SchleichMusik

Geschlechterkampf mit Noten

Wegen keinem anderen Musiker haben wir dieses Jahr mehr Zeit in Konzertsälen und auf Autobahnen verbracht. Zum Glück hält er uns nicht für Stalker. :-)

Natürlich kamen wir nicht drum herum, uns das Album von Andreas Schleicher nach seinem Auftritt im Streinbruch zu bestellen. Gut zwei Monate später ist die CD fertig und lag am Donnerstag in unserem Briefkasten. Schon nach dem Öffnen des Umschlags war ich äußerst angenehm überrascht. Das Doppelalbum kommt im schicken Digipak und das Cover, sowie das Artwork im Booklet, sind einfach nur schön. Schlicht und auf das Wesentliche konzentriert: Die Musik, die Texte und die Menschen dahinter. Passend zum Anlaß „Mädchen gegen Jungs“ sind die Farben (auch die der CDs) in rot und blau gehalten. Wie versprochen, lag auch Schokolade im Umschlag dabei, obwohl man den Genuß der CD gar nicht versüßen muß.

Die Lieder
Füße in Beton
Perfekter Song
Wellenklang
Hunger nach Fisch
Ab 30
Anderer Stern
Nur mit dir
Genau mein Tag
Bis hier
That’s it

Die Lieder wurden einmal mit einer rein weiblichen Streicher-Formation und einmal mit einer männlichen Akustik-Kombo eingespielt. Daher der Titel, der nichts mit den typischen Rollenbildern zu tun hat. Es muß also niemand Angst haben, die Lieder würden sich nur um die bekannten Geschlechterklischees drehen. In den Texten verarbeitet Andreas Schleicher sein Leben. Wobei sich jeder in Texten von „Füße in Beton“ und „Hunger nach Fisch“ wiederfinden kann. Wer kennt nicht solche Tage, an denen man am liebsten nicht aus dem Bett kriecht, weil man kraft- und lustlos ist. Oder wer hat nicht schon einmal Situationen erlebt, in denen man genau das haben will, was man nicht hat. Dabei verliert man gerne den Blick auf die Dinge aus den Augen, die man hat.

Die Mädchen
Heike Haushalter Violine
Petra Stalz Violine
Monika Malek Viola
Gesa Hangen Cello

Heiko Braun Cajon, Perkussion
Kalimba bei „Anderer Stern“

Die Jungs
Andre Krengel Nylongitarre
Jörg Siebenhaar Cajon, Akkordeon, Piano
Konstantin Wienstroer Kontrabass

Alfonso Gravina
Peul Flute bei „Anderer Stern“
Fujura bei „Wellenklang“

Auch schicksalhafte Momente finden sich auf der CD wieder, so beschreibt „Anderer Stern“ den Verlust eines geliebten Menschen. Dabei schafft er es, die Emotionen und Gedanken, die einem nach einem Todesfall beschäftigen gekonnt und unkitschig in Worte und Noten zu packen.
Wie im Leben, wechseln sich auch auf der CD heitere und nachdenkliche Momente ab. Und durch Songs wie „Perfekter Song“ und „Ab 30“ wird die Balance auf dem Album problemlos gehalten.

„Mädchen gegen Jungs“ bietet 10 tolle Stücke deutscher Musik, die im starken Kontrast zu aktueller Pop- und Rockmusik stehen. Denn hier ist alles unprätentiös, handgemacht und persönlich. In dieser Produktion steckt viel Herzblut, was man den Liedern anhört. Durch die verschiedenen Arrangements kann man die Stücke doppelt entdecken. Die Streicherinnen verleihen den Liedern einen orchestralen Anstrich und die Heransgehensweise der Männer wirkt schlichter. Deshalb befinden sich auf der CD zwar nur zehn Titel, aber eigentlich zwanzig Lieder. :-)

Nach meiner –natürlich subjektiven – Meinung haben im Geschlechterkampf die Jungs knapp das Rennen gemacht. Die Songs klingen insgesamt beschwingter und „grooviger“, dies ist jedoch nicht als Abwertung der Mädels zu sehen. Bei allen Beteiligten kommt die Liebe zur Musik und ihr großes Talent beim Hörer an.

Das Fazit steht eigentlich schon auf der CD:
POP.DEUTSCH.PRIMA.

Andreas kann stolz sein auf dieses Album und wer gute Popmusik mit deutschen Texten zu schätzen weiß und ein perfektes Weihnachtsgeschenk sucht, dem sei „Mädchen gegen Jungs“ ans Herz gelegt. Bestellen kann man sie direkt über
Andreas‘ Heimseite.

Und wer Lust hat, sich ein paar Livefotos des Interpreten anzuschauen, der klickt hier: Steinbruch.

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