beiden Bandchefs verstecken. Schließlich ist die aktuelle Besetzung schon länger zusammen, als es die Originalbesetzung zusammengerechnet war. Die meisten Fans sind dankbar dafür, daß sie in die Schuhe ihrer Vorgänger geschlüpft sind und die Kostüme des Catman und des Spaceman tragen. Ohne Tommy und Eric wäre unser Konzert 1999 in Stuttgart wirklich unsere letzte KISS-Show gewesen.

KISS touren momentan in den Kostümen der „Creatures of the Night“-Phase und passend dazu haben sie in Amerika fast das komplette Album gespielt. Sogar zwei Lieder der Soloalben wurden drüben gespielt. Für Europa wurde die Setlist wieder umgestellt. Von wegen, KISS spielen immer die gleichen Lieder. 🙂 Vielleicht haben sie auf die vielen Einwände seitens der Fans gehört.
Eine Überraschung im Set der KISSWorld-Tour war „Flaming Youth“ vom legendären „Destroyer“-Album. Eigentlich gab es zwei Überraschungen, denn Paul Stanley konnte alle Lieder des Albums aufzählen. 😉 Und genau genommen gab es in der Setlist eine dritte Überraschung, denn einer der größten Hits, „Love Gun“, wurde nicht gespielt. Aber wer über soviele Jahrzehnte Alben veröffentlicht hat, hat mehr als genug Lieder zur Auswahl. Natürlich stammen die meisten Stücke aus den Siebzigern, der Hochzeit der Band. Trotzdem wurden mit „Crazy, crazy Nights“ aus den späten Achtzigern, „Psycho Circus“ von 1998 und „Say Yeah“ vom ersten Album der aktuellen Besetzung, Lieder aus jeder Dekade berücksichtigt.

Man muß zugeben, daß Paul Stanleys Stimme nicht mehr die beste ist, aber wem kann man schon das Alter vorwerfen? Besonders, wenn der charismatische Frontmann bei jeder Show mit dem Publikum spielt und post als gäbe es kein Morgen mehr. Er lief von rechts nach links über die Bühne, setzte sich an den Bühnenrand, lag wie ein Gitarre spielender Maikäfer auf dem Rücken. In Frankfurt schien er noch besser drauf zu sein als in Stuttgart. Dafür darf Gene Simmons mehr Lieder zum Besten geben und beim obligatorischen Blut spucken wurde wieder „God of Thunder“ angestimmt. Selbstredend von seiner kleinen Plattform weit oberhalb der Bühne, auf die er fliegt. Sein Bandkollege stand ihm in nichts nach und Paul Stanley flog später über die Köpfe des Publikums hinweg auf eine kleine Bühne in der Hallenmitte. Als besondere Überraschung holte sich das Starchild bei jeder Show ein Mädchen aus dem Publikum auf die Bühne, um mit ihr ein Lied zu spielen. KISS ist halt eine Band für die ganze Familie und begeistert neben den alten Hasen schon längst die nächste Generationen von Rockfans.

Wahrscheinlich aufgrund der Halle, unterschied sich der Bühnenaufbau in Stuttgart etwas von der normalen Bühne in Frankfurt. Die LED-Schirme über den ersten Reihen fehlten in Baden-Württemberg und die Hebebühnen befanden sich rechts und links für Tommy und Gene, auf denen sie während des Konfettiregens in die Höhe stiegen. Paul zertrümmerte derweil stilecht seine Gitarre auf der Bühne. In Frankfurt befanden sich beide Hebebühnen in der Mitte, auf der die Band während der Show in die Luft ging und für den Demon und den Spaceman standen zwei kleinere Kabinen bereit, die sie in luftiger Höhe hinaus über die Köpfe der jubelnden Zuschauer trugen. Selbstredend blieb Eric Singer nicht am Boden zurück, er wurde passend dazu immer wieder mit seinem Schlagzeugpodest in die Höhe gezogen.

Wie immer waren nach „Rock and Roll all Nite“ noch nicht alle Pyros gezündet und die Show noch nicht beendet. Und ebenfalls wie immer ließen die Fans ihre Idole so schnell nicht ins Hotel. Die Stimmung bei beiden Konzerten war phänomenal. Bis in die letzte Reihe sah man klatschende und jubelnde Menschen, die ihre Rockidole abfeierten. Lächelnd und glücklich kamen die vier geschminkten Musiker zurück. Denn kein Deutschlandkonzert ohne „I was made for lovin‘ you“. Feuersäulen und Gesang aus zehntausender Kehlen inklusive. Zum Abschluß rockten die Musiker gemeinsam mit dem Publikum zu „Detroit Rock City“ und ließen sich ein letztes Mal verdient feiern, bevor das Saallicht wieder anging und das Auditorium in die Nacht entließ, bedankten sie sich mit einer Videobotschaft bei den Fans.

Wer Innovation oder Neues erwartet, ist bei KISS falsch. Sie zelebrieren sich und ihre Show, aber dafür weiß man, was man geboten bekommt. Eine gut hundertminütige, energiegeladene Rockshow. Und die Showeinlagen nutzen sich genauso wenig ab, wie die Lieder. Beides kennt man in und auswendig, aber gerade deswegen ist man doch Fan der Band geworden. Wie könnte man sich da beschweren, daß man genau das geboten bekommt?
Es ist absehbar, daß diese vier Zirkuspferde nicht mehr allzu oft in ihre Manege einladen werden, aber wir sind auf jeden Fall wieder dabei. KISS gehört zu den Bands, die man gesehen haben sollte. Und zwar so oft wie möglich. 😀

Two Sides of the Coin to chose from:
Stuttgart from the Pit

Frankfurt from the Balcony

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Forum Romanum

Viele Wege führen nach Leverkusen

…doch die meisten waren letzten Freitag gesperrt oder überfüllt. Zu allem Überfluss startete das Konzert schon um 19.30 Uhr. So begaben wir uns mit Zeitdruck im Nacken auf eine längere Überlandfahrt nach Leverkusen. Zum Glück hatte Apollon ein Einsehen und wir konnten fünf Minuten vor Beginn, abgehetzt und außer Atem, unsere Plätze einnehmen.

Schon seit letztem Sommer fieberten wir unserer Verabredung mit den fünf Musikern entgegen, die wir seit zehn Jahren nicht mehr live gesehen haben, weil sie nach einem Update ihres Navis das Siegerland nicht mehr zu finden scheinen. Zum Glück haben wir den Weg ins Forum gefunden. Die Bühne hüllte sich in schwarz und pünktlich brachten die fünf Herrschaften mit ihren Jacketts Farbe auf die Bühne. Natürlich wurden sie vom Applaus der Zuschauer begleitet, als sie sich an ihre Instrumente begaben um die neue Konzertreise zum kommenden Album, „In Rom“ (22.09.2017), zu beginnen.

Nach Paris und New York beenden Lieder aus Italien die musikalische Weltreise, die Götz Alsmann vor sechs Jahren begann. So erklangen an dem Abend deutsche Versionen italienischer Schlager. Natürlich durften „Volare“ und „Azzuro“ nicht fehlen, die der Meistro mit seiner Band locker und beswingt darbot. In Leverkusen mag es der erste Abend in Rom gewesen sein, aber man merkte den fünf Münsterländern keinerlei Nervosität an. Alles lief locker und wie am Schnürchen, was wahrscheinlich an dem jahrelangen Zusammenspiel der Musiker liegt. Viel hat sich in den zehn Jahren nicht geändert. Lediglich eine Umbesetzung gibt es zu vermelden, so zupft Ingo Senst jetzt die Saiten seines Basses. Die Schlagstöcke schwingt immer noch Rudi Marhold, während Altfrid M. Sicking auf beeindruckende Weise sein Xylofon zum Klingen bringt.

Genausowenig wie Markus Paßlick an den Percussion-Geräten, durften selbstredend die unterhaltsamen Anekdoten des Bandleaders fehlen. So beschrieb Götzi lebhaft wie er auf die Lieder gekommen ist, die er für das neue Werk umarrangierte und von den Erlebnissen der Band während der Aufnahmen in Rom. Nicht immer ist alles wahr, aber immer wahrhaft amüsant. Neben dem Publikum lachte der Mann an den Percussions, Markus Paßlick, am lautesten über die charmanten Geschichten mit. Dem langjährigen Weggefährten Alsmanns gebührte im Programm die Ehre, einen bekannten deutschen Schlager über die Italiensehnsucht vergangener Jahrzehnte zum Besten zu geben. In einer sehr individuellen Version. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

Zwar haute Götzi-Mausi die meiste Zeit in die Tasten seines Klaviers, aber wenn es um Lieder aus Italien geht, darf natürlich eine Mandoline nicht fehlen. Er bediente sich bei diesem landestypischen Instrument, um einigen Liedern den südlichen Klang zu verleihen.
Die fünf Musiker ließen unter anderem die rote Sonne im Meer versinken und begeisterteten die anwesenden Musikinteressierten mit einem instrumentalen Medley. Mehr Stimmung erzeugten diese Melodien wahrscheinlich nur beim legendären Schlagerfestival von San Remo.

Daher war es nicht anders zu erwarten, die anwesenden Zuschauer forderten lautstark nach einer Zugabe. Götz Alsmann kam dem Wunsch erst einmal solo nach. Das einzige Mal an dem Abend, daß die Musik aus der Konserve kam, denn er hatte eine Art Ukulele aus einer Konservendose in der Hand. Die vier durchschnittlich großen EU-Bürger unterstützten ihn dann bei zwei weiteren Liedern aus den vorangegegangenen Alben. Sie luden die Zuhörer erst zu einem Spaziergang durch einen kleinen Park und anschließenden zu einem Abschiedsgetränk ins friedliche Café ein. Mit diesem musikalischen Schlummertrunk beendeten sie den gelungenen Einstand ihres neuen Programms.
Wir konnten uns nur der allgemeinen Begeisterung für die Darbietung anschließen. Götz Alsmann und Band stehen nach wie vor für unterhaltsame Stunden, um die Seele baumeln und den Mund schmunzeln zu lassen. Der mediterrane Musikabend ließ zumindest unsere Sorgen und den Streß langer Anfahrten vergessen, so konnten wir uns entspannt und glücklich auf einen, fast umwegfreien, Rückweg machen.

Apropos Siegerland, denn neben den Aufnahmen zum neuen Album scheint die Band noch genug Zeit gefunden zu haben, ihr Navi zu reparieren. Im November spielen sie tatsächlich wieder in unserer Region. Wir freuen uns und werden wieder berichten. Vorher freuen wir uns, Euch unsere ersten Fotos eines Künstlers zu präsentieren, der uns zwanzig Jahren durch unser Leben begleitet.

Piccola Galleria

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Shall we begin

Erleiden und überleben

Keine Widrigkeit hat Blaze Bayley davon abgehalten, seinen Traum zu leben. Er hat schon viel erlitten und überlebt, aber Verlierer ist er keiner und so hat es es letzendlich zurück ins Siegerland geschafft. Zum dritten Mal spielt er im kleinen Vortex in Siegen-Weidenau, bis unters Dach voll mit Metal-Fans, die für den kleinen Briten angereist sind. Doch er sein neues Album live vorstellte, eröffnete Hell-O-Matic den Abend.

Ein Blick auf die Setlist ließ uns erstaunt aufblicken. Die Liste wurde von „Planet Claire“ angeführt und tatsächlich eröffneten Hell-O-Matic mit einer Metalversion des The B-52’s Klassikers. Was uns, als Fans der amerikanischen Partyband, sehr gefreut hat. Die interessante Version stand dem Original in nichts nach [Wobei ich bei dem Stück immer Fred Schneider vor meinem geistigen Auge sehe. 🙂 ] . Er war vorallem gut als Einstieg in den Abend und die Musik der Band geeignet.
Ihre Mischung aus verschiedenen Metal- und Rockstilen, sorgte für gute Stimmung und erste gereckte Hände. Dem Publikum gefiel, was es geboten bekam. Mit „Maggots“, „Love suxx“ und weiteren eigenen Stücken schafften es Hell-O-Matic spielerisch, die Zuschauer in ihrer Welt willkommen zu heißen.
Die Pflicht einer Vorband, die versammelten Fans auf Betriebstemperatur zu bringen, haben sie in Weidenau vorbildlich gemeistert. Dabei die Kür nicht vergessen, denn sie wußten sich und ihre düsteren Lieder in Szene zu setzen. Verdienter Applaus beendete den kurzen Gig der Band aus Fulda. 

Nach einer Umbau- und Bierhol-Pause, betraten Blaze und Absolva, die Band, die ihn begleitet, die kleine Bühne des Surfer Musikclubs. Unter Jubel der anwesenden Fans legte der kleine Brite mit der kräftigen Stimme los. Er startete das Konzert mit den gleichen Liedern, wie sein aktuelles Album. Selbst die relativ neuen Lieder wurden direkt mitgesungen und abgefeiert. Nahtlos ging es mit einem Song aus seiner Zeit bei Iron Maiden weiter, bevor er sich bei den Fans für die Unterstützung bedankte.

Blaze und Absolva hatten an dem Abend besonders viel Spaß, denn oftmals lachten sie auf der Bühne, was gerade bei dem Sänger sonst eher selten vorkommt. Bei der ununterbrochenenen Zustimmung aus dem ausverkauften Vortex kein Wunder. Blaze präsentierte einen gelungenen Querschnitt aus seinem musikalischen Schaffen, mit dem Hauptaugenmerk auf sein Solowerk. Eine gute Setlist zu erstellen ist nicht immer einfach, besonders mit so vielen starken Stücken im Gepäck, aber diese Aufgabe hat Blaze auf der aktuellen Tour gemeistert und eine ausgewogene und perfekte Zusammenstellung gefunden. Das Publikum feierte jedes Lied dankbar und voller Enthusiasmus ab. Dabei war es egal, ob es sich um ein Solostück von einem seiner Solowerke oder den zwei Maiden-Nummern handelte. An dem Abend gab es kein Halten mehr.

Bei der nicht ganz ernsten Nummer „Manhunt“ von Wolfsbane, der ersten Band von Bayley, verdrängte die Band ihren Sänger vom Bühnenrand. Karl Schramm, Chris Appleton und Martin Mcnee tobten sich an ihren Instrumenten aus, bewiesen und spielten ihren Chef in den Hintergrund. Sie ließen Blaze nicht mehr nach vorne und wehrten jeden seiner Versuche mit ihren Körper und Instrumenten ab, wieder nach dorthin zu gelangen. Blaze zeigte dabei einen ernsten und verwunderten Gesichtsausdruck. Metal muß nicht immer ernst sein, um gut zu sein. Gerade diese Einlagen demonstrierten, daß die vier Engländer nicht minder viel Spaß an dem Konzert hatten, wie die Menschen vor der Bühne.

„A Thousand Years“ wurde dem dankbaren Publikum als Zugabe gereicht. Eigentlich sollte nach dem Stück des letzten Albums Schluß sein. Die Band stand glücklich und fertig auf der Bühne. Die Fans standen glücklich davor, wollten die Musiker aber noch nicht gehen lassen. Keiner verließ den Raum und die Rufe nach weiteren Zugaben ebbte nicht ab, so daß sich die Engländer glücklich geschlagen gaben. Spontan spielten sie einen weiteren Maiden-Klassiker aus Blaze’s Zeit bei der britischen Institution. Man merkte dem Publikum keine Ermüdungserscheinungen an, denn „Lord of the Flies“ wurde mit vollem Körpereinsatz und lautem Gesang aus dem Zuschauerraum abgefeiert.
Anstatt dankbar für die kostenlose Zugabe zu sein, verlangte das Publikum nach mehr. Die vier Musiker wurden weiterhin nicht von der Bühne gelassen. Nach kurzer Beratung unter geräuschvollem Jubel schritt Chris Appleton zu seinem Verstärker und schaltete ihn lachend ein weiteres Mal an. Als letztes Lied wurde „The Brave“ von Blaze‘ erstem Soloalbum angestimmt. Ein letztes Mal an diesem Abend mobilisierten Band und Fans ihre Energie und feierten den Song lauthals ab. Damit war das Konzert dann wirklich beendet.

Zum Glück hat sich Blaze nicht an den Titel seines Wolfbane-Albums gehalten. Hätte er schnell gelebt und wäre früh gestorben, wäre vielen Menschen dieser grandiose Auftritt verwehrt geblieben. Die Setlist und Stimmung ließen an dem Abend keine Wünsche offen. So euphorisch wurden die vier Musiker noch nicht abgefeiert. Es war das beste Konzert, daß wir von Blaze gesehen haben. Er war der selben Ansicht, denn nach dem letzten Lied hat er noch nicht Feierabend. Im Anschluß geht er zu den Fans, den Menschen, denen er es verdankt seinen Traum leben zu können. Gemeinsam mit seinen Fans kann er die Sonne bewegen und dafür ist er sehr dankbar, was man ihm immer ansieht.

Nach dem überwältigendem Zuspruch verwundert es nicht, daß die nächsten Termine in der Region schon feststehen. Absolva treten ohne Blaze im September wieder in Herdorf auf um ihr kommendes Album live vorzustellen und zusammen mit dem Sänger stehen sie Ostern 2018 wieder auf den Brettern des Vortex. Dann präsentieren sie den Abschluß von Blaze‘ „Infinite Entanglement“-Trilogie. Uns findet ihr auf jeden Fall wieder vor der Bühne, um euch davon zu berichten. Hoffentlich versteckt der Osterhase die Instrumente nicht. 🙂

Eating Pics

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Murmelturm

Der Pfeil markiert die Stelle

Eigentlich hat Sverry versprochen, noch ein paar Fotos seiner Rundreisen zu präsentieren, aber weil ich letztes Jahr einmal mit war, läßt er mit in diesem Fall den Vorzug. Sverrys Begeisterung für die Bismarcktürme, die vor zwei Jahren entfacht wurde, macht uns andere Stofftiere natürlich ziemlich neugierig. Als sich letztes Jahr die Chance bot, auf dem Weg zu meiner Lieblingsstrickerin einen kleinen Schlenker zu fahren und sich eines dieser sagenumwobenen Denkmäler anzuschauen, bin ich natürlich nicht im Auto sitzen geblieben.

Die Hanausen (Hanauer?) müssen sehr stolz auf diesen steinernen Koloss sein, denn sie weisen extra mit einem Pfeil darauf hin. Der Turm steht etwas abseits, mitten auf einer Verkehrsinsel. Wir mußten uns also keinen Weg durch dichtes Gehölz bahnen. Leider war der Turm verschlossen, aber auch von unten, wirkte er sehr imposant, wie er so vor dem kleinen Murmeltier empor ragte. Auch wenn es durchaus interessant war, einen Turm live zu sehen, hat mir der Besuch bei meiner Freundin danach besser gefallen. Ich höre Sverry’s Geschichten aber immer gerne zu, während ich Nüsse knabbere, und werfe einen Blick auf die Fotos hier im Blog. Das könnt ihr jetzt auch tun. Viel Spaß damit.

Die zwei Tiere

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