Let’s spend the Night together (again)

Allein unter Heiden

Manche Menschen vor dem Monitor werden jetzt den Kopf schütteln, wenn wir von unserem dritten Konzert in wenigen Monaten der Rhythmus Boys berichten. Aber was sollen wir machen, wenn Ulrich Tukur mit seiner Band uns erst in unserer Heimatstadt heimsucht und sie uns dann noch in den Urlaub folgen. Da blieben nur zwei Möglichkeiten; entweder wegen Stalking anzeigen oder uns dem musikalischen Schicksal ergeben. Wir entschieden uns dafür, unseren Urlaub für einen Abend zu unterbrechen.

Den Rhythmus als Kompass benutzend ging es für uns an dem Abend nach Heide, in die Stadt, die einst Christoph Kolumbus entdeckte. Nach Wetzlar und nach Siegen, ob Kolumbus vor oder nach Amerika dort war, läßt sich allerdings nicht genau feststellen. Die Tanzkapelle fing gut aufgelegt mit dem Titellied des aktuellen Programms “Rhythmus in Dosen” an.

Ulrich Mayer half dem Bandleader ein paar Mal, den Faden des Programms wieder aufzunehmen, wenn er sich bei den Monologen verzettelte oder dem Kameramann mehr Beachtung schenkte, als dem Lied. Da bekam Herr Tukur ein “wir hätten scho angefangen” zu hören. Er stimmte dann ein und es konnte weitergehen. Das Publikum hörte den Schilderungen interessiert zu, wenn Ulrich Tukur aus seinem abwechslungsreichen Leben erzählte, wie er 1928 das erste Mal in Amerika war und auf seinen Reisen nicht nur Cole Porter und Irving Berlin getroffen hat. Er übernahm gerne den Gesang bei Stücken der besagten Interpreten, da sie aus vielen, aber besonders aus einem Grund, nicht in Heide anwesend sein konnten.

Auch, wenn wir die meisten Pointen natürlich schon kennen, ist es immer wieder schön zu erleben, wie charmant und amüsant es die sympathische Truppe schafft, die Leute zum Lachen zu bringen. Die Stimmung im Stadttheater war nicht nur dank der Gedichte und teils schlüpfrigen Witze, sehr gut. Als Dank, hat Herr Märtens noch einen Dithmarscher Fruchtbarkeitstanz ins Programm aufgenommen, den ihn Heike in der Wohlfühloase in Büsum gezeigt hat. Dankbar und laut jubelnd über die regionalen Bezüge führte er den Fruchtbarkeitstanz wie kein zweiter auf. Für uns hielt der Abend eine besondere Überraschung parat. Denn ich vernahm in der Pause vom Platz neben mir noch den Wunsch, gerne nochmal den fröhlichen Kakadu nochmal live erleben. Manche Wünsche gehen in Erfüllung, denn im Zugabenteil pries Herr Tukur die bauchrednerischen Fähigkeiten von Herrn Märtens an, während dieser seine Bauchrednerpuppe suchte. Nachdem er sie gefunden und auf seinem Schoss positioniert hatte, wobei sie nicht stillsitzen wollte, wie es schien, ging das Lied und die Erheiterung los. Nicht nur auf dem Stuhl neben mir, sondern in der ganzen Halle blieb kein Auge trocken. Wobei wir uns den Eindruck nicht verwehren konnten, daß die beiden Künstler die Nummer länger nicht gespielt hatten, so wie sie sich selber beherrschen mußten.

Traditionell ging der Abend mit “La Paloma” zu Ende. Wie immer schafft es die instrumentale Darbietung dieses Lieds, die Zuschauer in den Bann zu ziehen und setzt dadurch einen guten Schlußpunkt. Die Anwesenden waren so begeistert, daß Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys mehrfach rauskommen mußten, um sich zu verbeugen. Es war, wie immer mit der Band, die inzwischen besser spielt, als sie aussieht, ein toller Abend. Wir bereuen es nicht, Wiederholungstäter zu sein, wenn man so gut unterhalten wird.

Rhythmus in Bildern

 

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