Rückspiel

Stationen eines Komödianten

Im Mai diesen Jahres haben wir uns auf den Weg nach Berlin gemacht um einem der vielseitigsten und beliebtesten Schauspieler unseres Landes einen Besuch abzustatten.
Wir konnten nicht ahnen, daß Dieter Hallervorden mit seiner Werkschau auch in unseren Gefilden auftreten würde. Und nicht irgendwo, sondern in unserem Lieblingskino, dem Viktoria, in dem neben Blockbustern auch Theater und Kabarettisten gewürdigt werden.
Natürlich durften wir an dem Abend nicht fehlen und machten uns auf den bekannten und unzählige Male gefahrenen Weg nach Dahlbruch.

Als Dieter Hallervorden die Bühne betrat, war die Begeisterung und Sympathie im Publikum spürbar, schließlich hat er die meisten Menschen ihr ganzes Leben zum Lachen gebracht. Dabei beherrscht er nicht nur den lauten Klamauk, sondern auch die leisen Töne des intelligenten Humors.
Er vergaß keine Fangruppe und eröffnete den Abend für die Didi-Fans, die Kabarett-Fans und auch für seine Fans der ersten Stunde. Soweit diese noch etwas hören konnten, bzw. aus dem Heim durften. Bei jeder Begrüßung schlüpfte er in andere Kostüme. Den ganzen Abend hatte er zu jedem Sketch die passenden Verkleidungen und Frisuren parat. Mit welcher scheinbaren Leichtigkeit er dabei im Minutentakt die Gestik und Mimik dem jeweiligen Charakter einpaßt, ist einfach phänomenal und immer wieder beeindruckend mit anzusehen.

Unterstützt wurde er an dem Abend von Harald Effenberg, der seit „Didi – Der Doppelgänger“ zum festen Schauspielerkreis des Hallervorden-Universums gehört. Die Beiden scheinen sich gesucht und gefunden zu haben. Einige Zwischenmoderationen übernahm Harald Effenberg, wenn sein Partner die Zeit zum Umziehen benötigte.
Es kommt bei dem Perfektionisten Hallervorden bestimmt nicht oft vor, aber bei einem Sketch mußte er über seinen Partner lachen, der in der Rolle blieb, ernst weiterspielte und dadurch half, den Witz über die Ziellinie zu bringen.

Alle Stationen seines Berufslebens wurden abgedeckt, angefangen bei seiner Schauspielprüfung, über „Nonstop Nonsens“ und den „Spott-Lights“ bis zu einer Hommage an Marty Feldmann. Die alten Kabarettnummern wurden mit aktuellen Bezügen versehen, so daß der Humor nicht verloren ging und der Kabarettist zum Vorschein kam.
Natürlich durfte ein Lied nicht fehlen, aber anstelle der berühmten Wanne präsentierten die beiden Herren einen volksmusikalischen Beitrag. Unterbrochen wurden die gespielten Szenen immer mal wieder von Zusammen- bzw. Ausschnitten aus verschiedenen Fernsehsendungen. Das wirkte nie störend, sondern ging fließend ineinander über und man kam aus dem Lachen nicht mehr raus.

So schloß der Abend viel zu schnell mit dem Klassiker Kaufmannsladen, denn was wäre eine Schau auf das Schaffen von Herrn Hallervorden ohne „Palim, Palim“?
Die Kuh Elsa, die 2008 in den Wühlmäusen noch das Programm beschloß, mußte an diesem Abend leider im Stall bleiben.

Dieter Hallervorden hat an diesem Abend nicht nur wieder seine Wandlungsfähigkeit bewiesen, sondern auch seine Professionalität. Denn wir erfuhren nach der Vorstellung, daß es ihm an diesem Tag gesundheitlich nicht gut ging und man deswegen nicht wüßte, ob er nach der Vorstellung noch kurz rauskommt. Auf der Bühne hat man ihm nichts angemerkt, aber hinterher machte er schon einen geschwächten Eindruck. Zwar ließ der Profi seine Fans nicht umsonst warten und gab Autogramme, verbat sich aber spezielle, oder lange Grüße.
Was natürlich nachvollziehbar ist, und weswegen wir uns auch direkt nach einem Autogramm zurückgezogen haben.

Wer jetzt auf eine üppig gefüllte Galerie von Karinsche hofft, dem können wir nur dieses Foto zeigen:

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