Shall we begin

Erleiden und überleben

Keine Widrigkeit hat Blaze Bayley davon abgehalten, seinen Traum zu leben. Er hat schon viel erlitten und überlebt, aber Verlierer ist er keiner und so hat es es letzendlich zurück ins Siegerland geschafft. Zum dritten Mal spielt er im kleinen Vortex in Siegen-Weidenau, bis unters Dach voll mit Metal-Fans, die für den kleinen Briten angereist sind. Doch er sein neues Album live vorstellte, eröffnete Hell-O-Matic den Abend.

Ein Blick auf die Setlist ließ uns erstaunt aufblicken. Die Liste wurde von „Planet Claire“ angeführt und tatsächlich eröffneten Hell-O-Matic mit einer Metalversion des The B-52’s Klassikers. Was uns, als Fans der amerikanischen Partyband, sehr gefreut hat. Die interessante Version stand dem Original in nichts nach [Wobei ich bei dem Stück immer Fred Schneider vor meinem geistigen Auge sehe. :- ) ] . Er war vorallem gut als Einstieg in den Abend und die Musik der Band geeignet.
Ihre Mischung aus verschiedenen Metal- und Rockstilen, sorgte für gute Stimmung und erste gereckte Hände. Dem Publikum gefiel, was es geboten bekam. Mit „Maggots“, „Love suxx“ und weiteren eigenen Stücken schafften es Hell-O-Matic spielerisch, die Zuschauer in ihrer Welt willkommen zu heißen.
Die Pflicht einer Vorband, die versammelten Fans auf Betriebstemperatur zu bringen, haben sie in Weidenau vorbildlich gemeistert. Dabei die Kür nicht vergessen, denn sie wußten sich und ihre düsteren Lieder in Szene zu setzen. Verdienter Applaus beendete den kurzen Gig der Band aus Fulda. 

Nach einer Umbau- und Bierhol-Pause, betraten Blaze und Absolva, die Band, die ihn begleitet, die kleine Bühne des Surfer Musikclubs. Unter Jubel der anwesenden Fans legte der kleine Brite mit der kräftigen Stimme los. Er startete das Konzert mit den gleichen Liedern, wie sein aktuelles Album. Selbst die relativ neuen Lieder wurden direkt mitgesungen und abgefeiert. Nahtlos ging es mit einem Song aus seiner Zeit bei Iron Maiden weiter, bevor er sich bei den Fans für die Unterstützung bedankte.

Blaze und Absolva hatten an dem Abend besonders viel Spaß, denn oftmals lachten sie auf der Bühne, was gerade bei dem Sänger sonst eher selten vorkommt. Bei der ununterbrochenenen Zustimmung aus dem ausverkauften Vortex kein Wunder. Blaze präsentierte einen gelungenen Querschnitt aus seinem musikalischen Schaffen, mit dem Hauptaugenmerk auf sein Solowerk. Eine gute Setlist zu erstellen ist nicht immer einfach, besonders mit so vielen starken Stücken im Gepäck, aber diese Aufgabe hat Blaze auf der aktuellen Tour gemeistert und eine ausgewogene und perfekte Zusammenstellung gefunden. Das Publikum feierte jedes Lied dankbar und voller Enthusiasmus ab. Dabei war es egal, ob es sich um ein Solostück von einem seiner Solowerke oder den zwei Maiden-Nummern handelte. An dem Abend gab es kein Halten mehr.

Bei der nicht ganz ernsten Nummer „Manhunt“ von Wolfsbane, der ersten Band von Bayley, verdrängte die Band ihren Sänger vom Bühnenrand. Karl Schramm, Chris Appleton und Martin Mcnee tobten sich an ihren Instrumenten aus, bewiesen und spielten ihren Chef in den Hintergrund. Sie ließen Blaze nicht mehr nach vorne und wehrten jeden seiner Versuche mit ihren Körper und Instrumenten ab, wieder nach dorthin zu gelangen. Blaze zeigte dabei einen ernsten und verwunderten Gesichtsausdruck. Metal muß nicht immer ernst sein, um gut zu sein. Gerade diese Einlagen demonstrierten, daß die vier Engländer nicht minder viel Spaß an dem Konzert hatten, wie die Menschen vor der Bühne.

„A Thousand Years“ wurde dem dankbaren Publikum als Zugabe gereicht. Eigentlich sollte nach dem Stück des letzten Albums Schluß sein. Die Band stand glücklich und fertig auf der Bühne. Die Fans standen glücklich davor, wollten die Musiker aber noch nicht gehen lassen. Keiner verließ den Raum und die Rufe nach weiteren Zugaben ebbte nicht ab, so daß sich die Engländer glücklich geschlagen gaben. Spontan spielten sie einen weiteren Maiden-Klassiker aus Blaze’s Zeit bei der britischen Institution. Man merkte dem Publikum keine Ermüdungserscheinungen an, denn „Lord of the Flies“ wurde mit vollem Körpereinsatz und lautem Gesang aus dem Zuschauerraum abgefeiert.
Anstatt dankbar für die kostenlose Zugabe zu sein, verlangte das Publikum nach mehr. Die vier Musiker wurden weiterhin nicht von der Bühne gelassen. Nach kurzer Beratung unter geräuschvollem Jubel schritt Chris Appleton zu seinem Verstärker und schaltete ihn lachend ein weiteres Mal an. Als letztes Lied wurde „The Brave“ von Blaze‘ erstem Soloalbum angestimmt. Ein letztes Mal an diesem Abend mobilisierten Band und Fans ihre Energie und feierten den Song lauthals ab. Damit war das Konzert dann wirklich beendet.

Zum Glück hat sich Blaze nicht an den Titel seines Wolfbane-Albums gehalten. Hätte er schnell gelebt und wäre früh gestorben, wäre vielen Menschen dieser grandiose Auftritt verwehrt geblieben. Die Setlist und Stimmung ließen an dem Abend keine Wünsche offen. So euphorisch wurden die vier Musiker noch nicht abgefeiert. Es war das beste Konzert, daß wir von Blaze gesehen haben. Er war der selben Ansicht, denn nach dem letzten Lied hat er noch nicht Feierabend. Im Anschluß geht er zu den Fans, den Menschen, denen er es verdankt seinen Traum leben zu können. Gemeinsam mit seinen Fans kann er die Sonne bewegen und dafür ist er sehr dankbar, was man ihm immer ansieht.

Nach dem überwältigendem Zuspruch verwundert es nicht, daß die nächsten Termine in der Region schon feststehen. Absolva treten ohne Blaze im September wieder in Herdorf auf um ihr kommendes Album live vorzustellen und zusammen mit dem Sänger stehen sie Ostern 2018 wieder auf den Brettern des Vortex. Dann präsentieren sie den Abschluß von Blaze‘ „Infinite Entanglement“-Trilogie. Uns findet ihr auf jeden Fall wieder vor der Bühne, um euch davon zu berichten. Hoffentlich versteckt der Osterhase die Instrumente nicht. :- )

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