Städtepartnerschaft

Ab 30 – zwischen Düsseldorf & Köln

Strenge Lokalpatrioten würden wohl jegliche Gemeinsamkeiten zwischen Köln und Düsseldorf vehement abstreiten. Eines haben die beiden Metropolen jedoch auf jeden Fall gemeinsam: Sie wurden im März 2017 mit einem Konzert des Schleicher-Orchesters beehrt. Wir wohnten beiden bei und möchten hiermit darüber berichten.

Seit dem letzten Konzert in Remscheid in dieser großen Besetzung vor 1 1/2 Jahren bleiben es vorerst die einzigen Konzerte im Frühjahr; ein Grund, sich keines davon entgehen zu lassen. Zudem war es uns witterungsbedingt im Januar nicht möglich, in Wuppertal beim Konzert im Quartett dabei zu sein, daher freuten wir uns schon sehr auf beide Abende.

 

Anfang März öffnete die Jazz-Schmiede in Düsseldorf ihre Pforte für das Orchester mit seinem Leiter Andreas Schleicher. Ein schöner Konzertraum mit einigen Tischen, der eine gemütliche Atmosphäre vermittelt. Wie immer begonnen die Jungs den Abend, soll heißen: Konstantin Wienstroer, Jörg Siebenhaar, Heiko Braun und Andre Krengel betraten zuerst die Bühne. An diesem Abend war zudem ein „very special guest“ anwesend: Rocko Rockbird, der Kakadu, der den Groove hat und schöner und formvollendeter Headbangen kann als mancher Heavy Metal Sänger. Wenn er nicht gerade bei schnellen Stücken abging, saß Rocko tiefenentspannt und sehr zufrieden aussehend auf seinem Platz neben Andre und gab diesem moralische Unterstützung.
Wie gehabt, wurden Gesa Hangen, Monika Schleicher, Gudrun Edelkötter und Heike Haushalter vor „Wellenklang“ von Andreas vorgestellt.

Obwohl die Konzerte noch unter der Flagge und Album „Mädchen gegen Jungs“ segeln, hat sich das Programm durch einige neue Songs schon etwas verändert. Mittlerweile gibt es etliche neue Stücke zu hören, wie „Buzz Aldrin“, „Verkriechen“, „Wurm“, „Langer Tag“ oder „Halb so schnell“. „Hunger nach Fisch“ zum Beispiel ist dadurch auch nur noch einmal im Set vertreten, man muss also gut überlegen, wie man den „operieren“- Reim fortsetzt. ;)
Außerdem wurde „Kleine Reise“ etwas überarbeitet: Der neue Name ist „Raus“ und hat ebenfalls leichte Textveränderungen erfahren (wir hoffen aber, dass das ursprüngliche „Kleine Reise“ eventuell eine B-Seite oder ein kleiner Bonustrack/Demoversion wird. Wir fanden den nämlich auch so schon richtig gut).

20 Tage später ging die Reise schließlich auf die andere Seite des Rheins: In die hübsche „Volksbühne am Rudolfplatz“, ehemals Millowitsch-Theater, mitten im Herzen von Köln. Gott sei Dank ohne Staus, dafür aber mit schwitzigen Händen nach dem beängstigen Verkehr der Großstadt (Landeier on Tour eben), kamen wir in der Lokalität an. Bereits im Vorfeld hörten wir, dass es das erste Mal für das Schleicher-Orchester eine Deadline gab: Bis 22 Uhr sollte das Konzert maximal gehen, was strikt eingehalten werden mußte. Andreas gab dies auf der Bühne bekannt, somit würde es am heutigen Abend keine Pause geben.
„Hallo Köln! Ausverkauft!“, scherzte der Protagonist, nachdem er zu „Kurz vor Acht“ auf die Bühne gekommen war. Dies war leider nicht ganz der Fall, trotzdem hatten sich einige Zuhörer im Theater eingefunden, die allesamt Lust auf den Abend hatten und von Anfang an mitmachten.

 

Durch oben erwähnte Deadline konzentrierte sich das Schleicher-Orchester mehr auf die Musik und es wurden auch einmal 2 Stücke hintereinander gespielt ohne Ansage dazwischen. Andreas ließ sich durch diese Einschränkung jedoch nicht nehmen, mit dem Publikum zu agieren, er mußte sich lediglich manchmal etwas kürzer fassen. ;-)
Ich möchte einmal ganz besonders den Sound lobend erwähnen, den Thomas Naatz in Köln hervorragend hinbekommen hat. Insbesondere bei den schnellen Stücken, wenn Heiko Braun mehr Druck in sein Percussionspiel legte, klangen die Songs so gut, dass man sie für eine Live-CD hätte mitschneiden können.

Nach „Flaschengeist“ hieß es dann „Hier hätte Ihre Pause sein können“, die aus o.g. Gründen jedoch nicht stattfand. Andreas gab den durstigen Seelen des Publikums jedoch 5 Minuten zum Getränkeholen, was wir ebenfalls nutzten, um unseren Standpunkt von Reihe 1 (welche eigentlich Reihe 0 mit Nackenkissen für den steifen Hals sein sollte) auf den Balkon im Theater zu verlegen. Andernfalls wäre dieser Bericht sehr einseitig bebildert worden. Von unserem Platz in Reihe 1 sahen wir nämlich lediglich Andreas, Andre und Heiko, der Rest verschwand hinter Notenständern und Instrumenten.

 

Nicht nur durch die Lokalität war dieses Konzert etwas ganz besonderes für alle, insbesondere Andreas. Sein engster Familienkreis war zugegen, was die Darbietung von „Anderer Stern“ an diesem Abend außerordentlich emotional machte. Man glaubt ihm immer jedes Wort, das er singt, aber der Song fühlte sich noch intensiver an wie sonst. Gänsehaut bis oben auf dem Balkon!
Leider rückte es viel zu schnell auf 22 Uhr zu und als allerletztes Stück sollte es eigentlich das ruhige „Stop this train“ zu hören geben. Das seit einigen Liedern stehende Publikum jedoch hatte andere Pläne und forderte etwas schnelleres. Überstimmt mußte sich das Orchester geschlagen geben und „Ab 30“ beschloß pünktlich den Abend.

Für uns war das Konzert in Köln das zwölfte unter dem Banner „Mädchen gegen Jungs“. Ich habe so eine Ahnung, dass die nächsten womöglich nach der neuen CD-Veröffentlichung dann unter einem anderen Titel stattfinden (vielleicht unter dem neuen, noch nicht feststehenden Albumtitel – mein Vorschlag ist einfach: „Pop. Deutsch. Prima.“ ;-)).
Falls dem so ist, haben wir den Zyklus „Mädchen gegen Jungs“ von Anfang an verfolgt, begonnen mit dem Akustikkonzert der Jungs im Steinbruch 2012, gefolgt vom ersten großen „MgJ“ Konzert in Wuppertals Cafè Ada, bis hin zu dem letzten Konzert in Köln. Hat viel Spaß gemacht und wir freuen uns auch weiterhin auf mehr! :)

Musikalische Vögel in Düsseldorf

Mer knipse de Band in Kölle

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5 Antworten zu Städtepartnerschaft

  1. Ein fettes oberdickes Dankeschön für soviel tolle Berichte, Fotos, Geschenke, feedbacks von ECHTEN Musik- und Konzertfreaks wie ihr es seid!!!
    Danke auch für das Öffnen in musikalische Sphären, die euch „von Haus aus“ eigentlich nicht tangieren, danke für dieses Grenzüberschreiten, die Neugier, den Mut!
    Nur so hat Livemusik dauerhaft eine Chance, ihr seid einzigartig!
    Ihr habt mich in Riesenhallen und vor manch kläglicher Kulisse erlebt, ich habe immer Vollgas gegeben und ihr wart dabei. Froh ich bin!!!
    Danke, bleibt happy und gesund – ein großes Prost auf noch viele schöne Konzerte!

    • Karinsche sagt:

      Ohhh was für ein toller Kommentar, lieber Andreas!
      Wir unterstützen dich jederzeit gerne. :)
      Wow, weiß gar nicht, was ich sagen soll, außer: Ich freue mich total!

  2. Eva sagt:

    Hallo Karinsche,
    ein großer Spaß mit viel Gefühl, und das auch noch im Doppelpack – liest sich gut, Eure Doppel-Ausgabe der Schleicherorchesterreview. Und wieder einmal liebevolle Bebilderung dazu.
    Lieben Gruß auch an Holly
    Eva

    • Karinsche sagt:

      Vielen Dank für deinen Kommentar, liebe Eva!
      Gruß ist sehr gerne weitergeleitet und erfreut erwidert worden. ;)
      Warst du schon einmal bei einem Andreas-Solokonzert?
      Beim nächsten müssen wir mal zusammen hin!
      Liebe Grüße aus dem frühlingshaften Siegerland!
      Karinsche

      • Eva sagt:

        Oh nein, war ich noch nicht. Und ja, müssen wir unbedingt zusammen hin!
        Als wir die Popolskis für uns entdeckten, habe ich natürlich – soweit im Netz auffindbar – die einzelnen Musiker gecheckt. Den „Blick über den Bühnenrand“ gönnt Ihr Euch ja auch immer und wisst, dass man da so die ein oder andere Perle für sich entdecken kann. Andreas Schleicher war mit mehreren Projekten zu finden, die 3 von der Funkstille, Sonic Pearls und das Schleicher Quartett (mit den Damen). Der „Hunger nach Fisch“ ist z. B. ein Song, der mir direkt ins Ohr und Herz ging. Leider trifft mein musikalischer Geschmack nicht immer den meiner „nur-unwesentlich-besseren Hälfte“ und Alleingänge gestalten sich für mich – besonders in der Woche und außerhalb eines halbwegs funktionierenden ÖPNV – etwas bis ziemlich schwierig. Na ja, kommt Zeit, kommt auch Schleicher-Solo-Orchester-oder-in-welcher-Komination-auch-immer … ganz bestimmt.
        Herzliche Grüße aus dem ebenfalls frühlingssonnenlichtgebadeten Overath
        Eva

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