Die letzte Polka

…vor Weihnachten

Waren wir am Vorabend noch trocken nach Duisburg gekommen, erwachten wir in einer weiß gepuderten Stadt. Gemütlich starteten wir in den Tag und ließen es ruhig angehen. Um die Mittagszeit stieß dann unser Gastgeber zu uns und wir schlenderten am Nachmittag gemeinsam ein wenig über den schön beleuchteten Duisburger Weihnachtsmarkt und durch das City Palais. Von dort aus war es dann nur noch eine U-Bahnstation zum Theater am Marientor, in dem heute zum letzten Mal für dieses Jahr die Polka gestartet wurde. Wie schon in den letzten beiden Jahren beschloß also wieder ein Konzert der Familie unser kulturelles Jahr.

Natürlich waren wir – trotz fester Sitzplätze – mal wieder viel zu früh. Immer wieder lustig, wenn Leute 30 Minuten vor Einlaß an der Tür rütteln und sich wundern, wieso denn noch zu sei. Nach und nach stießen dann bekannte Gesichter zu uns, denn heute zum Tourabschluß für 2012 war die Bekloppstenquote im Publikum erfreulich hoch, wenn sich leider auch manche im letzten Moment dem schlechten Wetter geschlagen geben mussten.
Die zuvor designten, niegelnagelneuen Fanclub T-Shirts feierten heute ihre Premiere. Wenn fast 15 Leute mit den gleichen Shirts herumlaufen, fällt das dann doch auf. Leider saßen wir jedoch nicht alle zusammen. Durch die Verlegung des Konzerts von der Mercatorhalle in das Theater am Marientor, und durch feste Sitzplätze ergab sich leider eine ungünstige Platzsituation für den Großteil der Bekloppsten.

Die Show an sich hatte natürlich wieder die gewohnte Qualität.

Das Ritual des Wudkatrinkens wurde auch den Duisburgern nähergebracht, der rote Dorota verzauberte die Ruhrpottmänner und entlockte ihnen ein gehauchtes „Bausparvertrag“. Wenn man das Programm schon so oft gesehen hat wie wir, und den Ablauf genau kennt, fällt es natürlich auf, wenn gewisse Dinge nicht so ganz laufen wie sonst. So spielte z.B. Mirek das Gitarrensolo von der Jungsten nicht auf der dreiarmigen Stratocastri, sondern wechselte kurz davor zur gewohnten einarmigen Streitaxt. Die anschließende Tanzdarbietung der eineiigen Zwillinge verzögerte sich auch ein wenig, da, Zitat Pavel, Stenjek „nicht der Mutze fur der Tanzen“ finden konnte.
Zu unserer großen Freude spielte zum Abschluß der Tour der schöne Andrzej mit der Familie, somit schloß sich dadurch ein weiterer Kreis dieses Jahres, da Andreas wohl der Musiker ist, den wir dieses Jahr am häufigsten gesehen haben. Unsere Hoffnung, dass eventuell auch Elvek und Bogdan anwesend sein würden (wie zwei Jahre zuvor in Oberhausen), zerschlug sich jedoch leider.

Den ganzen Abend rätselte ich, ob und wann denn heute die Crew sich einen kleinen Scherz mit der Band erlauben würde. Bei vielen Bands gibt es diese Tradition, sich auf dem letzten Konzert einer Tour auf der Bühne einen Streich zu spielen. In Oberhausen wurden z.B. lustige Dias in die Vorträge eingebaut (ich sehe Henjek jetzt noch lachend von der Bühne rennen) und in Münster dieses Jahr verkleidete sich Techniker Ben als eine falsche Dorota (und wurde von Pavel liebevoll als Cindek aus Marzahn bezeichnet). Diesmal war es dann bei Janusz’ Polkaprüfung soweit. Nachdem dieser auf der Bühne zusammengebrochen war, und danach eigentlich von Henjek und Stenjek wieder angekleidet wird, stürmten plötzlich zwei seltsame Gestalten in Hausmeistermantel, darunter nur noch einen Bastrock tragend, auf die Bühne und seiften Janusz von Kopf bis Fuß mit Rasierschaum ein – sehr zur Freude der übrigen Band. Das Bestehen der Prüfung wurde dann noch von einer Konfettikanone salutiert – natürlich mit standesgemäßem, rot-weißen Konfetti.

Nachdem Pavel auch allen Menschen hinter der Bühne gedankt hatte, gab es als Zugabe „Zabrze, ich komm aus dir“ bevor die Saallichter wieder angingen. Andrzej, Marek, Mirek, Danusz und Dorota kamen dann noch zum Merchandise-Stand und wir konnten uns persönlich für das schöne Konzertjahr bedanken und ihnen frohe Festtage wünschen. Djekuje bardzo für die Musik 2012!

Wie gewohnt findet ihr in der Galerie die restlichen
Familienfotos

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13 Antworten zu Die letzte Polka

  1. Stefan sagt:

    Hallo ihr Lieben,
    vielen Dank für den Bericht. Gern wären wir dabei gewesen., doch in der letzten Zeit nehmen die kleinen Katastrophen kein Ende. Heute habe ich mit Schrecken festgestellt, dass uns Henning Schwarzhoff alias Isidor im Dezember vor drei Jahren verlassen hat.
    Das ist ein Grund für mich zum Jahresende noch mal an die schönen Popolski-Erlebnisse aus der Vergangenheit in Erinnerung zu rufen. Aber ich will Euch die vorweihnachtliche Stimmung nicht vermiesen. Ich freue mich auf die nächsten Events und wünsche Euch ein schönes Weihnachtsfest. Ich denke wir seh’n uns ;- )

    Grüße
    Stef@n

    • Holly sagt:

      Hallo Stefan!
      Ihr habt in Duisburg nicht viel verpaßt, die Location und die Atmosphäre ließen zu wünschen übrig. Wenn Ihr schon soviele kleine Katastrophen zu verkraften hattet, dann habt Ihr auch ein besseres Konzert verdient. ;- )

      Keine Angst, so schnell lassen wir uns die Vorweihnachtszeit nicht vermiesen. Wir durften Isidor nur einmal erleben, aber er und Dorota waren es, die mich im Fernsehen begeistert haben. Hätten die Beide nicht in der Disco geweint, hätte uns der Polkavirus wahrscheinlich nie befallen.
      Ich hoffe, wir seh’n uns. ;- )

      Wir wünschen Euch ein frohes Fest und ein katastrophenfreies 2013
      Holly

  2. Ivonne sagt:

    Da fällt mir noch ein ich weiß nicht mehr bei welchem Konzert es war ich glaube aber in Bonn ist der Jüngste so auf der Bühne rum gesprungen das der dreiarmigen Stratocastri auf der Halterung gefallen und ich dachte dort schon hoffentlich ist da nix kaputt gegangen das wäre eine Erklärung

  3. Ivonne sagt:

    Es ist wie immer ein sehr schöner Bericht. Ja ihr habt recht die netten Mensch waren dann doch der nettest Abschluß für dieses Jahr. Ich habe noch etwas länger über die Stimmung im Theater nachgedacht und bin zum Schluss gekommen ich habe schon bessere Konzerte erlebt auch von der Familie aber auch schon sehr viel schlechtere. Der Ton war gut und für den Ton den den die Mitzuschauer gemacht haben konnte die Familie ja nichts.
    Ich wünsche uns allen dann das es im nächsten Jahr heiter weiter geht mit vielen Stehkonzerten.
    Euch eine tolle Weihnachtszeit und einen guten Rutsch :-*

  4. Jasna sagt:

    Vielen lieben Dank für den Bericht!
    Jetzt weiß ich auch endlich, dass es Rasierschaum war. Von da oben leider nicht von Sahne oder Haarschaum oder noch Schlimmeren zu unterscheiden, grins!!!!

    Wünsche Euch frohe und besinnliche Weihnachten und tanzt der Polka rund oder eckig um der Weihnachtsbaumski!!!

    Jasna

  5. bärbelski sagt:

    Chey, wa is da los…

    Auch wenn das Wetter uns geschlagen hat, waren wir dann jetzt ja doch irgendwie dabei!
    Dankeschön an Euch für den Bericht und Euren Blog gesamt.
    Wir wünschen Euch eine gaaaanz schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!
    Der KW

    • Karinsche sagt:

      Chey liebe Küstenwache!
      Ihr habt echt gefehlt – verflucht sei das böse weiße Zeug auf der Straße.
      Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen im neuen Jahr.
      Danke für das Lob!

  6. Eva sagt:

    Kontrastprogramm zu Doro … Abwechslung braucht der Mensch. ;- )
    Scheint ein guter konzertlicher Jahresabschluss für Euch gewesen zu sein.

    • Holly sagt:

      Wieso denn Kontrast? Ist doch beides gute Musik. :- )

      Wobei wir leider sagen müssen, daß das Drumherum, also die lieben Menschen, der bessere Abschluß waren. Denn das Theater ist nicht konzertgeeignet und die Atmosphäre ließ doch zu wünschen übrig.
      Deswegen freuen wir uns auf 2013, weil wir wissen, daß es besser geht. ;- )
      Lieben Gruß an dich und deine Entourage!
      Holly

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