Whole lotta Polka

Düsseldorf 15.03.2014

Und schon geht’s weiter.
Vierundzwanzig Stunden nach Köln warteten wir vor der nächsten Halle auf den Einlass zu einem Konzert der Familie Popolski. Bekloppst? Schuldig! Aber das sind die vielen, vielen netten Menschen, die wir in den letzten Jahren durch die Popolskis kennengelernt haben ebenfalls.  Und so versammelte sich eine kleine Schar liebgewonnener Individuen an dem trüben Samstagnachmittag in Düsseldorf. Das letzte Mal, als wir vor diesen Toren standen, spielten die Krefelder Barden von Blind Guardan zur Musike auf.

Die erste Reihe war wieder fest in unserer Hand. Der Blick zurück in die Halle war schon beeindruckend. Mehr als 3000 Menschen wollten an diesem Abend die Geschichten und die Lieder der Familie hören. Eigentlich unglaublich, daß sie sich wieder nach Zabrze zurückziehen wollen, nach allem was sie in den vergangenen Jahren erreicht und erspielt haben.
Auch in der Mitsubishi Electric Hall hatte der Familie leichtes Spiel. Die Zuschauer unterstützten die Musiker mit Gesang, Applaus und die Stimmung stand der aus Köln in nichts nach.

Dorota erschien passend zu ihrem Intro-Song „Dance with somebody“ im legendären roten Paillettenkleid. Eines von vielen Kleidungsstücken aus ihrem Kleiderschrank, daß sie an dem Abend vorführte. Völlig von sich abgelenkt, machte sie sich schön und korrigierte völlig unötigerweise ihr Make-Up. Erst als Pavel ihr Lieblingsthema ansprach, wandte sie sich vom Schminkspiegel ab und den Männern in der ersten Reihe zu, die sie in ihr „Money-Medley“ integrierte.

Ein neuer Teil brachte Pavel in den Fokus, bzw. ein unterschätztes Instrument der Popmusik: die Kesselpauke. Dazu verließ er den Platz hinter seinem Schlagzeug, den Bogdan einnahm und trat hinter vier große Kesselpauken, die in der Bühnenmitte aufgebaut waren. Ich fand es schön, daß auch der älteste Bruder einen Solopart abseits der Schießbude hat. Und was für einen. Er demonstrierte, welche bekannte Hits auf diesem Instrument komponiert wurden. Unterstützt von Bogdan am Schlagzeug spielte er das bekannte „Whole lotta Polka“ in energischer Weise. In diesen Momenten merkt man, daß der kleine Pavel nicht nur den Pop vom Opa hat, sondern auch einige Rockklänge in der Jugend aufgeschnappt haben muß.

Apropos Rock, nachdem Pavel die Felle in übertragenem Sinne in Brand steckte, tat es ihm Mirek wenig später nach. Henjek & Stenjek treugen seine goldene, dreihalsige Stratocastri im Koffer herein. Zu unserer Freude stimmte er sogleich die „Ballade pour Adrenaline“ an und nicht das Instrumentalstück des vergangenen Programms. Die Ballade heißt nur so, sie ist im Grunde ein reiner Rocksong, wie man ihn von einem Leadgitarristen erwartet.

In diesem Programm wurde wieder der Werdegang von Andrzej beim polnischenFilm erläutert. Die Geschichte, die zu seinem Hit „Porn to be alive“ führt. In seinen hautengen, lila farbenen Overall hatte er sich noch nicht hereingeatmet, machte jedoch auch im Bademantel eine gute Figur. Das Lied wird mit einem Gitarrensolo beendet, das wir am Vortag nur beim Soundcheck gehört haben, im Programm hatte es gefehlt. Wenn er, begleitet von Mirek, seine Gitarre sprechen ließ kam wieder Rockfeeling in der Halle auf. Gesteigert wird das Bild dann noch von Bogdan und Dorota, die sich beide ebenfalls mit einer Gitarre bewaffnet dazu gesellten. Die Vier nahmen eine V-Formation ein und weil vier Gitarren natürlich nicht reichen, kamen noch die beiden Bühnenhelfer Olek und Bolek mit einer Gitarre in der Hand dazu und bildeten die Enden vom V.

Generell finde ich, daß das Zusammenspiel stärker im Vordergrund steht, als bei den vergangenen Touren. Vielleicht liegt es an der komplett reisenden Familie. Selten steht jemand alleine auf der Bühne, meistens wird er von einem anderen unterstützt und die Stücke werden viel mehr inszeniert. Mag aber Einbildung sein, weil wir schon soviele Konzerte gesehen haben, daß vieles selbstverständlich wird, was nach einem halben Jahr Pause und einem neuen Programm vermutlich ins Auge fällt.

„Polka’s coming home“ scheint länger zu gehen, als die vorangegangnen Programmen, denn auch in Düsseldorf ging erst gegen 23.00 Uhr das Saallicht wieder an. Was natürlich ein Indiz dafür ist, daß die Düsseldorfer ihre Lieblingspolen genauso zu mehreren Zugaben überredet hatten, wie die Kölner Zuschauer am Freitag. Sie wollen es zwar nicht wahrhaben, aber so unterschiedlich sind Düsseldorfer und Kölner letztendlich doch nicht. Zumindest teilen sie einen guten Musikgeschmack. :-)

Und weil wir nicht genug bekommen können, wird der Tourbericht fortgesetzt.

Galeria Fotoski 2

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https://youtu.be/gkMb-8seGtY
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1 Antwort zu Whole lotta Polka

  1. Eva sagt:

    Es war eine tolle Show, ein wenig zum Wohlfühlen vertraut (wie ein bequemer alter Schuh ;- ) ) und doch mit vielen neuen rasanten „Elementen“. Schön auch, dass die Musik wieder mehr im Vordergrund steht – ganze 2 1/2 Stunden lang … sie machen einem den Abschied nicht gerade leicht!

    Zwei sehr schöne Berichte und soooooo viele tolle, stimmungsvolle Fotos – Klasse!
    Ganz liebe Grüße an Euch
    Eva

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