Schokoschaumwaffelhappen in Siegen

Ansichten eines minimalpigmentierten … Eumels 

Der April hielt viele Termine für uns parat und wir kamen mit dem Veröffentlichen nicht nach. Der Mai dagegen ist wesentlich ruhiger und damit sich trotzdem etwas im Blog tut, haben wir uns ein paar Berichte für den neuen Monat aufgespart. Wir begeben uns jetzt auf die Zeitreise, zurück zum 12.04.2013.

johann-siegen-44 Waren wir am Vortag noch zu den finnischen Monstern nach Köln gereist, sollte uns einen Tag später ein Kölner einen Besuch in Siegen abstatten. Seit wir Johann König 2005 nur interessehalber mal live erleben wollten, haben wir jedes Programm von ihm gesehen. Mehrfach.
Wie üblich waren wir überpünktlich vor der ausverkauften Halle und die Schlange wurde zusehends länger. Kurz vor Einlass führte die Menschenmenge vom Eingang des kleineren Gläsersaals an der Halle lang Richtung großem Saal, machte eine 90-Grad-Kurve, ging an der Außenwand der großen Halle entlang, bog dann wieder links ab, bis bestimmt vor den Haupteingang der Siegerlandhalle. Den konnten wir nicht sehen, fanden uns aber in unserem Vorhaben früh zu sein, bestätigt. Es gab nämlich Diskussionen und unserem Begleiter war das zu früh, so daß er nachkommen wollte. Er konnte sich beruhigt Zeit lassen, denn wir konnten ihm einen Platz in der ersten Reihe frei halten.

Im Vorfeld haben wir uns von sämtlichen Schnipseln des neuen Programms ferngehalten und waren gespannt, was sich der Johann in seinem Sabbatjahr, welches er sich als Burnout-Prophylaxe nahm, ausgedacht hatte. Die Bühne sah aus, wie man sie von Johann gewöhnt ist. Rechts standen ein Stuhl und ein kleiner Tisch mit seinem Gedichtbuch und ein paar Utensilien, links das Keyboard. Allerdings war die Couch der letzten Tour einem kleinen Podest, mit einem großen, felligen Etwas gewichen. Man durfte gespannt sein, was es damit auf sich haben würde.

johann-siegen-41 Pünktlich wurde das Saallicht gedimmt und Johann betrat im hellblauen Hemd und sichtlich ergraut die Bühne. Frau und Kind(er) scheinen ihre Spuren hinterlassen zu haben, obwohl Johann auf seine Gesundheit achtet und im Biosupermarkt einkauft. Wobei sich ihm der Unterschied zwischen Behinderten- und Frauenparkplatz nicht erschließt. Im Laufe der Schilderung seiner Erlebnisse des letzten Einkaufs wies er auf seine eigene Art, durchaus bissig auf einige Ungereimtheiten im Umkreis von Bio und FairTrade-Läden hin.
Die Frau hinter uns hatte auch hörbar Spaß an einigen Ausführungen und lachte sehr individuell und laut. Johann fragte, ob sie den Witz jetzt erste verstanden habe, was dem Lachen keinen Abbruch tat, eher im Gegenteil. Trotz der anhalten Störung machte die depressive Stimmungskanone weiter im Programm.

Er setzte sich auf den Stuhl und erzählte, wie er Hörspiele aus seiner Jugend wiederentdeckt hätte. Er ließ es sich nicht nehmen, dem Publikum ein paar Ausschnitte aus den Fällen der “Fünf Freunde” vorzuspielen. Bei einigen Stellen brach er ab und fragte, wie es wohl weitergehen würde. Der Punkt erinnerte uns etwas an das Rainald-Grebe-Konzert. Trotzdem wundert man sich heute, was so alles für Jugend geeignet schien. Vor allem Bezeichnungen, wie Neger, die heutzutage aufgrund übermäßiger political correctness aus alten Büchern getilgt werden. Sogar Negerküsse, Mohrenköpfe und Mohrüben bekommen neue Bezeichnungen, damit sich bloß niemand auf die Füße getreten fühlt.
Türken in weiten Pluderhosen dürfen allerdings weiter in Kinderbüchern ihr Unwesen treiben, denn Vorurteile sind gar nicht schlecht und schützen uns vor Löwen in der Wohnung. Oder so ähnlich.

johann-siegen-42 Ein paar Nummern untermalte Johann musikalisch und setzte sich vor sein Keyboard. Später versuchte er sich dann lässig auf seinen übergroßen Fellsack zu setzen, was allerdings ein paar Minuten dauerte, bis er ihn bezwungen hatte. Wobei ihm eine Blick auf seine Uhr verriet, daß er zwanzig Minuten schneller war, als geplant. Die junge Frau hinter uns ließ bei Besteigung der Sitzgelegenheit wieder die gesamte Halle an ihrem Spaß teilhaben. Johann meinte, sie müsse am Ende der Vorstellung sitzen bleiben, damit er sich ein Bild von ihr machen könne. Bisher sei sie nur ein Geräusch für ihn.

Nachdem er den Abstieg geschafft hatte, griff er wieder zu seinem Büchlein und las eine kleine Geschichte vor. Er schilderte seine Begegnung mit einem älteren Ehepaar an der Kasse und übernahm dabei alle drei Rollen. Familienerlebnisse mit seinen zwei Kindern Hein-Mück und Lass-das, sowie der Katze Hektopascal durften natürlich nicht fehlen. Meistens gehen mir Nachwuchsgeschichten von Comedians auf den Keks, aber Johanns Art und Weise, sich dem Thema zu nähern, erheitern mich. Es wirkt nicht so aufgewzungen, sondern genauso abgedreht wie seine anderen Erzählungen.

Auch wenn sich durch das Programm kein roter Faden zieht, kommen am Ende die verschiedensten Elemente in seiner kleinen Abschlussgeschichte wieder zusammen.  Diese Geschichten, die alles wieder aufgreifen mag ich, denn dadurch habe ich das Gefühl, daß sich der Vortrag schließt.  Teile davon waren ziemlich abgedreht, aber genau diese absurden Gedankengänge machen einen Teil von Johann’s Reiz aus. Entweder man mag es, oder nicht. Das Publikum und unser Begleiter schienen es zu mögen, denn unter donnerndem und verdientem Applaus verließ er die Bühne.

johann-siegen-22 Natürlich schaffte er es wieder nicht ins Taxi und sang als Zugabe den Siegenern und Angereisten zwei Lieder. Untermalt mit seinem unnachahmlichen Tanzstil. Zuerst das Lied aus dem letzten Programm “Ich hab burnout”, was seinerzeit schon für Kontroversen in seinem Gästebuch führte. Danach sang er sein neues Lied “Auf der Autobahn”.
Wie er danach ganz privat als René Otzenköttel erzählte, hat das Lied nicht weniger Diskussionen ausgelöst und ihm nicht nur erboste Beschimpfungen von Vegetariern, sondern sogar Briefe von der PETA eingebracht. Die damit einmal mehr bewiesen haben, daß Ironie nicht Jedermanns Sache ist.
Wir fanden nicht nur die Lieder, sondern das gesamte Programm wieder sehr, sehr lustig. Der Zusatztermin im Juni 2014 lachte uns geradezu vom Plakat herunter an. ;-)
Aber ob das blonde “Geräusch” wirklich wie angeordnet nachsitzen mußte, entzieht sich unserer Kenntnis.

Johann, Johann, Johann

 

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Zoo-Impressionen

Aug’ in Aug’ mit Tiger

zoo-wuppertal-72 An einem schönen Frühlingstag entschieden meine Freundin und ich uns für einen spontanen Ausflug in den Wuppertaler Zoo. Unter der Woche ist es sehr angenehm, da sich der Besucherstrom in angenehmen Grenzen hält und man entspannt durch das Gelände schlendern kann. Der Wuppertaler Zoo ist wunderschön, sehr geplegt und bietet viele Tiere, die sich in geräumigen Gehegen den Besuchern präsentieren.
Pinguin, Löwe & Co

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Siegen – Zu neuen Ufern 7

Weiter geht’s

Siegplatte 14.04.2013 001 Lange ist es her, seit wir den Fortgang an der Siegplatte dokumentiert haben. Der Winter weigerte sich zu gehen und die Baustelle hat geruht. Nicht so lange wie wir, denn einiges hat sich seit unserem letzten Rundgang getan. Inzwischen ist die Platte komplett ab und bei Sonnenschein wirkt der Teil der Stadt schon ganz anders, mit Blick auf den Fluß.

Siegplatte 14.04.2013 006 In der Galerie befindet sich die Ausbeute von unserer letzten Inspektion. Mal schauen, wie sich die Uferseiten in den nächsten Monaten noch verändern werden.

Freie Sicht

 

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The Mystery of time

Wie 3 1/2 Stunden im Flug vergehen

Der April ist konzerttechnisch ein sehr bunter Monat und veranschaulicht zudem sehr deutlich unseren breit gefächerten Musikgeschmack. Er begann mit deutscher Popmusik, ging dann über zu Hard Rock, machte einen Polka-Abstecher und endet nun mit einem amtlichen Metalkonzert. Und was für eines es werden sollte! Aber ich greife vor.

Dafür, dass wir in der Regel immer zu den Ersten vor der Halle gehören, waren wir an diesem Donnerstag immens spät. Erst eine gute halbe Stunde vor Einlaß fanden wir uns dank diverser Staus vor der Turbinenhalle in Oberhausen ein. Die Schlange schwarzgekleideter Menschen war bereits von der Straße aus zu sehen und wir hatten uns längst von einem Platz in den vorderen Reihen verabschiedet. Von Näherem betrachtet gab es jedoch einige Lücken in der Reihe der Wartenden, so dass wir uns ein gutes Stück nach vorne mogeln konnten. Die Türen öffneten sich netterweise 10 Minuten vorher und – wer hätte das gedacht? – plötzlich waren wir dann doch in der dritten Reihe links. Nun galt es allerdings noch 90 Minuten vor der Bühne totzuschlagen, denn der Konzertbeginn war auf 20:30 Uhr festgesetzt. Immerhin gab es keine Vorgruppen und man war vor den Frühblüherpollen geschützt.

avantasia-04 Avantasia ist das große Projekt von Edguy- Frontmann Tobias Sammet. Das erste Album „The Metal Opera“ erschien im Jahr 2000 und scharte bereit damals schon bekannte Größen der Heavy Metal Szene um sich, wie z.B. die Sänger Michael Kiske oder Kai Hansen. Auf späteren Alben gaben sich dann Jorn Lande, Bruce Kulick, Eric Singer und sogar Meister Alice Cooper die Ehre, um nur ein paar zu nennen. Nun touren Avantasia dieses Jahr im großen Gefolge auf den Bühnen in ganz Europa – ohne Vorgruppe. Mir sind vor allen Dingen die ersten drei Alben im Kopf geblieben, mit den Folgealben bin ich nicht so ganz warm geworden, daher war ich sehr auf diesen Abend gespannt.

Pünktlich um halb neun erlischt das Saallicht und unter den Tönen des Intros „Also sprach Zarathustra“ betreten die Musiker die Bühne. Felix Bohnke, langjähriger Edguy- Kollege von Tobias, nimmt als erstes seinen Platz am Schlagzeug ein. Es folgen Andre Neygenfind am Bass, Sascha Paeth und Oliver Hartmann an den Gitarren, Michael Rodenberg am Keyboard und Amanda Somerville und Thomas Rettke am Backgroundgesang. Mit „Spectres“ vom neuesten Studioalbum wird der Konzertabend eröffnet und die Reise durch 6 Alben Avantasia beginnt. Tobias Sammet selbst erscheint schließlich auf der Treppe hinter Felix und beweist sofort, dass er gut bei Stimme ist. Die Bühnenkonstruktion, die sich über zwei Ebenen erstreckt, erlaubt den Künstlern viel Bewegungsfreiheit und dadurch, dass jeder zwischendurch die Plätze wechselt und mit jedem agiert, wirkt das Zusammenspiel sehr harmonisch.

Beim zweiten Song „Invoke the Machine“, tritt der erste Gastsänger ins Scheinwerferlicht: Ronnie Atkins, Sänger der dänischen Gruppe Pretty Maids, gesellt sich zu Tobi. Sein „dreckiges“ Stimmorgan passt gut in die schnellen Stücke des neuen Albums und bildet einen Kontrast zu der hohen, klaren Stimme von Tobi. Auf die Frage, wer denn wohl das erste Avantasisa Album kennt, bebt die ausverkaufte Turbinenhalle und die 3000 Fans heißen einen weiteren Protagonisten willkommen: Michael Kiske singt gemeinsam mit Tobias zwei Klassiker: „Breaking away“ und „Reach out for the light“. Herr Sammet ist in seinen Zwischenansagen stets zu Scherzen aufgelegt und feixt mal gerne mit seinen Kollegen. Auch Paul Stanleys legendärer Spruch der KISS Reunion – Tour in Oberhausen wird oft zitiert: „Oberhausen!! Your Hausen is my Hausen!!“ und das Publikum reagiert frenetisch.

avantasia-78 Ein weiterer Gast ist Magnum Sänger Bob Catley, mit 65 Jahren der Älteste auf der Bühne und dessen rechte Hand niemals stillsteht. Oder er übersetzt das Gesungene simultan in Gebärdensprache. Man weiß es nicht. Bei „Scales of Justice“ hat Thomas Rettke als Leadsänger seinen Moment im Programm. Überhaupt bekommt jeder auf der Bühne ausreichend Aufmerksamkeit und wird entsprechend gewürdigt. Der letzte Gastsänger ist Mr. Big Frontmann Eric Martin, der seine Deutsch- Kenntnisse zum Besten gibt: „Komm in mein Schloß und ich zeige dir meine Avantasia – Plattensammlung“. Obwohl er sich Mühe gibt, hätte ich mir lieber Jorn Lande gewünscht, insbesondere bei „Promised Land“. Nicht falsch verstehen: Er wirkt sympathisch und nett, gesanglich hinkt er meiner Meinung nach jedoch etwas hinterher. Begeistert nimmt er zur Kenntnis, dass viele Metal Fans spontan den größten Hit von Mr Big singen können: „Tobi with you“ (oder war es doch “To be wie you”?)
Die einzige Frau auf der Bühne liefert sich ebenfalls ein Duett mit Tobias, z.B. bei „Sleepwalking“ und „Farewell“. Amanda Somerville ist nicht nur hübsch, sie hat zudem noch eine unglaubliche Bühnenpräsenz und weiß sich zu bewegen. Über ihre tollen Stimme muß man nicht diskutieren.

Die Sänger wechseln sich regelmäßig ab, doch den Fluß der Show beeinträchtigt dies nicht im geringsten. Alles wirkt wie aus einem Guß und jeder hat zwischendurch auch eine Pause. Alle bis auf einen: Felix „Alien drum bunny“ Bohnke hat an diesem Abend kaum einen Moment zum Verschnaufen. Respekt vor dieser Leistung, stundenlang konstant Schlagzeug zu spielen und dabei noch zu Scherzen aufgelegt zu sein. Wo der Duracell-Hase langsamer wird, fängt Felix gerade erst an. ;)
Auf Effekte mit Feuer, Konfetti und dergleichen, wird an diesem Abend verzichtet. Atmosphäre wird durch die gewaltige Lightshow und wechselnde Hintergründe auf einer großen Leinwand hinter der Bühnenkonstruktion erzeugt. Es gibt auch keine einheitlichen Kostüme, lediglich Tobias gibt sich als „Toy Master“ mit Zylinder, Frack und wechselnden Jacken.
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Das Publikum scheint nicht müde zu werden (obwohl in den ersten Reihen nach zwei Stunden die ersten kapitulieren und sich aus dem Gewühl verabschieden) und jubelt, klatscht und singt was das Zeug hält. Tobias und Co. werden nicht müde zu erwähnen, dass die Oberhausener wohl das bisher beste Publikum der Tour waren. Was sonst wie Lobhudelei wirkt, erscheint am heutigen Abend jedoch absolut glaubwürdig.
„Dying for an Angel“ wird als letzter Song angekündigt, doch jedem ist klar, dass da noch etwas kommt. Der Zugabenblock besteht ausnahmslos aus Liedern der ersten beiden Alben. Bei „The Seven Angels“ und „Avantasia“ mobilisiert das Publikum die letzten Kraftreserven und geht hundertprozentig mit. „Sign of the Cross“, vom gesamten Ensemble sehr kraftvoll präsentiert, bildet nach 3 ½ Stunden den Abschluß eines Wahnsinns – Konzerts, das wieder Lust geweckt hat, die alten CDs noch mal hervorzukramen und in die neueren intensiver reinzuhören. Oft entdeckt man nach einem Konzert Qualitäten in einem Song, die einem vorher nicht bewusst waren.
Ein Konzerterlebnis wie dieses (3 ½ Stunden ohne Vorgruppe) gibt es heutzutage sehr selten und wer melodischen Metal mag, kommt an einem Avantasia – Konzert nicht vorbei. Bleibt zu hoffen, dass dieses Ensemble noch weitere Touren plant (vielleicht ja dann mit Jorn Lande ;) ).

Dying for pics

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Nusstruvko

Świstak na drodze

p1120701 Am Mittwoch hatte ich einen ziemlich aufregenden Tag, der anders verlief als vorgesehen. Ich wollte eine Freundin überraschen, die mich letzten Monat besuchte und das Erinnerungsfoto mit mir vergessen hatte. Meine Mitbewohner fuhren auf ein Konzert, auf dem auch besagte Dame erwartet wurde. Also habe ich kurzerhand die heimische Couch verlassen und bin mitgefahren.
Ursprünglich hatte ich mich auf eine Wartezeit im Auto während des Konzerts eingestellt um danach mit ihr zu posieren. Allerdings wurde ich auf dem Weg nach Wiehl überredet, doch mit in die Halle zu gehen. Normalerweise interessieren mich Konzerte nicht sonderlich, aber ich hatte schon so viel über der Familie Popolski gehört und sagte zu. Zum Glück war mein Reiserucksack im Auto, denn ich hatte gar keine Karte.

Die Wiehltalhalle scheint die Sporthalle der örtlichen Schule zu sein. Wir mußten ein paar Treppenstufen hoch und mein Rucksack kam vor die Bühne. Eigentlich hatten alle mit einem Stehkonzert gerechnet, aber es gab nur Stehtische. Schon zu Beginn war es sehr warm in der Halle und als dann die Lampen über uns zum Konzertbeginn angingen, war der Raum von einer Sauna kaum zu unterscheiden. Zum Glück war noch kein Hochsommer. Mit Fell und Schal möchte ich mir das Szenario gar nicht ausmalen.

Das Konzert begann mit Ras Popolski und vor dem zweiten Lied zeigte Pavel erst einmal, wie man in seiner Heimat Wodka trinkt und schmiss eine Runde für die Besucher.  Obwohl das Pinnchen für meine Statur geeignet schien, habe ich nicht zugegriffen. Ich vertrage nicht viel Alkohol und dann noch welcher aus Kartoffeln. Bei Nusslikör hätte ich allerdings nicht widerstehen können.

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Nach und nach füllte sich die Bühne mit allen Familienmitgliedern. Besonders gut hat mir “Crack with somebody” von Dorota gefallen. Die eineiigen Zwillinge bewegten sich trotz der erhöhten Temperaturen im Raum unentwegt und schienen viel Spaß zu haben. Zumindest verbreiteten sie diesen. Janusz hatte es gut, er durfte im Schatten stehen.
Danusz wurde immer von einem anderen Mitglied geführt, denn er sieht quasi überhaupt nichts. Trotz des Handicaps spielte er famos Keyboard. Gesanglich ist er für die leiseren Stücke wie “Hello/Goodbye” und “Ein bißchen Spaß muss sein” zuständig. Mit “I’m out of Love” wurde dann erst einmal in die Pause geschunkelt.

Die Halle schien nicht polkafest für das Polkafest zu sein. In der Pause kamen ein paar Helfer und versuchten die Menschen fünf bis sechs Meter nach hinten zu schieben. Dem aufmerksamen Lichtverantwortlichen Herrn Friele ist aufgefallen, daß die Lichttraverse wackelte und es sollte verhindert werden, daß Zuschauer von Lampen erschlagen wurden, oder das Gerüst durch zuviel Bewegung in der Halle umkippte. Das Konzert wurde nicht fortgeführt, bevor der Teil vor der Bühne geräumt wurde und so rückten die Leute widerwillig Stuck fur Stuck nach hinten. Seltsamerweise war die Stimmung in der zweiten Hälfte besser.

img_4059 Vielleicht lag es auch am Sänger des heutigen abends – Cousin Elvek. Er ist sehr groß. Im Vergleich zu mir würde ich sogar sagen, er ist sehr, sehr groß. Nur irgendwie mochte ich ihn direkt, vielleicht, weil er mich an einen Nussknacker erinnerte. Mit “Beating like a Polka Drum” und “Polkaface” heizte er den Zuschauern noch mehr ein und animierte sie zum Mitklatschen. Mir persönlich hat später sein Lied “Suspicious Nuts” am besten gefallen. Er scheint seine Schuhe allerdings noch nicht richtig eingelaufen zu haben, denn bei unüberlegten Bewegungen hat es ihn umgerissen. Die Tatsache wußte er gekonnt zu kaschieren und so ist es bestimmt nicht jedem in der Wiehltalhalle aufgefallen.

Jeder Musiker bekam an dem Abend seinen Moment im Scheinwerferlicht. Mirek durfte auf seiner Stratocastri ein Solo des Jüngsten spielen, Henjek und Stenjek zeigten ihre Tanzfähigkeiten, Pavel seine Schlagzeugkünste nur Janusz mußte auf seinen Auftritt verzichten. Dazwischen wurden viele lustige Geschichten erzählt, vorzugsweise von Pavel und mit Bildern ausgeschmückt. Auch Mareks Filmkarriere wurde dokumentiert. Dorota darf sich nun bei “Gute Freunde kann niemand trennen” auf einem Hocker räkeln und ihre attraktiven Beine zeigen. Der Dobrze Horns spielten zusammen mit Danusz und Mirek ein kleines Medley und mir zu Ehren (nehme ich an) das Lied: “Murmel, Du mußt doch nicht um deine Nüsse weinen”.

“What’s up” beendete den Auftritt. Auf “Cherri, Cherri Lady” wurde verzichtet, um in den letzten Minuten nichts zu riskieren, denn bei Pavel’s Schlagzeugsolo geriet die Traverse schon ziemlich in Schwingung. Für das Karinsche und Holly war es das erste Konzert ohne das Lied des Jüngsten, aber ich muß gestehen, ich habe es nicht vermisst. Kirschen sind nicht meine Früchte, eher Erdbeeren (die gehören zur Familie der Nüsse).
Dem Applaus und der Hoffnung der Wiehler zum Trotz ging das Saallicht an und verkündete das Ende des Auftritts.

Ich habe noch ein paar Minuten gewartet, bevor ich Jasna überraschte, die mich sofort freudig in den Arm nahm, um sich ablichten zu lassen. Allerdings lief sie noch mit mir durch die Halle, um mich einem der Musiker vorzustellen. Ich war ziemlich überrascht und bekam kein Wort raus, als ich mit beiden fotografiert wurde. Aber ich glaube, er war genauso perplex.

img_4170 Daß schwarze Katzen Unglück bringen ist belegt, aber ob das auch auf Murmeltiere bei Konzerten zutrifft weiß ich nicht. Im Internet konnte ich keine Daten zu dem Thema finden. Wahrscheinlich ist das Phänomen noch nicht wissenschaftlich untersucht worden. Aus Sicherheitsgründen werde ich weitere Konzerte erst einmal meiden. Wobei danach noch eine sehr freundliche, polnische Dame ihre zarten Finger in meinem Fell hatte…

Der Abend verlief ganz anders als geplant, auch für die Musiker, aber es war eine nette Abwechslung zum Alltagstrott auf der Couch.

Nussknacker und andere lustige Gestalten

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Monsterparty

Happy New Fear

lordi-51 Mit dem Alter wird man ruhiger, heißt es und irgendwie haben wir das auch schon einmal bei einem Blick auf unsere Konzerte festgestellt. Am vergangenen Donnerstag stand aber (endlich) mal wieder ein richtiges Hard Rock-Konzert im Kalender, mit allem was dazugehört: langes Anstehen, zwei (nicht erforderliche) Vorgruppen und lärmende E-Gitarren. :-) LORDI hatten nach Köln eingeladen und wir konnten nicht widerstehen, denn auf die letzte Tour haben wir es leider zeitlich nicht geschafft, so daß unsere letzte Begnung mit den fünf sympathischen Finnen bereits fünf lange Jahre zurück lag.

Nach anderthalb Stunden vor der Essigfabrik öffneten sich die Toren zur Hölle Halle und wir strömten in die zweite Reihe. Glücklicherweise begann die erste Vorband früher als gedacht. Um 19.30 Uhr enterten Reverse Grip mit einem Milchbubi-Axl Rose am Mikro die Bühne. Die Kanadier schienen ein paar Fans mitgebracht zu haben, die sie lauthals bejubelten. Sie boten anständigen Rock, aber nichts Neues oder Besonderes. Die Musik tat nicht weh, hinterließ bei uns aber auch keinen bleibenden Eindruck.
Nach dem Umbau auf der Bühne folgten dann Tri State Corner, die einen kraftvollen Sound und mit der Bouzouki ungewöhnliche Töne, durch die Halle schickten. Die Band hatte sichtlich Spaß und der deutsche Frontmann heizte dem Publikum mit ein paar Aufwärmspielchen ein. Uns wollte allerdings nicht so ganz warm werden dabei. Einzig der der Schlagzeuger, der mit mit vollem Körpereinsatz sein Instrument malträtierte, blieb in positiver Erinnerung.

lordi-32 Nachdem das überstanden war, hieß es auf die Hauptband warten. Die Zeit versüßte uns die Musik, die aus den Boxen kam und dort konnte man deutlich die Vorlieben vom Obermonster heraushören. Ich habe KISS, Vinnie Vincent Invasion und später Peter Criss erkannt. Wie immer leitete die Stimme von Mr. Lordi’s Idol Gene Simmons den nahenden Beginn ein, denn traditionell ist “God of Thunder” das letzte Lied und kaum verklungen, setzte das SCG6 Intro ein. Mana und Hella nahmen ihre Plätze hinter ihren Instrumenten ein und dann begann das Konzert, wie es sein muß. Mit dem ersten Lied des neuen Albums gab’s direkt auf die Zwölf, bevor LORDI mit Lied Nummer 2 dem Rock die Eier wiedergaben. Nach dem Anfang war auch die Marschrichtung des Abends klar: Keine Gefangenen.
Zwar behaupten sie, nicht schlecht für Kinder zu sein, sondern schlimmer, aber so ganz kann ich das nicht glauben, denn am Vorabend lief ein Bericht über die Band auf KiKa. :-)

Weiter ging’s in Köln mit “The Riff”, der ersten Single des aktuellen Albums, bei der Mr. Lordi sich die Möglichkeit nicht nehmen ließ, einen Tod mit HipHop Faible von der Bühne zu schubsen.
Generell geizte die Band nicht mit Showeinlagen, ob Puppen, Kettensägen, Schneekanonen etc., Lordi brachten alles auf die Bühne. Die Bewunderung für Alice Cooper wird anhand der Requisiten schon ziemlich deutlich, leider konnten sie es nicht KISS gleichtun, denn Pyros hätten zwar gepasst, sind aber in den kleinen Clubs aus Brandschutzgründen nicht möglich. Selbst Monster haben Angst vorm Ordnungsamt. Anders ausgedrückt, sie wollen nicht, daß etwas passiert, sie wollen nur spielen.

lordi-60 Besonders Mr. Lordi spielte viel und trug mal eine Fleischmütze und einen Eimer mit Körperteilen, oder einen Sandsack als Sandman, der so gar nichts mit dem Sandmännchen gemein hat. Mein persönlicher Favorit war eine verspiegelte Maske, die genau auf seine vier Gesichtshörnchen paßte.  Vor der Lobeshymne auf sich selber, erzählte Mr. Lordi kurz, daß es am wichtigsten ist, mit sich im Reinen zu sein und er sei der beste Mr. Lordi, den es gibt. Als Bestätigung bekam er während “I’m the Best” Urkunden, Pokale und ein Krönchen von Bewunderen hinter der Bühne überreicht.
Natürlich bekam jedes Mitglied seinen Moment auf der Bühne und damit sind nicht nur die Instrumentalsoli gemeint, möchte an dieser Stelle aber nicht alle Elemente vorwegnehmen.

Das Hauptaugenmerk der Setlist ruhte verständlicherweise auf dem neuen Album, wobei die Lieder von “Deadache” und “The Monsterican Dream” seit dem Tourstart rausgenommen wurden, bzw. in Köln gefehlt haben. Als Musiker kann man es nicht allen Besuchern recht machen, ich fand die Auswahl sehr gelungen.
“Devil is a Loser” beendete den regulären Teil des Konzerts, bei dem Lordi wieder seine Flügel spannte.

lordi Natürlich ließen die begeisterten Fans die Band nicht so einfach in die Nacht verschwinden und forderten lautstark eine Zugabe. Es dauerte nicht lange, bis Mr. Lordi die Bühne wieder betrat und kurz erwähnte, daß es der folgende Song nicht aufs erste Album geschafft hat, ihn aber gut findet und die Zuschauer auf dieser Tour in den Genuß von “Hulking Dynamo” kommen. Der Song ist typisch LORDI und hätte gut auf “Get heavy” gepasst. Danach sollte schon wieder Schluß sein, aber eine Zugabe ist einfach zu wenig.
Außerdem fehlte noch das wichtigste und wohl bekannteste Lied der Finnen.

Die Halle ließ ein zweites Mal nicht locker. Mana und Hella waren wieder die ersten auf der Bühne und als das Keyboard-Intro erklang, sang sogar der Securitymann vor uns “Hard Rock Hallelujah” mit. Wer sagt, daß Arbeit keinen Spaß machen darf? ;-) Ox klopfte ihm an einer Stelle auf die Glatze und Mr. Lordi streichelte später mit seinen langen Fingern rüber. Die Fans nutzten ebenfalls die Chance, bei den letzten Liedern des Abends mitzusingen und beim zweiten Lied konnten sie jeglichen aufgestauten Frust auf unbeliebte Mitmenschen in die Halle brüllen. Auch wenn man “Sincerley with Love” nicht kennt, hat man die wichtigsten drei Wörter schnell drauf. :-)
Bevor im letzten Lied die Frage gestellt wurde: “Would you love a Monsterman?” und die Antwort nach dieser Show konnte nur mit “JA!” beantwortet werden.

lordi-67
Wer könnte die Monster nach diesem Konzert nicht lieben? Denn die Show, die einem hier für 30 Euro geboten wurde war abwechslungsreich und kurzweilig. Solange es LORDI gibt, müssen sich KISS und Alice Cooper keine Gedanken um ihr Erbe machen, sie haben würdige Nachfolger gefunden, die wissen, wie man eine Rockshow schmeißt.
Die Band gab von Anfang an Gas. Amen bewegte sich unentwegt, lief über die Bühne und bewies, wieviel Leben in einer Mumie stecken kann. Ox dagegen bewegte sich sparsamer, ist aber aufgrund seiner Statur und Hufe eine imposante Erscheinung.
Und obwohl ich Kita und Awa sehr mochte, haben mich Mana und Hella an dem Abend für sich eingenommen. Manas Spiel gefiel mir schon auf dem Album gut und er und das einzige weibliche Monster haben sich wirklich gut in die Band integriert.

Wenn man bedenkt, daß uns schon warm war, möchte ich mir gar nicht ausmalen, wie man sich nach anderthalb Stunden unter Masken, Helmen und schweren Kostümen im Scheinwerferlicht fühlt. Deswegen muß man es den Monstern, schon hoch anrechnen, daß die sich nach der Show sogar noch ein paar Minuten Zeit für ein paar Zuschauer nahmen. Hella wurde scheinbar wieder demontiert und in ihre Box gepackt, aber die vier männlichen Monster posierten für Fotos, gaben Autogramme und unterhielten sich kurz mit den Fans.
Zum Glück haben sie sich nicht alles von KISS abgeschaut.
Der Auftrittsort war genaugenommen schlecht gewählt, denn es war nicht alles Essig, eher im Gegenteil. Die große Vorfreude auf das Konzert wurde in Köln mehr als erfüllt. Hoffentlich vergehen nicht wieder fünf Jahre.

I luve ugly

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Vorhof zum Schleicher

Mädchen gegen Jungs, die dritte Runde

Ein neuer Monat, ein neues Schleicher-Konzert. Im Duisburger Steinbruch fand am letzten Freitag das dritte von drei exklusiven Konzerten mit beiden Gruppen (Indigo Streichquartett und Andre Krengel’s Acoustic Embassy) statt, welches wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten.
Im Gegensatz zum Cafe Ada in Wuppertal ist der Steinbruch doch sehr klein und es wunderte mich, dass überhaupt alle Instrumente auf die Bühne passten. Die Kerzen auf der Bühne und den Tischen sorgten für stimmungsvolle Atmosphäre und bis zum Beginn konnten wir uns noch nett mit vielen bekannten Gesichtern unterhalten. Es ist einfach schön, dass Musik unterschiedliche Menschen zusammenbringt, die einem auch immer mehr ans Herz wachsen, je öfter man sie sieht.

img_3091b Andreas eröffnete im roten Hemd mit „Wirklich wichtig“ den Abend und teilte dem Publikum mit, dass er wieder etwas kränkelte und am Morgen ohne Stimme aufgewacht war. Dies war jedoch nur beim ersten Lied noch hörbar – je weiter der Abend fortschritt, desto weniger merkte man etwas davon. Zunächst betrat die „Jungs“-Band die Bühne und es gab zwei Stücke von Andreas zu hören („Füße in Beton“ und „Nur mit dir“), bevor „Shape of my heart“ folgte. Der Kritiker einer Wuppertaler Zeitung hatte letztens Andre Krengels Gitarrenspiel als „zittrig“ beschrieben. Keine Ahnung, ob es noch einen anderen Andre Krengel gibt – der Andre an diesem Abend jedoch versteht absolut sein Handwerk und seine Finger fliegen nur so über die Saiten, wie man bei diesem Stück staunend beobachten konnte.

Anschließend war es für die Mädchen Zeit, zu ihren Instrumenten zu greifen (dies hatte der lokale Pressevertreter knapp verpasst). Vielleicht lag es daran, dass wir direkt vor dem Quartett saßen, aber „Bis hier“ und „Hunger nach Fisch“ klangen in meinen Ohren heute besonders gut, noch besser als auf CD.
In „Hunger nach Fisch“ gibt es eine Passage, bei der das Mitmachen vom Publikum gefragt ist. Im letzten Satz des Raps gilt es, ein Wort zu ersetzen. „Hast du kleine Brüste, lässt du sie operieren, hast du große Brüste, lässt du sie…?“ img_3139b
Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt und es folgten Vorschläge von „filetieren“ bis „tapezieren“. „Karamellisieren“ machte das Rennen. Heiko Braun nutzte diese Vorlage und fragte, ob dies dann „Werther’s Echte“ wären. Chapeau für diesen Gag. :-) Überhaupt zeigte er an diesem Abend, dass er nicht nur ein toller Percussionist und Backgroundsänger ist, er stellte am heutigen Abend des öfteren sein Comedy-Talent unter Beweis. Bei „Flaschengeist“, dem letzten Stück vor der Pause, kam seine besondere Gabe, einen ploppenden Korken aus einer Flasche zu imitieren, zum Einsatz. Teilweise auch spontan zwischendurch, was zu Erheiterung vor und auf der Bühne führte. Vor kurzem ist in einem gewissen lustigen Trio eine Stelle freigeworden – vielleicht hätte eine Bewerbung von Heiko gute Karten.

Im zweiten Teil des Konzertabends, den Andreas im blauen Hemd bestritt, wurde es für kurze Zeit „unplugged” und für das einzige englischsprachige Lied der CD, „That’s it“, aller Strom abgedreht (sobald die passenden Schalter dafür gefunden waren) und der Sänger schritt mit der akustischen Gitarre durch die Reihen der Zuschauer.
Nach einer weiteren Moderation war es Zeit für „Anderer Stern“. Das Lied ist ohnehin schon eines der schönsten Stücke mit einer traurigen Thematik, die ich kenne. Diese Woche kam dann noch eine persönliche Aktualität hinzu und die Worte passen einfach wie die Faust aufs Auge. Wenn zusätzlich der Vortrag noch so emotional ist (man glaubte Andreas jedes Wort, das er sang), war es kein Wunder, dass nicht nur ich, sondern auch mehrere Personen in der unmittelbaren Umgebung, Taschentücher herauskramten.

Nachdem sich danach alle wieder gesammelt hatten, nahm uns Andreas mit auf eine „kleine Reise“, ein Stück, dass es hoffentlich auf die nächste CD schafft.
“Children” erfüllte wie gehabt die Erwartungen, die man nach der ersten gespielten Note bereits hat. Wenn alle Instrumente zusammenkommen, haut einen das Klangerlebnis fast um. img_3199c
Das Publikum bekam im zweiten Teil erneut die Gelegenheit, sich beim “Hunger nach Fisch” textlich einzubringen. “Telefonieren” war nun einer der Vorschläge, der
Andre Krengel zu einem Vergleich von der Wählscheibe eines alten Telefons mit dem Vorhof einer weiblichen Brust verleitete.Das Publikum lag am Boden und als Jörg Siebenhaar dann auch noch spontan am Akkordeon einen Karnevalstusch spielte, war es erst mal vorbei. Herr Schleicher setzte noch einen drauf, indem er Andres „lustige Gesichtsausdrücke beim Gitarrespielen“ pantomimisch darstellte. “Je leiser er spielt, desto lustiger schaut er”.
Unter sehr viel Disziplin und Contenance war es dann möglich, das nächste Lied anzustimmen und die Zugaben „Perfekter Song“, „Ab 30“ und „Stop this train“ beschlossen einen wunderbaren Konzertabend. Wenn es Musiker an einem Abend schaffen, einen durch ihre Musik auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitzunehmen, und man sowohl Tränen der Rührung als auch Lachtränen wegwischen kann, dann haben sie alles richtig gemacht.
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Durch den kleinen Rahmen des Konzerts und die überschaubare Anzahl an Besuchern (viele davon offensichtlich auch Freunde und Familie der Musiker) hatte man fast das Gefühl, einem Privatkonzert beizuwohnen. Alles wirkte locker, unkompliziert und man merkt den Gruppen an, dass sie mittlerweile aufeinander eingespielt sind, und nur ein Blick genügt, um sich zu verständigen. Auch wenn der Mann am Ton schon mal verwirrende Brummgeräusche verursacht, die die Musiker aus dem Takt bringen.
Die gute Nachricht war, dass diese drei Konzerte nicht die letzten in dieser Konstellation waren und im Herbst weitere Auftritte geplant sind – hoffentlich auf etwas größeren Bühnen.
Wir werden uns jederzeit wieder auf eine „kleine Reise“ machen, um mit dabei zu sein.

Hunger nach Pics

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