Pyjama Party in Oberhausen

Mondscheinsonaten

Der April ist gekommen und mit ihm eine ganze Menge kultureller Termine. Daher ist es Zeit, noch einen Bericht vom Februar nachzureichen.

Lauschten wir am Vorabend noch englischer Elektro-Popmusik, so stand an diesem Abend die populäre Musik der 30er/40er Jahre auf dem Programm. Ulrich Tukur tourt mit seinen Rhythmus Boys momentan mit seinem neuen Programm durch die Hallen der Republik. In diesem führt er den Zuhörer „durch die Nacht“ – ein Konzept, welches vielfältige Musikstücke stimmig vereinen kann und auch Bekanntes aus älteren Programmen zu Gehör bringt.

Passend zum Thema startete der Abend in Dunkelheit auf der Bühne. Erst als die Protagonisten mit Laternen kamen, ihre Plätze suchten und einnahmen, kam buchstäblich etwas Licht ins Dunkel. Eine gute Einleitung für das erste Stück des Abends: „Wenn ich tot bin, möchte ich immerhin so eine Laterne sein“.
Wie gewohnt sympathisch und seriös übernahm Ulrich Tukur die Mederation des Abends und suchte des öfteren die Interaktion mit seinen Mitmusikern Günter Märtens (Kontrabass), Kalle Mews (Schlagzeug) und Ulrich Mayer (Gitarre), die sich zur Vorstellung wie gehabt der Größe nach ordneten. Ein Lacher ist damit garantiert, denn auch wenn man dieses Bild schon oft gesehen hat, ist es immer wieder köstlich.

Die Nacht und der Mond spielten an diesem Abend die Hauptrolle, nicht nur musikalisch, auch in den Requisiten fand er sich wieder, z.B. in Form einer Laterne, die über dem Piano schwebte. Wie bereits erwähnt, gab es bekannte Lieder aus vorigen Programmen zu Gehör, wie z.B. „In the mood“ von Glen Miller, Cole Porters „Night and Day“ oder das muntere „Nachtgespenst“.
Selbstredend bekamen die Rhythmus Boys ihre Momente im Rampenlicht, z.B. bei einem gefühlvollen Tanz zwischen Herrn Märtens und Herrn Mewes und Herr Mayer bei einem wissenschaftlichen Vortrag über die Geschlechtlichkeit des Mondes (die Engländer haben es sich mit „THE“ Moon ja ziemlich einfach gemacht).

Nach der Pause tauschten die Musiker ihre Anzüge gegen gemütliche Pyjamas mit passenden Schlafmützen, schließlich war es ja schon zu vorgerückter Stunde. „Gemütlich“ wäre allerdings das falsche Adjektiv für den ersten Song nach der Pause: In bester Mick Jagger-Manier peste Herr Märtens zu „Let’s spend the night together“ über die Bühne und zeigte ganzen Körpereinsatz, sowie Haut. Mit „Dream a little dream of me“ fand später ein weiteres englischsprachiges Lied den Weg ins Programm. Doch auch italienische Stücke gibt Wahl-Italiener Ulrich Tukur gerne zum Besten, wie z.B. „Guarda che luna“.

Auch wenn ich mir nicht unbedingt diese Art von Musik auf CD anhöre, muss ich immer wieder sagen, dass ein Konzert von Ulrich Tukur immer Spaß macht, da die Lieder nicht einfach nur hintereinander weg gespielt werden. Die Einlagen der Rhythmus Boys, teilweise mit Verkleidungen, lockern das Ganze angenehm auf und strapaziert die Lachmuskeln.
Höhepunkt im zweiten Teil der orientalische Part, bei dem Herr Mews in seiner schwarzen Burka nur noch zu erahnen ist, Herr Märtens im weißen Scheichgewand einen Bauchtanz hinlegt und Herr Mayer und Herr Tukur auf einem umgeschnallten Kamel reitend die Bühne betreten. Man muss es einmal gesehen haben.
Oder vielleicht auch zwei-dreimal…

Kamele im Schwimmbad

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