Stammtisch in Kreuztal

Herr Becker und Frau Ulrich

Letzte Woche war es wieder soweit. Nach fast genau zwei Jahren hat Heinz Becker erneut sein Wohnzimmer in der Kreuztaler Stadthalle aufgestellt und die Zuschauer sind wieder in Scharen erschienen.  Sofort, nachdem er auf seinem Stuhl Platz genommen hatte, fing er an, neue Geschichten aus seinem Leben zu erzählen. Die ersten Erzählungen drehten sich um Hilde und Frauen im Allgemeinen und ich hatte die Berüchtung, auch Heinz könnte dem Trend, Frauen-Männer-Klischees zu präsentieren, auf denen in der Comedy so gerne rumgeritten wird, nachzurennen, doch diese Befürchtung wurde schnell zerstreut.

Der Kosmos des Heinz Becker geht weit über die üblichen, abgedroschenen Scherzchen hinaus und so hat er die Anwesenden an seiner Sicht zu vielen unterschiedlichen Themen, wie Mißbrauch, Ökostrom und falschen Hakenkreuze teilhaben lassen. 

Stefan und Hilde durften selbstverständlich nicht fehlen. Der Gerd versteht es, dem Heinz die richtigen Worte und die Wortverdreher so in den Mund zu legen,  daß die Doppeldeutigkeiten wie zufällig wirken. Dabei gelingt es ihm, nicht ins Alberne abzudriften, auch wenn einige Stellen albern wirken. Aber alles Erzählte paßt zur Figur Heinz Becker und gerade diese Mischung zwischen Unsinn und ernsthaften, aber verdrehten Gedanken, machen den Reiz und Witz aus. So manches Mal blieben den Zuhörern die Lacher fast im Halse stecken. Auch das gehört dazu, denn Heinz scheut sich nicht, seine Meinung zu sagen. Ob es politisch korrekt ist, was er von sich gibt, ist dabei Nebensache. Dieser naive Mut des Heinz Becker führt uns in die Welt des Spießbürgers und hält allen einen Spiegel vor. Denn so denkt natürlich kein moderner Mensch. Oder doch? Hat er nicht vielleicht doch ab und zu recht? Und steckt hinter den vermeintlichen Stammtischparolen nicht doch mehr? Mit diesen Fragen im Hinterkopf rückte nicht nur die Welt näher, sondern auch das Ende des Abends.

Heinz verschwand hinter der Bühne und zurück kam Gerd Dudenhöffer. Zu erkennen an der fehlenden Batschkapp und einer Brille.  Er las ein paar Gedichte aus seinem Buch vor, die nicht minder lustig waren

und genauso begeistert aufgenommen wurden. Eine weitere Zugabe gab es, ob des tosenden Applauses nicht. Und damit ging wieder einmal ein sehr lustiger Abend zuende. Wir sind sicher, wenn der Heinz das nächste Mal seine Stammtisch-Ansichten präsentiert, werden wir wieder mitlachen. Die Programme sind immer gut und jedes Mal neu. Gerd Dudenhöffer und sein Alter Ego Heinz Becker gehören zu unseren Pflichtterminen, denn er ist ein Garant für einen lustigen Abend und hat uns noch nie enttäuscht.

Mit und ohne Kapp

P.S.
Wer sich über die Überschrift wundert, sollte sich das Programm anschauen, denn im Plueschblog werden keinen Pointen verraten. Es ist ein kleiner, subtiler Gag, der den Schreiber sehr amüsiert hat, auch wenn er in der Halle scheinbar untergegangen ist. :-)
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2 Antworten zu Stammtisch in Kreuztal

  1. Laura sagt:

    Ihr solltet mal zu uns in die Kulturfabrik kommen und dann einen Artikel drüber schreiben. Ihr könnt das glaub ich besser als die Journalisten die meistens da sind ;)

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