Metro fahren in Remscheid

Heimspiel

Nachdem das Konzert in Bestwig leider abgesagt/verschoben wurde, freuten wir uns umso mehr auf den Konzertabend des Schleicher-Orchesters in der Komplettbesetzung in Remscheid.
Auch für den Protagonisten ist der Abend etwas ganz besonderes, denn dies ist das erste komplette Solo-Konzert von Andreas Schleicher in seiner Heimatstadt. Sehr zu unserer Freude wollen das noch viele andere Besucher erleben, denn die Klosterkirche in Lennep ist mit 140 Personen gut gefüllt. Zwei davon haben wir mitgeschleppt, aber wie wir den Rückmeldungen entnehmen konnten, haben sie das Mitkommen nicht bereut. ;- )

Um kurz nach acht geht es mit „Kurz vor acht“ los und Andreas tritt von der Empore, musikalisch begleitet von den Jungs, hinunter zum Publikum. Schönes Bild: Der blondgelockte Engel schwebt in der Kirche hinab. ;-) Der Song ist ein idealer Einstieg in ein Schleicher-Konzert, denn mit seinen ruhigen Tönen wird der Zuhörer langsam in den Abend geführt.

Generell steigert sich der Spannungsbogen gerade im ersten Teil, was mir an diesem Abend insgesamt aufgefallen ist: „Nur mit dir“ und „Füße in Beton“ bedienen eher die leisen Töne, akustisch untermalt von „Andre Krengels Acoustic Embassy“ und Marcus Möller an den Percussions, und auch der „Wellenklang“ geleitet die Mädels sanft in den Abend. Diese steigern dann mit „Bis hier“ und „Hunger nach Fisch“ das Tempo, um dann bei „Genau mein Tag“ und „Flaschengeist“ mit dem gesamten Orchester eine vollständige Klangexplosion zu erreichen. Dies reißt auch das Publikum mit, denn die Reaktionen werden von Mal zu Mal euphorischer. In der ersten Reihe muß man sich beinahe festhalten, um nicht von den virtuosen Höhepunkten der letzten beiden Songs förmlich umgeblasen zu werden. An dieser Stelle auch ein Kompliment an den tollen Sound, für den erneut Thomas Naatz verantwortlich war.

Am Anfang scheint es Andreas etwas schwer zu fallen, in den Abend zu kommen, aber in der Heimatstadt zu spielen (obwohl Lennep nicht direkt Remscheid zu sein scheint, wie wir lernen durften), ist mit Sicherheit eine aufregende und spannende Sache. Das legt sich jedoch schnell und Andreas kann mit seinen gewohnt charmant-lustigen Ansagen überzeugen und das Publikum einbeziehen. Auf der Suche nach Worten, die sich auf „operieren“ reimen, kommt an diesem Abend eine Antwort, die wir in den ganzen 7 Konzerten, denen wir beiwohnen durften, auch noch nie gehört haben: „Bleiben, wie sie sind“. Reimt sich jetzt nicht auf „-ieren“, aber die Message dahinter stimmt.

Der zweite Teil schickt einen (mich zumindest) immer wieder auf eine emotionale Achterbahnfahrt, natürlich wegen „Anderer Stern“. Da nimmt man sich fest vor, heute mal nicht zu weinen, aber das Vorhaben scheitert bereits schon während der Ansage zum Song. Doch auch die restlichen Zuhörer zieht der Song in seinen Bann, vor allem wegen der emotionalen Darbietung.
Die „Kleine Reise“ und natürlich „Children“ läßt einen anschließend jedoch den Kloß im Hals schnell schlucken. Beim zweiten „Hunger nach Fisch“ haben die Damen wieder Pause und beschäftigen sich mit Mitgrooven und Pantomime (richtig, Frau Hangen?).

Als kleines Bonbon steht am heutigen Abend bei den Zugaben ein seltener Song auf dem Programm. „Metro“ hat Andreas vor etlichen Jahren komponiert und unlängst auf einer privaten Feierlichkeit noch einmal zum Besten gegeben. Da an diesem Abend viele Freunde und Bekannte im Publikum sind, wurde das Stück kurzerhand mit in die Setlist aufgenommen. Eine Kombination aus Reinhard Mey (Strophe) und den Ärzten (Chorus), so der Komponist, die wirklich rockt und bei den Remscheidern (Bremerhavenern, Xantenern, Kölnern, Düsseldorfern, Siegenern….) sehr gut ankommt. „Ab 30“ bildet auch in Remscheid das furiose Finale und entläßt freudige Gesichter in die laue, aber stürmische Herbstnacht. Wie immer ein toller Konzertabend, von dem wir uns noch viele weitere wünschen.

Apropos wünschen: Unserer Ansicht nach wäre es Zeit für ein Album „Mädchen UND Jungs“, auf dem dann u.a. „Flaschengeist, „Kurz vor acht“, „Kleine Reise“, „Wurm“ und „Metro“ zu hören sind, denn diese Stücke sind es allemal wert, auf CD gepreßt zu werden.
Bitte? :-)

Fotos nach Acht

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7 Antworten zu Metro fahren in Remscheid

  1. Eva sagt:

    Sehr kurzweiliger Bericht und stimmige Fotos – ich ahne, was ich an diesem Konzert verpasst habe. Nur noch eine Frage: Foto Nummer 21 = Gitarrenbeschwörung??? ;)
    Lieben Gruß an Euch
    Eva

    • Karinsche sagt:

      Hallo Eva,
      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Hihi, keine Gitarrenbeschwörung, sondern „LED-Kerzen- Beschwörung“. Die gingen nämlich nach dieser Geste wie von Geisterhand aus und wieder an.
      Verbluffend!
      :)

      • Eva sagt:

        Na das erklärt alles. ;) Unter vielen Deiner tollen Fotos gefällt mir das besonders gut – im richtigen Moment der richtige Klick!
        Wünsche Euch eine gute Woche
        Eva

  2. Ivonne sagt:

    Wie immer wundervolle Fotos!
    Der Text ist dieses mal aber besonders gelungen. Ich nehme mir auch jedes mal vor bei anderer Stern nicht zu heulen aber es klappt nie! Eine CD wie vorgeschlagen würde ich auch kaufen.
    Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Konzert

  3. Jörg sagt:

    Als mitgebrachte(r) Remscheider kann ich / können wir es nur bestätigen: Ein fantastisches Konzert! Wir waren froh, dabei gewesen zu sein. Und wir schließen uns der Petition an: „Flaschengeist“, „Metro“ und weitere Songs in diesen Versionen müssen auf CD gepresst werden.
    Komm bitte bald wieder nach Lennep, wir fahren aber auch gerne weiter :- )

    Danke nach Siegen, dass Ihr uns mitgenommen habt! Toller Konzertbericht!

    • Karinsche sagt:

      Vielen Dank für den Kommentar!
      Schön, dass ihr mitgekommen seid und es euch so gut gefallen hat!
      Wir freuen uns auf das nächste gemeinsame Konzert. :)

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