Von bösem Blut zu Herzblut

Familienfest in Köln

Doro gehört zu den Konstanten in unserem Kulturleben und so kam es, daß wir uns vergangene Woche, 368 Tage nach unserem letzten Doro-Konzert, in Köln einfanden. Die sympathische Düsseldorferin beendete ihre „Love’s gone to Hell“-Tour in der kölschen Live Music Hall und wir mittendrin. Mittendrin zwischen fast 1300 anderen Menschen, die sich dieses Konzerterlebnis nicht entgehen lassen wollten.
Mit den ersten Liedern gab das blonde Energiebündel die Marschrichtung des Abends vor, denn mit Liedern wie „Raise your Fist“, „I rule the Ruins“ und „Burning the Witches“ gaben die Musiker von der ersten Sekunde an Vollgas. Die Fans freuten sich über die Klassiker und sangen selbstverständlich textsicher mit.

Ein moderner Klassiker aus der Discographie ist „The Night of the Warlock“, mit dem eine Brücke zu ihrer ersten Band geschlagen wird. Passend dazu betrat der Hexer die Bühne und mischte sich unter die Band. Danach wurde es etwas ruhiger, was der Stimmung in der Halle aber keinen Abbruch tat, denn die Balladen wurden nicht minder abgefeiert, was der Security ein Lächeln entlockte. [An der Stelle möchte ich kurz den Security-Mann positiv erwähnen, der ein kleines Mädchen aus der Menge gehoben und vor die Absperrung gesetzt hat. Bestimmt ein einschneidendes Erlebnis für die Kleine, besonders, wenn man dann noch Picks und einen Handschlag vom Bassisten bekommt. ;-)]

   
„Without you“ war dem verstorbenen Lemmy Kilmister gewidmet. Einem guten Freund Doros und ein Metalurgestein. Ich habe mich sehr über „Fall for me again“ gefreut. Eine Ballade, die es nicht so oft in die Setlist schafft und von dem ruhigeren „True at Heart“-Album stammt. Nach der Verschnaufpause wurde das Tempo mit zwei Klassikern aus Warlock-Zeiten wieder angezogen. Die fünf Musiker stehen ihrer Chefin in nichts nach, bewegen sich den ganzen Abend über die Bühne, posen und hüpfen, was das Zeug hält und feuern auf diese Weise die Fans an. Daher verwundern Rufe aus dem Publikum nach einzelnen Bandmitgliedern nicht, schließlich halten Johnny Dee und Nick Douglas der Düsseldorferin schon seit über 20 Jahren die Treue und stärken ihr musikalisch den Rücken.

Rufe aus dem Publikum sind gerade gegen Ende ein fester Bestandteil eines Doro-Konzerts. Die letzten Lieden und Zugaben richten sich oft nach Fanwünschen. So natürlich auch an diesem Abend in der fast ausverkauften Live Music Hall. Doro spielte „Love me in black“ für zwei alte Schulfreundinnen. Die Ballade „Herzblut“ und der Kracher „Bad Blood“ waren ebenfalls ungeplante Veränderungen der Setlist. Für Doro und ihre Mannen keine Schwierigkeit. Lediglich ein technisches Problem verhinderte ein E-Gitarren-Duett von Bas Maas und Luca Princiotta. Dafür gaben alle Musiker mit „Evil“ nochmal Vollgas, bevor es auf die Zielgerade ging. Das Publikum war aus dem Häuschen und feierte die Band verdient ab.

      

Wie auf der letztjährigen Tour wurde auch dieses Jahr, ohne neues Album im Gepäck, ein Best of Programm geboten. Aber nach über 30 Jahren auf den Bühnen dieser Welt, die man Doro nicht ansieht, hat sie so einige großartige Lieder geschrieben. Fast alle Alben wurden in den guten zwei Stunden Show durch ein Stück repräsentiert. Eine beachtliche Leistung bei der umfangreichen Discographie.

Für viele Menschen ist Metal eine „böse“ Musik, aber die sollten sich unbedingt mal ein Doro-Konzert ansehen. Die freundliche Frontfrau lächelt und strahlt das ganze Konzert über. Die Sympathiebekundungen auf die Bühne und von der Bühne sind ehrlich gemeint. So verwundert es nicht, daß das letzte Stück des Abends, wieder ein Wunsch aus dem Publikum, das Lied „You’re my Family“ ist. Ihre Konzerte sind immer wie große Familientreffen. Dazu bieten Doro und ihre Mannen immer ein lohnenswertes Liveerlebnis. Daher werden sie noch lange eine Konstante in unserem und bestimmt auch in dem Konzertleben anderer Menschen bleiben. Viele Gesichter aus der ersten Reihe sieht man  immer wieder bei Audienzen ihrer Königin.

Daher muß Doro keine Angst haben. Sie sang „I hope that you will fall for me again“ und das tun wir Fans immer und immer wieder. Für immer.

The Pics of the Warlock

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