Erbarme – die Hesse komme!

Was lange währt…

Wie an anderer Stelle in diesem Blog bereits erwähnt, war das seltene Gastspiel von Badesalz im Siegerland bereits für den Februar geplant. Jedoch hatte eine hartnäckige Erkrankung die eine Hälfte des Comedy – Duos außer Gefecht gesetzt, so daß dieser Termin zweimal verschoben wurde. Nun war es im Mai dann endlich soweit, und wir und viele Siegerländer machten sich auf den Weg in die Stadthalle in Kreuztal.

Zettel im Foyer wiesen darauf hin, dass es keine Unterbrechung durch eine Pause geben würde. Dies würde das sehr schleppende Besetzen der Plätze erklären: Um kurz nach 20 Uhr saßen längst noch nicht alle Zuschauer.
Im Vorfeld hatte wir uns bereits Gedanken gemacht, was uns an diesem Abend erwarten würde. Die meisten Badesalz – CD’s sind ja kein klassisches Comedy Programm, sondern eher kurze Sketche, also wie würde dies auf der Bühne umsetzbar sein?

Das heutige Programm „Dö Chefs“ ist wie ein Theaterstück konzipiert. Die Rahmengeschichte beinhaltet den Alltag und die Zukunftspläne zweier hessischer Kneipeninhaber, Paul und Henry, irgendwo am Stadtrand.
Deren Gaststätten sind nicht nur optisch etwas heruntergekommen; auch die Speisekarten sind nicht besonders abwechslungsreich und bestehen ausschließlich aus Wurst- und Frikadellenvariationen. Gerd Knebel und Henni Nachtsheim hauen sich in atemberaubendem Tempo die Pointen um die Ohren, wobei letzterer oft als Stichwortgeber fungiert.

Unterbrochen wird die Rahmengeschichte durch kurze, sketchartige Passagen, wie z.B. die Darstellung eines 30 Jahre verheirateten Ehepaars im Restaurant (die einigen älteren Zuschauern anscheinend sehr bekannt vorkam, gemessen an den Publikumsreaktionen) oder einer Oscarrede im feinsten hessisch-englisch, die den eigenen Sprachgebrauch um einige geflügelte Worte bereichert, wie z.B. „Such an Oschi“ oder „Thinpfiff“. Auch musikalische Einlagen mit Gitarre und Saxophon sind dabei, sind doch Gerd und Henni beide für ihre Musikalität bekannt.

Da die beiden Gastronomen, aufgrund ihrer ausweglosen Lage in der Heimat, planen, in Spanien ein gemeinsames Restaurant zu eröffnen, ist zunächst ein Spanischkurs  mit Hilfe eines Radios vonnöten, bei dem auch das Publikum mit einbezogen wird. Da dies jedoch nicht imstande ist, den letzten spanischen Satz adäquat wiederzugeben, explodiert plötzlich das Radio. Schließlich schaffen es die „Los dos Chefos“ jedoch, in Spanien Fuß zu fassen, wie eine Diashow am Ende beweist. Diese zeigt die beiden mit allerlei prominenten Gästen und erinnerte irgendwie an die montierten Dias der Popolskis.
Der tosende Applaus machte deutlich, dass Badesalz nicht um eine Zugabe herum kam und somit betraten zwei bekannte Figuren die Bühne: Das wortkarge, schüchtern wirkende Gesangsduo mit den braunen Lederjacken, schwarzen Mützen und Stofftaschen, die den Hit „Happy“ in einer mitreißenden A-Capella Version zum Besten gaben.

Wir waren froh, dass wir Badesalz, deren CDs wir schon jahrelang immer wieder gerne hören und zitieren („Ge-reizt!“ oder „Net vergesse – Wetzlar!“), in die Reihen der Künstler aufnehmen konnten, die wir live erlebt haben. Der Abend in Kreuztal war sehr witzig und kurzweilig; und da wäre der einzige Kritikpunkt: Nach gut 90 Minuten mit Zugabe war er auch schon wieder vorbei. Wenn man andererseits das Sprechtempo, vor allem das von Gerd, beachtet: In normalem Tempo hätte die Vorstellung gewiss 2 1/2 Stunden gedauert. :) Wir kommen gerne wieder!

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