Liveelexier

Rock in der Dunkelkammer

Der Beginn war für 19.30 Uhr angesetzt und pünktlich tat sich etwas auf der Bühne: der Roadie stimmte die Instrumente. Ich weiß nicht, ob es eine Tradition oder Aberglauben ist oder sie einfach dem Fan, der im Stau steht, die Möglichkeit geben wollen, den Beginn zu erleben, aber Selig Konzerte beginnen immer mit ein paar Minuten Verspätung. Was aber in keinem Fall zu Lasten der Spielzeit geht, denn das Konzert in Köln ging gute zwei Stunden. Aber ich greife vor.

Mit zehnminütiger Verspätung betraten die vier Hamburger also die Bühne und begannen das Konzert mit den ersten beiden Stücken vom neuen Album. Dabei legten sie von Anfang an eine große Spielfreude an den Tag. Jan tänzelte die ganze Zeit dazu über die spärlich beleuchtete Bühne. Das Licht kam nicht von Scheinwerfen an der Decke, sondern von Lichtern, die hinter der Band standen und sorgten das ganze Konzert über für ein leises Fluchen neben mir. Für Fotos war die indivduelle, dunklere Ausleuchtung denkbar schlecht, für die Atmosphäre hingegen großartig. Genauso gut aufgelegt wie die Band, war das Publikum. Es hing Jan an den Lippen und trug ihn wortwörtlich auf Händen. Was ihm vor allem bei seiner Stagediving-Aktion zu Gute kam. 🙂

Bei einem Lied gab es Startprobleme, die Jan lachend damit abtat, daß es ich um ein neues Stück handelte. Später kündigte er großmundig ein Lied zum Tanzen an, wurde aber von Christian Neander korrigiert, weil er sich in der Setlist vertan hatte. Dazwischen immer wieder bekannte Stücke aus allen Phasen der Band. Die gelunge Mischung aus alten Hits und neuen Stücken nahm das Publikum dankbar an. 
Jan überließ an dem Abend mehrfach seinen Mitmusikern die Bühne, um sich an ihren Instrumenten auszutoben. Die Chance haben die drei genutzt und zusammen gerockt, was das Zeug hielt. „Wir werden uns wiedersehen“ versprachen sie mit dem letzten Lied.

Natürlich hielten sie Wort und nach wenigen Rufen sah man die Band wieder vereint auf der Bühne, als sie drei Lieder von ihrem Debut spielten. Alle sangen bei den alten Liedern noch lauter mit, wenn das möglich war. Mit diesen Liedern hat alles angefangen, auch die Liebe vieler anwesender Fans, die der Band in der Zeit die Treue hielt, als es Selig nicht gab.

Nach den drei Hits gingen erneut alle von der Bühne ab, nur um mit dem Titeltrack des aktuellen Albums zurückzukommen. Damit schafften es alle Lieder des neuen Werks in die Setlist, ohne viele Wünsche offen zu lassen. Eine beachtliche Leistung. Die „Kashmir Karma“-„So träum ich“-Kombination, sollte nicht das letzte Lied des Abends werden. Diese Ehre ging an „Regenbogenleicht“, zu dem sich alle vier Bandmitglieder vor einem Mikro am Bühnenrand versammelten. Mit diesem ruhigen Kleinod ging ein grandioses Konzert zuende. Die Hoffnung auf eine weitere Zugabe wurde durch das angehende Saallicht zunichte gemacht, aber ich bin sicher, daß kein Zuschauer der Live Music Hall unzufrieden nach Hause gegangen ist. Was Selig hier über zwei Stunden lang geboten haben war eines der besten Rockkonzerte, die wir besucht haben.

Die blogeigene Fotografin ist aufgrund der unbefriedigeneden Lichtsituation mit der Ausbeute nicht zufrieden. Zur Musik meinte sie aber, Selig hätten noch nie so gerockt. Sie sah sogar die Grenze zum Metal überschritten. Was soll ich dazu noch sagen?

Alles ist Pics

Bei dem großartigen Auftritt der Band war nicht nur die Menge außer sich, daher haben wir eine kleine Bonus Galerie vorbereitet: StroboJan
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