Das Ende der Funkstille

Du und ich, wir 3

Keine Angst, die Drei haben sich nicht aufgelöst, sie sind, mit einer sichtbaren Veränderung, wieder auf deutschen Bühnen unterwegs. Die Poster am Eingang mit dem durchgestrichenen Oleg Pop machen es schon erkennbar, er hat die Funkstille verlassen. Nachdem er in den letzten Jahren genug Trinkgeld gesammelt hat, ist er zurück in seine russische Heimat und hat seinen Traumjob beim Moskauer Staatsballet angenommen.

Es dauerte eine Weile, bis sich die verbliebenden Musiker mit der neuen Situation abgefunden und wieder den Weg ins Rampenlicht gefunden haben. Wobei man ein Zirkuspferd wie Roy Sanders nicht lange von einer Bühne fernhalten kann. Bert Kortheim hat das eingesehen und mit Herrn Sanders ein neues Programm ausgearbeitet. Zur Hilfe kam Bert der Therapeut des amerikanischen King of Superparty. Leider war Herr Sanders noch nicht ganz richtig auf die neue Medikation eingestellt, so daß ihm Bert während der Show immer wieder Pillen zum Aufputschen oder zur Beruhigung geben mußte.

Wobei man die Anspannung an diesem Abend nachvollziehen kann. Waren doch auch wir gespannt, wie sich die beiden als Duo schlagen würden. Nach dem ersten Lied „Love is Air“ war aber klar, sie können es noch. Dieser Mann mit den glatten blonden Haaren hat einfach Las Vegas im Blut und die Zuschauer im Griff. Schon bei dem ersten Lied hatten alle Anwesenden viel Spaß. Dieser Spaß sollte den ganzen Abend nicht nachlassen. Was unter anderem an Berts Übersetzungen liegt, die er von Roy Sanders englischen Ansprachen aus dem Ärmel schüttelt.

Klassiker wie „Im Wagen vor mir“, „Sunshine Reggae“, „Looking for Freedom“ durften natürlich nicht fehlen, wurde aber durch neue Nummern wie die sehr lustige „Felicita“-Version oder der Neunziger-Medley, in dem sich ein Siebziger Lied eingeschlichen hat. [Sehr zu unserer Feude, denn es handelt sich um ein KISS-Lied. ;-) ]  Zu den neuen Liedern hat sich ein neues Instrument eingefunden, die Nasenflöte. Eine Nummer, auf die man sich freuen kann. Bert und das Publikum hatten gleichermaßen Spaß zuzuschauen, wie Roy dieses Gerät meisterte und versuchte ihm die passenden Töne zu entlocken.

Ansonsten ist ein Abend mit der Funkstille schwer zu beschreiben. Es ist schon sehr speziell, aber ebenfalls sehr, sehr lustig, wenn man sich drauf einläßt. Bert und Roy mußten sich auch das eine oder andere Mal ein Lachen verkneifen, was nicht immer geklappt hat. So ist es halt bei einer improvisierten Show, die zwei Tage vorher kurz zusammengewürfelt wurde. Genau das macht den Reiz aus. Beide Seiten wissen nicht wirklich was passieren wird und beide Seiten haben Vergnügen an der Vorstellung. Wenn sympathische Künstler Freude an der Arbeit und auf der Bühne haben, überträgt sich das immer auf Publikum. Gerade in so einem kleinen, intimen Rahmen, wie dem Zauberkasten, oder dem Wohnzimmertheater, wo wir sie bereits gesehen haben.

Für uns war es auf keinen Fall die letzten Show der Funkstille, denn es war ein erfolgreicher Einstand für die zwei 3. Was sich an den leicht verwackelten Fotos zeigt, denn die Kamera ruhig halten geht bei der Funkstille nicht. :-)

Wir haben natürlich nur die besten Fotos rausgepickt und die findet ihr hier:
Fotosi di basta calzone

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1 Antwort zu Das Ende der Funkstille

  1. Ivonne sagt:

    Wieder ein sehr schöner Text und ihr habt den Kern getroffen sie sind unbeschreiblich

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