Kleine Reise nach Wuppertal

Andreas e tutti

Der März ist für uns ein sehr umtriebiger Monat, denn es stehen so einige musikalische Abende im Terminkalender. Den Anfang machte am Freitag der Mann, der auf dem besten Weg ist, zum meistgesehenen, – gehörten Musiker in unserer Konzerthistorie zu werden; Andreas Schleicher.
Ist auch nicht schwer, denn 2013 haben wir bisher jeden Monat zu ihm gefunden. Jedes Mal mit einem anderen musikalischen Projekt. Und nach Oberhausen und Bonn führte uns diese Reise nach Wuppertal.

Mit zehn süßen Gesellen im Gepäck stellten wir uns auf der Hinfahrt musikalisch mit dem neuen LORDI Album „To Beast or not to Beast“ ein. Quasi als Kontrastprogramm zum bevorstehenden Konzert mit eher ruhigen Stücken. Nachdem die Finnen verstummten legten wir selbstredend mit Andreas‘ Album nach, um an unserer Textsicherheit zu arbeiten. Obwohl wir für unsere Verhältnisse spät losgefahren sind, kamen wir gut und pünktlich im Café Ada an. Die Band saß an einem großen Tisch und stärkte sich für den bevorstehenden Auftritt. Ein bißchen wie „das letzte Abendmahl“ mit einem blondgelockten Zentrum. :-) Als der Weg in den Veranstaltungssaal freigegeben wurde, suchten wir uns ein lauschiges, fotofreundliches Plätzchen in der ersten Reihe und harrten der Dinge die da auf uns und unsere Ohren zukommen sollten.

Mit einer kleinen Verspätung betrat der Künstler die Bühne und erklärte, daß er die letzten Tage im Bett verbrachte, er den Abend aber nicht mehr absagen konnte. Ist natürlich eine gute Entschuldigung vorab, falls der eine oder andere Ton nicht da ist, wo er hingehört. :-)
Mit dem ersten Lied „Wirklich wichtig“, das er alleine präsentierte, hatte er allerdings sämtliche Bedenken vor der Bühne weggesungen. An dem Abend sollte seine CD „Mädchen gegen Jungs“ das erste Mal mit beiden Geschlechtern live präsentiert werden. Zum zweiten Stück enterten die Jungs die Bühne um  Andreas zu unterstützen. Später folgten dann die Mädchen und im Laufe des Abends wurden die Lieder nicht nur mit einer Partei gespielt, sondern Andreas hat die Chance genutzt und viele Lieder für die komplette Besetzung arrangiert. Andre Krengel meinte an einer Stelle, daß er auf den Klang der Streicherinnen nicht mehr verzichten wolle. Was durchaus verständlich ist.

In der Pause haben wir uns kurz zum Star des Abends geschleicht bzw. geschlichen und unsere süßen Gesellen übergeben. Denn Karinsche hatten in den Farben des Abends, rot und blau, für jeden Musiker einen Muffin gegen die Nervosität gebacken. Eigentlich sollten die verteilt werden, aber sie fanden nach der Pause ihren Weg auf die Bühne. Das Publikum im gut gefüllten Saal durfte einen Blick auf die Muffins werfen und die Muffins schauten zurück. Das Konzert haben sie überlebt, den Abend nicht. (Die Muffins, nicht die Zuschauer. ;-))

Die Lieder im zweiten Teil wurden weitestgehend von allen präsentiert. Ausnahme war „Hunger nach Fisch“ in der Akustik-Version. Die Streicher mit Schleicher-Version gab es im ersten Teil. Andreas stellte mit „Kleine Reise“ auch ein neues Lied vor. Es geht darum sich nicht vom Leben überrollen zu lassen und sich Zeit für sich zu nehmen. Thematisch hat mich das an die aktuelle Single von Selig „Alles auf einmal“ erinnert, aber sonst waren keine musikalischen Ähnlichkeiten vorhanden. Das Instrumentallied „Children“ von Robert Miles fand auch seinen Weg in die Setlist. Wir haben die Akustik-Version schon im September im Duisburger Steinbruch gehört und für gut befunden. Am Freitag kamen die Streicherinnen noch dazu und wir können nur bestätigen, nie hat Techno besser geklungen als mit richtigen Instrumenten.

Generell entstanden die Höhepunkte des Abends, wenn sich beide Geschlechter vereinten. Und was jetzt klingen mag, wie aus einem billigen Groschenroman, klang im Café Ada einfach nach fantastischer Livemusik. Als Zuschauer fällt es schwer zu glauben, daß dem Abend nur eine gemeinsame Probe mit beiden Kombos gerreicht hat. Anhand unserer Konzerthistorie und der unzähligen Alben in unserer Sammlung mag man es nicht glauben, aber ich bin einer der unmusikalischsten Menschen, die es gibt. Trotzdem, oder gerade deswegen, fasziniert es mich immer aufs Neue, was bei dem gekonnten Zusammenspiel verschiedener Musiker entsteht und welche Energie freigesetzt wird, ganz ohne E-Gitarre und Pomp. Im Klangteppich des Abends konnte man sich fallen lassen und verlieren.

Wir waren sehr gespannt, wie der Abend aussehen und sich anhören würde, denn zwei Wochen vorher wußte das selbst Andreas noch nicht. Wie nicht anders zuerwarten hat er es meisterhaft gelöst. Wenn es nach uns geht, heißt die nächste CD „Mädchen MIT Jungs“ und hört mit der genialen Version von „Children“ auf.

Mädchen & Jungs

Aus organisatorischen Gründen sind diese Konzerte etwas Besonderes, deswegen nutzt die Chance euch den musikalischen Geschlechterkampf live anzusehen.
Die Möglichkeit dazu gibt es noch am
23.03.2013 im Katakomben Theater in Essen und am
05.04.2013 im Steinbruch, Duisburg.

Und wer bei den Mädchen und Jungs erst einmal reinhören möchte kann das hier tun.

Haben den Abend leider nicht überlebt:

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3 Antworten zu Kleine Reise nach Wuppertal

  1. Ivonne sagt:

    Ein ganz wunderbarer Bericht. Der Harken an der Sache ist das mir das nicht dagewesen sein jetzt noch etwas mehr Leid tut. Die Freude auf das Konzert im Steinbruch noch größer wird und ich es kaum noch aushalten kann.
    Es sind wunderschöne Fotos geworden, DANKE dafür!

    • Holly sagt:

      Hallöchen!
      Vielen Dank für dein fleißiges kommentieren und die netten Worte. Gestern ist mir schon konstruktive Kritik zu dem Bericht weitergegeben worden.

      Genieß die Vorfreude, es lohnt sich. Wir spielen mit dem Gedanken, dir im Steinbruch Gesellschaft zu leisten, weil Andreas so schnell wohl nicht wieder alle unter einen Hut bekommt. Ist halt eine Zeit- und Kostenfrage. Wir sagen dir aber auf jeden Fall vorher Bescheid.
      Viele Grüße
      Holly

    • Karinsche sagt:

      Dankeschön Ivonne!
      Ich muss sagen, ich bin auch ganz zufrieden mit der Foto-Ausbeute. :)

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